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In Hannover zu Hause

Informationstag für Migrant/innen aus Bulgarien

Diskussionen, Informationen und orthodoxe Gesänge im Neuen Rathaus.

Die Landeshauptstadt Hannover (LHH) lud am 12. Juni unter dem Motto „Hannover begrüßt“ bulgarische Einwander/innen zu einem Informationsnachmittag ins Neue Rathaus ein. Etwa 250 Personen nahmen teil. Zu Beginn der Veranstaltung beeindruckte das Ensemble „Appasionato“ die Gäste mit Ludwig van Beethovens „An die Freude“. Im darauf folgenden Grußwort (alle Reden wurden ins Bulgarische übersetzt) nannte Bürgermeisterin Regine Kramarek Hannover eine „bekennende Einwanderungsstadt“ und lobte die damit einhergehende Vielfalt, die auch ein Zeichen von Freiheit sei. Die heutige Situation sei auch darauf zurückzuführen, dass die Verwaltung zusammen mit der Stadtgesellschaft seit Jahren darum bemüht sei, den Integrationsprozess auch von Neueingewanderte stetig zu verbessern.

Der Honorargeneralkonsul der Republik Bulgaren, Prof. Dr. Imeyer, war aus Hamburg angereist und zeigte sich in seiner Rede sehr erfreut über die positiven Signale, die er aus Hannover wahrnehme. Er wies auch auf einige Zahlen hin: So habe sich Anzahl der bulgarischen Staatsangehörigen in Hannover binnen sechs Jahren von 845 auf fast 3.000 erhöht. Imeyer lobte die Idee der Europäischen Union, denn nach Jahrzehnten des Krieges habe sich ihre Gründung und Realisierung als vielleicht wichtigster Meilenstein für den Frieden und der Verständigung in Europa erwiesen.

Anschließend sprach Dr. Günter Max Behrendt als Leiter des Sachgebiets Integration der LHH. Er betonte die allgemeinen Menschenrechte als oberste Leitlinie der hannoverschen Integrationspolitik. Zu diesen Menschenrechten gehöre auch der Schutz vor Diskriminierungen. Deshalb habe die Stadt auch seit mehr als 15 Jahren eine Antidiskriminierungsstelle, die auf Grundlage des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) berate und Menschen, die Diskriminierung erfahren, unterstütze. Er blickte in seinem Beitrag zurück auf die Entstehung des Lokalen Integrationsplanes (LIP) im Jahre 2008. Damit habe sich Hannover erstmals aktiv zu seinen Einwander/innen bekannt. Seither habe sich die Stadt im Zeichen der Willkommenskultur weiterentwickelt und bemühe sich, auch für Neueingewanderte einladend zu sein.

Nach den Reden teilten sich die Teilnehmer/innen in Workshops auf oder informierten sich an den verschiedenen Informationsständen, die im Flur aufgebaut waren. Im Mosaiksaal wurde über das Thema „Kita, Schule und Berufsausbildung“ diskutiert. Hier waren sowohl Eltern, als auch Lehrer/innen vertreten. Eine Teilnehmerin, die erklärte, schon seit 25 Jahren in Hannover zu leben, zeigte sich positiv überrascht über die heutigen Sprachförderungsangebote an hannoverschen Schulen. Ihre Tochter hätte sich seinerzeit noch selbstständig „durchkämpfen“ müssen. Dass die Vermittlung von Sprachkenntnissen nicht nur an Schulen stattfindet, zeigte die Ada-und-Theodor-Lessing-Volkshochschule im Raum Leipzig, wo sie ihr breitgefächertes Angebot an Deutsch- und anderen Sprachkursen präsentierte. Im Collegienzimmer informierten die „Integrationslots/innen“ über ihre Arbeit – sie helfen Neueingewanderten beim Zurechtfinden in Hannover und begleiten sie zum Beispiel zu Arztterminen. Und schließlich luden drei Integrationsbeiräte aus ihren jeweiligen Stadtbezirke zum Mitmachen ein.

Danach ließen die Teilnehmer/innen die Veranstaltung beim bunten Buffet und Folklore-Tanz ausklingen. Die Mitorganisatorin Gergana Naumann zeigte sich erfreut über den Veranstaltungstag und bezeichnete ihn als „Wertschätzung“ der bulgarischen Einwander/innen. Diese hätten sich geehrt gefühlt, dass die Stadt Hannover sich so viel Mühe gegeben habe.