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Etwa 18 Personen stehen in zwei Reihen vor einem Fester des Gartensaals des Neuen Rathauses. Einige davon halten Urkunden in der Hand. © LHH

Die stolzen Teilnehmer nach der Verleihung der Zertifikate

Pilotprojekt

„Interkulturelle Kompetenz für Geflüchtete“

27 Teilnehmer erhalten Zertifikate im Neuen Rathaus.

Die gut gelaunten Gäste wurden am 22. August im Gartensaal des Neuen Rathauses mit klassischer und orientalischer Musik des „Trio Amer“ empfangen – einer syrischen Familie die auch mit ihren Instrumenten harmoniert. Eingeladen hatte die Landeshauptstadt Hannover, um den Abschluss des Kurses „Interkulturelle Kompetenz für Flüchtlinge“ gebührend zu feiern. Das Pilotprojekt war der Nachfolger eines Kurses, der im Jahr 2016 zunächst nur in der Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Oststadtkrankenhaus angeboten worden war.

In ihrem Grußwort dankte Sozialdezernentin Konstanze Beckedorf dem Rotary Club Hannover, der durch eine großzügige Spende zur Verwirklichung des Pilotprojekts beigetragen habe. In Hannover genieße Integration einen hohen Stellenwert und werde als wechselseitiger Prozess verstanden, bei dem nicht nur die Einwanderer/innen, sondern auch die Aufnahmegesellschaft gefragt seien. So sei man stets bemüht, „unvoreingenommen aufeinander zuzugehen“, um kulturelle Stolpersteine aus dem Weg zu räumen.

Schon beim Vorläufer im Oststadtkrankenhaus habe man „hervorragende Erfahrungen gesammelt“, und einer Konzept-AG im Bereich Migration und Integration den Auftrag für die konzeptionelle Weiterentwicklung erteilt . Die durchgehend positiven Rückmeldungen hätten nun die Stadt in der Entscheidung bekräftigt, das Projekt auch in Zukunft fortzusetzen und weiter zu verbessern. Die Teilnehmer hätten „Mut, Neugier und Offenheit“ bewiesen – genau die Eigenschaften, mit denen Integration gelinge.

In der anschließenden Diskussionsrunde gaben sowohl die Dozent/innen, als auch die Teilnehmer ihr Feedback zu ihren Erfahrungen und tauschten Anekdoten aus.  Die Runde wurde moderiert von Birgit Steckelberg (Sachgebiet Integration). Darin berichteten die Sozialarbeiter/innen vom großen Interesse der Teilnehmer/innen, das ihre Erwartungen übertroffen hätte. Viele Teilnehmer/innen wären es anfangs nicht gewohnt gewesen, eigene Standpunkte zu politischen und gesellschaftlichen Themen auch auf Deutsch zu vertreten. Doch im Laufe des Kurses sei immer wieder deutlich geworden, dass Themen wie Menschenrechte und Gleichberechtigung nicht nur theoretisch verstanden, sondern auch akzeptiert worden seien. Auch die Teilnehmer zeigten sich zufrieden. Der Kurs habe ihnen dabei geholfen, die Aufnahmegesellschaft mitsamt ihrer kulturellen Eigentümlichkeiten besser zu verstehen.

Nach der Runde überreichte Beckedorf den freudestrahlenden Teilnehmern ihre Zertifikate und lud ein zum anschließenden „Get Together“, wo die Gäste Zeit zum Kennenlernen und Austausch fanden. Saham Elgaban, der letztes Jahr selbst noch Teilnehmer gewesen war und zusammen mit den städtischen Sozialarbeiter/innen zum Co-Dozenten geschult wurde, zeigte sich erfreut über die Wertschätzung der Stadt und berichtete von den Entwicklungen der Teilnehmer/innen. „Der Besuch im Landesmuseum, und Multimedia-Vorführungen mit anschließenden Diskussionen konnten ein umfassendes Verständnis der Kultur und Gesellschaft erreichen. Dies hat sich im alltäglichen Leben der Teilnehmenden als hilfreich erwiesen.“ Er blickte optimistisch auf den kommenden Durchgang, in dem er das Grundgesetz in mehreren Sprachen austeilen wolle.