Das offizielle Portal der Region und der Landeshauptstadt Hannover

Vortrag über Bevölkerungsentwicklung in den Stadtteilen

13. Sitzung des Internationalen Ausschusses

Außerdem in der Sitzung am 15. März: Diskussion über die interkulturelle Bildungsbegleitung romanessprachiger Familien.

Drei Personen - zwei Männer und eine Frau - sitzen Im Hodlersaal im Neuen Rathaus hinter Pulten und blicken nach vorne. © LHH

(V.l.n.r.) Bürgermeister Thomas Hermann, Sozialdezernentin Konstanze Beckedorf und Dr. Günter Max Behrendt (Leiter des Sachgebiets Integration)

Zu Beginn der 13. Sitzung des Internationalen Ausschusses unter Vorsitz von Bürgermeister Thomas Hermann zog Ratsherr Veli Yildirim (Die Linke) einen CDU-Antrag (Drucks. 0342/2018) in die Fraktion, demzufolge die Rechte des „Runden Tisches für Menschen mit Behinderungen“ aufgewertet werden sollen. Damit verschiebt sich die Debatte auf die nächste Sitzung.

Anschließend befasste sich der Ausschuss mit einem Antrag der AfD-Fraktion (Drucks. 0083/2018) zur Abschaffung von Frauenbadezeiten in städtischen Schwimmbädern. Dazu legte der fraktionslose Ratsherr Tobias Braune einen Änderungsantrag vor (Drucks. 0202/2018), demzufolge der Frauenbadetag bestehen bleiben, jedoch durch einen Männerbadetag ergänzt werden soll. Ratsherr Julian Klippert bezeichnete den Antrag als Satire, die allerdings noch ausbaufähig sei. Beide Anträge wurden einstimmig abgelehnt.

Eine Frau sitzt im Hodlersaal an einem Pult, auf dem ein aufgeklappter Laptop steht. © LHH

Dr. Silke Mardorf beim Vortrag

Weiter ging es mit einer Informationsdrucksache (Drucks. 0258/2018), zu der Dr. Silke Mardorf (Koordinationsstelle Sozialplanung der Landeshauptstadt Hannover) über die „Soziale Vielfalt, Dynamik und Wandel“ referierte. Zwischen 2014 und 2017 sei die hannoversche Bevölkerung um 16.000 Menschen (entspricht 3,1 Prozent) gewachsen. Dadurch sei die Stadt nicht nur internationaler geworden, sondern auch durchschnittlich jünger. Insgesamt seien 187 Nationen unter den hannoverschen Einwohner/innen vertreten, doch seien manche Stadtteile internationaler als andere. Während zum Beispiel allein im Stadtteil Mitte Einwohner/innen aus 129 Ländern gemeldet seien, komme Seelhorst auf nur 53 Nationen. Durch die zunehmende Internationalisierung habe auch die sprachliche Vielfalt zugenommen. Nach deutsch sei türkisch die am häufigsten gesprochene Sprache (ca. 24.000 Menschen), gefolgt von arabisch (16.000) und polnisch (7.000).

Ein Mann sitzt im Holdlersaal hinter einem Pult und spricht. © LHH

Bernd Wintzer (Fachbereich Bibliothek, Schule, Museen und Kulturbüro)

Danach berichtete Bernd Wintzer (Fachbereich Bibliothek, Schule, Museen und Kulturbüro) über die städtisch geförderte interkulturelle Bildungsbegleitung an der Peter-Ustinov-Schule (Drucks. 0444/2018) und der Grundschule Mühlenberg (Drucks. 0335/2018). Da der Kontakt zwischen Eltern und Schulen teilweise durch Sprachbarrieren erschwert sei, hätten die Schulen auf kurzzeitig eingesetzte „Brückenpersonen“ mit den entsprechenden (Sprach-)Kompetenzen zurückgegriffen. Diese wurden ab dem zweiten Schulhalbjahr 2017/2018 durch insgesamt drei Fachkräfte ersetzt. Da zum Beispiel an der Grundschule Mühlenberg knapp 20 Prozent der Schülerschaft aus romanessprachigen Familien stammten, hätte dort ein hoher Bedarf an Personal mit interkulturellen Kompetenzen geherrscht, der nun durch die Fachkräfte gedeckt sei.

Zwei Männer sitzen im Hodlersaal hinter Pulten. Der Linke blickt nach links und spricht. Der Rechte schaut nach unten. © LHH

Prof. Dr. Ing. Ghassem Khoramnia (l.) und FDP-Ratsherr Patrick Döring (r.)

Kritik kam vom beratenden Mitglied Prof. Dr. Ing. Ghassem Khoramnia. Das Angebot sei seiner Meinung nach nicht förderlich für die Integration, da die unterstützten Kinder und Familien keine Motivation mehr hätten, die deutsche Sprache zu lernen und sich mit der hiesigen Kultur auseinanderzusetzen. Wintzer ging vom Gegenteil aus und hielt dagegen, dass eine Verständigung in der Muttersprache der Betroffenen als erster Schritt wichtig sei – allein schon, um eine Integration überhaupt zu ermöglichen. Diese könne nicht gelingen, wenn man die Lebenswirklichkeit der Familien ignoriere. Ratsfrau Dr. Stefanie Matz verwies auf die Einschränkungen, denen Kommunen im Bildungsbereich unterliegen. Der Einsatz der Fachkräfte sei ein sinnvoller erster Schritt, doch müsse das Kultusministerium des Landes Niedersachsen Programme ausarbeiten, um dem Bedarf aller Schulen gerecht zu werden. Der Ausschuss nahm die Drucksache zur Kenntnis.

Zum Schluss berichtete Sozialdezernentin Konstanze Beckedorf von der Zertifikatsübergabe des Kurses „Interkulturelle Kompetenz für Geflüchtete“ am 23. Februar. Das Format der Veranstaltung habe ihr gut gefallen, da in den Gesprächsrunden ein reger Austausch mit den Geflüchteten stattgefunden habe.

Die vollständige Tagesordnung, sämtliche Sitzungsdokumente (Beschlussdrucksachen, Informationsdrucksachen etc.) und auch die Sitzungsprotokolle des Internationalen Ausschusses sind über das Online-Sitzungsmanagement öffentlich zugänglich.