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Ausführliche Debatte über das Thema „Altersdemenz“

5. Sitzung des Internationalen Ausschusses

Im Zentrum der Sitzung vom 31. Mai stand ein Bericht über das Modellprojekt „Niedrigschwellige Betreuungsangebote für Demenzerkrankte mit Migrationshintergrund“.

Am 31. Mai kam der Internationale Ausschuss zu seiner fünften Sitzung zusammen. Unter Vorsitz von Ratsherr Wolfram Römer begann die Sitzung pünktlich um 17 Uhr im Holdersaal des Neuen Rathauses.

Die Einwohner/innen-Fragestunde wurde mangels Fragen übersprungen. Die eigentliche Tagesordnung begann daher mit dem Punkt „Niedrigschwellige Betreuungsangebote für Demenzerkrankte mit Migrationshintergrund in Hannover“. Dabei wurde ein Zwischenbericht zum Modellprojekt im Heinemannhof (Informationsdrucksache Nr. 1110/2012) vorgestellt. Sozialdezernent Thomas Walter leitete als ständiger Vertreter des Oberbürgermeisters in diesem Ausschuss die Diskussion ein.

Die Schaffung von Betreuungsangeboten für Demenzerkrankte sei ein immer wichtiger werdendes Thema. So erreichten immer mehr Menschen bei guter körperlicher Verfassung ein höheres Alter. Oft sei es jedoch so, dass die geistige Verfassung nicht gleichermaßen mithalte. Die vorgelegte Informationsdrucksache beschäftigt sich damit, was diese Erkrankung im Kontext einer Einwanderungsgesellschaft bedeute. Zum einen sei es möglich, dass negative Migrationserfahrungen das Ausbrechen einer Demenzerkrankung beschleunigten. Zum anderen könnten besondere Komplikationen auftreten, wenn eine bestimmte Form des Gedächtnisverlustes eintrete, bei der vorrangig kürzlich erlernte Wissenbestände verloren gehen. So könne dem Betroffenen etwa die deutsche Sprache abhanden kommen und die Sprache der Kindheit wieder in den Vordergrund treten. Dies bedeute Herausforderungen für die Pflege. Schwerpunkt des Modellprojektes sei es, die häusliche Pflege zu unterstützen und zu stärken.

Sozialdezernent Walter betonte die gute Zusammenarbeit mit dem Ethno-Medizinischen Zentrum. Barbara Janocha, zuständige Mitarbeiterin im Fachbereich Senioren für das Projekt erklärte, sie sei dankbar für die Unterstützung durch Migrantenselbstorganisationen, durch welche der Zugang zu den Migrantenfamilien sehr erleichtert werde. Wolfgang Strotmann, Leiter des Fachbereichs Senioren, betonte, dass es enorm wichtig sei, das Thema Demenz als gesamtgesellschaftliches Problem darzustellen. Nur so könne Demenz als ernstzunehmende Krankheit anerkannt werden.

Nach einem ausführlichen Informationsaustausch, in welchem die hohe gesellschaftspolitische Bedeutung des Themas sichtbar wurde, widmeten sich die Ausschussmitglieder der Beschlussdrucksache Nr. 1323/2012. Dabei handelte es sich um eine Zuwendung an die Liberale Jüdische Gemeinde Hannover e.V. Die Zuwendung wurde einstimmig beschlossen.

Für den Bericht der Verwaltung übergab Dezernent Walter das Wort an Melanie Walter, Leiterin der Stabsstelle Integration, Politik und Verbände. Diese berichtete zunächst, dass der Verein „Internationale StadtteilGärten“ im Sahlkamp es sehr begrüßen würde, wenn die nächste Ausschusssitzung am 5. Juli 2012 dort stattfinden würde. Da kein Mitglied des Ausschusses Einwände hatte, wurde der Wechsel des Tagungsortes so beschlossen.

Weiter berichtete Frau Walter von der Arbeit der Findungskommission des Internationalen Ausschusses. Diese habe getagt und Personenempfehlungen zusammengestellt, welche den Fraktionen, die beratende Mitglieder benennen dürfen, zur Verfügung gestellt werden. Zum Abschluss der Sitzung wies Frau Walter auf die noch laufende Antragsfrist für den Fonds der Region „Miteinander gemeinsam für Integration“ hin, der über 150.000 € Integrationsmittel verfügt.

Die vollständige Tagesordnung, sämtliche Sitzungsdokumente (Beschlussdrucksachen, Informationsdrucksache etc.) und auch die Protokolle des Migrationsausschusses sind über das Online-Sitzungsmanagement für jedermann zugänglich.

Sachgebiet Integration

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