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Familien und Flüchtlinge

26. Sitzung des Internationalen Ausschusses

Außerdem in der 26. Sitzung: Vernetzung zwischen LHH und Unterstützerkreis Flüchtlingsunterkünfte e.V.

Die 26. Sitzung des Internationalen Ausschusses am 25. September unter Vorsitz des Bürgermeisters Thomas Herrmann hätte mit einem Antrag der rot-grünen Fraktionen (Drucks. 1954/2014) beginnen sollen, nach dem geprüft werden soll, inwieweit man das in Dortmund erfolgreiche Modell „Frauen in Hilfslagen“ auf die Kommune Hannover übertragen könne. Eine inhaltliche Diskussion darüber fand jedoch noch nicht statt, da Ratsfrau Gunda Pollok-Jabbi (Die Linke) den Antrag zu Beginn der Sitzung „in die Fraktion zog“, was praktisch eine Vertagung bedeutet, um interne Beratungen zu ermöglichen. Der Antrag wird so automatisch auf die Tagesordnung der nächsten Ausschusssitzung gesetzt.

Weiter ging es mit dem diesjährigen Familienmonitoring (Drucks.1740/2014). Dazu hielt Dr. Silke Mardorf von der Koordinationsstelle Sozialplanung einen kurzen Vortrag, in dem sie die Eckdaten ihrer Nachforschungen zusammenfasste. In Hannover zeichne sich ein zunehmender Trend von der Ein-Kind- zur Zwei-Kinder-Familie ab. Familien mit Migrationshintergrund haben häufiger zwei oder drei Kinder. Außerdem seien sie im Vergleich zu Familien ohne Migrationshintergrund häufiger in der Gruppe der „klassischen“ Familien (mit zwei verheirateten Elternteilen) vorzufinden. Mittlerweile habe fast jede zweite hannoversche Familie (45 Prozent) mindestens eine Person mit ausländischer Staatsangehörigkeit. Die Koordinationsstelle werde weiterhin Daten aus repräsentativen Umfragen und Veranstaltungen wie dem „Familiensonntag“ am 19. Oktober und dem für Juni 2015 geplanten „Forum Familie“ erfassen und auswerten.

Anschließend berichtete Sozialdezernent Thomas Walter von seinen Gesprächen mit dem „Unterstützerkreis Flüchtlingsunterkünfte Hannover e.V.“ (Drucks. 1862/2014). Der Verein unterstützt Flüchtlinge beim Zurechtfinden in Hannover und akquiriert neue Unterstützer/innen in den Nachbarschaften hannoverscher Flüchtlingswohnheime. Walter zeigte sich beeindruckt vom zivilgesellschaftlichen Engagement der hannoverschen Stadtgesellschaft, die Neuankömmlingen eine breite Palette an Beratungs- und Hilfsangeboten biete. In den Gesprächen habe er den Engagierten mit „warmen Worten“ gedankt und Möglichkeiten der Verwaltung aufgezeigt, deren Arbeit zu unterstützen. Aus dem Austausch ergab sich das Vorhaben, die gemeinsame Umsetzung folgender Ansätze zu prüfen:

  • Finanzielle Förderung des Vereins
  • Beschäftigungsmöglichkeiten für Flüchtlinge
  • Elternarbeit und Kinderbetreuung
  • Verbesserte Koordinierung des Verwaltungsdolmetscherpools
  • Verwaltungspraktikum für Flüchtlinge
  • Bereitstellung von Fahrrädern aus dem Fundus des Fundbüros
  • „Ankommenskurse“ als Überführung in reguläre Integrationskurse
  • Verbesserter Zugang zu Medien in den Unterkünften
  • Nachbetreuung bei Umzug von Wohnheim zu eigener Wohnung

Als erster Schritt zur Umsetzung bekommt das „Freiwilligenzentrum Hannover e.V.“ eine einstimmig beschlossene Zuwendung in Höhe von knapp 10.300 Euro (Drucks. 2057/2014), um die Arbeit des „Unterstützerkreises Flüchtlingsunterkünfte Hannover e.V.“ administrativ zu unterstützen.

Danach wurde über ein niedrigschwelliges Modellprojekt im Flüchtlingswohnheim Munzeler Straße diskutiert (Drucks. 1860/2014). Durch ein „Eltern-Café“ sollen zum Beispiel Integrationslots/innen und Stadtteilmütter den dort untergebrachten Eltern und Kindern dabei helfen, sich in Hannover zurechtzufinden und vorhandene Hilfs- und Beratungsangebote anzunehmen. Die Zuwendungen in Höhe von knapp 29.000 Euro wurden ebenfalls einstimmig bewilligt.

Als letzter Tagesordnungspunkt stand eine Steigerung der Ausgaben zur Umsetzung des Handlungsfeldes Sprachkompetenz zur Abstimmung (Drucks. 1942/2014). Melanie Walter (Bereichsleiterin Migration und Integration) wies darauf hin, dass neben den Integrationskursen, die eher auf allgemeine Themen beschränkt seien, ein Bedarf an Bildungsangeboten bestünde, die auf die Kommune Hannover ausgerichtet seien. Dies ergebe sich auch aus den Erfahrungen der Alphabetisierungskurse der Ada und Theodor Lessing-Volkshochschule (VHS). Um neu eingewanderten Menschen eine erste Orientierungshilfe zu bieten, könne man die Integrationslots/innen der VHS einsetzen, denn sie seien für genau solche Situationen geschult worden. Die zusätzlichen Mittel in Höhe von insgesamt 65.000 Euro wurden einstimmig bewilligt.

Die vollständige Tagesordnung, sämtliche Sitzungsdokumente (Beschlussdrucksachen, Informationsdrucksachen etc.) und auch die Sitzungsprotokolle des Internationalen Ausschusses sind über das  Online-Sitzungsmanagement für jedermann zugänglich.