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LIP 2.0

Was hält die Stadt von Begriffen wie „Integration“ und „Migrationshintergrund“?

Die Ergebnisse aus der Online-Befragung zum LIP 2.0 wurden ausgewertet.

Symbolbild: Ein Smartphone liegt auf einem Tisch. Auf dem Display ist eine der Fragen aus der Online-Befragung abgebildet © LHH

Die Online-Befragung ist gestartet!

Die Überarbeitung des Lokalen Integrationsplans (LIP) ist als breiter Beteiligungsprozess angelegt. In den Expert*innengruppen und der Lenkungsgruppe arbeiten über 100 Menschen an den einzelnen Handlungsfeldern. Doch auch die Stadtgesellschaft hatte und hat Gelegenheit zum Mitreden. Die ersten Inputs wurden dem LIP-Team schon in den Diskussionsrunden der Auftaktveranstaltung mitgeteilt. Anfang bis Ende März konnten sich alle Interessierten an einer Online-Befragung beteiligen, in der es um Begriffe wie „Integration“ und „Migrationshintergrund“ ging. Die knapp 10-minütige Befragung war anonym und wurde auf unserer Homepage und auf unserer Facebook-Seite beworben.

Wer hat an der Befragung teilgenommen?

532 Personen haben teilgenommen. Sie wurden gefragt, wie lange sie in Hannover lebten. Die meisten (42 Prozent) gaben an, über 21 Jahre in der Stadt zu leben. 16 Prozent lebten zwischen 11 und 20 Jahren in Hannover, 14 Prozent zwischen fünf und zehn Jahren und zwölf Prozent seien weniger als fünf Jahre ortsansässig.

Stimmungsbild zum Begriff „Integration“

Der Begriff „Integration“ hat sich bundesweit etabliert, doch wird er vielfach als einseitige Bringschuld der Eingewanderten verstanden. Dass das Gemeinte ein wechselseitiger Prozess ist, bei dem auch – oder gerade – die Aufnahmegesellschaft aktiv werden muss, werde sprachlich nach Meinung vieler Befragten bei diesem Begriff nicht deutlich.

Von den Befragten empfahlen 40 Prozent, den Begriff weiterhin zu verwenden, 25 Prozent rieten davon ab und 35 Prozent klickten auf „keine Antwort“. Das am häufigsten vorgebrachte Argument für die Beibehaltung des Begriffs war, dass der Begriff allgemein bekannt und für alle verständlich sei. Doch auch die Befürworter*innen zeigten Umsicht, indem sie relativierten, dass „darunter nicht Assimilation verstanden“ werden dürfe.

Unter den vorgeschlagenen Alternativen wurde „Teilhabe“ am häufigsten (22 Prozent) genannt, dicht gefolgt von „Inklusion“ (20 Prozent) und „Zusammenleben“ (15 Prozent).

Haltung zum Begriff „Migrationshintergrund“

Beim Begriff „Migrationshintergrund“ sprach sich der größere Teil der Teilnehmer*innen gegen die weitere Verwendung aus. 122 Teilnehmer*innen (27 Prozent) wollten daran festhalten und 161 (36 Prozent) wollten ihn ersetzen. Die am häufigsten vorgeschlagene Alternative war „Mensch mit Migrationsgeschichte“. Eine Teilnehmerin merkte an: „„Migrationserfahrung und -hintergrund sollten unterschieden werden und daraus sollten unterschiedliche Handlungsansätze für betreffende Maßnahmen zur Teilhabe ergeben“

Bei der Befragung handelte es sich nicht (!) um eine Abstimmung – sie diente lediglich der Veranschaulichung eines Stimmungsbildes. Die Ergebnisse der Befragung werden den Exper*innengruppen vorgelegt und fließen in deren Arbeit an der Neuauflage des LIP ein. Ein detaillierter Ergebnisbericht wird Ihnen in Kürze hier zum Download bereitgestellt.