Das offizielle Portal der Region und der Landeshauptstadt Hannover

Integrationsmonitoring

In welchen gesellschaftlichen Bereichen verlaufen Integrationsprozesse in Hannover erfolgreich und wo bestehen Defizite? Das Monitoring versucht Antworten zu geben.

Die ersten beiden Integrationsmonitoring-Berichte der Landeshauptstadt Hannover liegen nun vor, Sie können beide hier als PDF-Datei herunterladen.

Im Lokalen Integrationsplan wurde im Abschnitt 5.5 („Integrationsmonitoring und Controlling“) als Ziel formuliert, ein regelmäßiges integrationspolitisches Berichtswesen, ein so genannte Integrationsmonitoring, aufzubauen. Mit Hilfe diese nach und nach aufzubauenden Integrationsmonitorings soll sichtbar gemacht werden, in welchen Bereichen in Hannover Integrationsprozesse erfolgreich verlaufen und wo Defizite bestehen. Hierfür müssen statistische Kennzahlen, die so genannten „Indikatoren“, definiert werden, welche Auskunft über den jeweiligen Stand einiger Teilaspekte der Integration in die Stadtgesellschaft geben. Ziel des Vorhabens ist es also, den Stand von Integrationsprozessen über einen Zeitverlauf in seiner Entwicklung regelmäßig aufzuzeigen und überprüfbar zu machen.

Da es unabdingbar ist, bei der Einführung eines Integrationsmonitorings von vornherein auf die Kompatibilität der Daten im Städtevergleich zu achten, ist es sinnvoll sich an übergreifenden Standards zu orientieren. Einen solchen Standard hat Ende 2006 die Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt) vorgelegte. An dieser Grundlage hat sich das hannoversche Integrationsmonitoring entsprechend zunächst orientiert. An zweiter Stelle sind die Erfahrungen der Landeshauptstadt Wiesbaden einflossen, die aktuell soeben ihren sechsten Integrationsmonitoring-Bericht vorgelegt hat.

Gemeinsame Ausgangsannahme ist, dass Integration vor allem auf folgenden vier Ebenen gemessen/beobachtet werden sollte:

strukturelle Integration Eingliederung in die Kerninstitutionen: Arbeitsmarkt, Bildungssystem, politisches System etc.
kulturelle Integration Spracherwerb und Angleichung der Wertevorstellungen
soziale Integration Teilhabe am Privatleben der Aufnahmegesellschaft
identifikatorische Integration Entwicklung eines Zugehörigkeitsgefühls für die Aufnahmegesellschaft

Dieses Vier-Ebenen-Schema wurde für die Gliederung der Indikatoren des hannoverschen Monitorings übernommen. Aktuell umfasst dieser Set insgesamt 23 Indikatoren. Er ist allerdings nicht in Beton gegossen, sondern kann und muss sich in den nächsten Jahren weiterentwickeln, da beispielsweise die Aussagen zur identifikatorischen Integration sich bislang nur auf einen einzigen Indikator stützen können.

Einen Mangel kann allerdings auch die Orientierung an Standards und best practice-Beispielen nicht beseitigen, nämlich dass die bei den meisten Indikatoren geforderte Bezugnahme auf den Bevölkerungsanteil mit Migrationshintergrund mit dem gegenwärtig zur Verfügung stehenden Datenmaterial noch gar nicht möglich ist. Während die Daten des Einwohnermeldeamtes nach erster und zweiter Staatsangehörigkeit ausgewertet werden können, lassen die vorhandenen statistischen Daten anderer Quellen durchweg nur die Unterscheidung zwischen deutschen und ausländischen Personen zu, was den Aussagewert mindert. Dieser Mangel ist kurz- und auch mittelfristig nicht behebbar. Trotzdem ist es richtig, als Entwicklungsziel daran festzuhalten, dass langfristig die Daten auf die Eigenschaft „mit Migrationshintergrund“ bzw. „ohne Migrationshintergrund“ bezogen werden können müssen.

Landeshauptstadt Hannover