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Ramadanempfang 2012

„Der Islam gehört zu Hannover.“

Am 21. August war Senay Çelebi von der Schura Niedersachsen e.V. zu Gast im Neuen Rathaus.

Oberbürgermeister Stephan Weil hat wie jedes Jahr zum Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan am Dienstag, 21. August, muslimische Gemeinden und Organisationen aus Hannover im Neuen Rathaus empfangen.

Tunca Özçuhadar, Generalkonsul der Republik Türkei in Hannover zusammen mit seinem Religionsattaché Abdullah Gümüssoy zählten ebenfalls zu den Gästen, die die Gelegenheit nutzten mit VertreterInnen der Verwaltung, des Rats, des Migrationsausschusses und anderer Religionsgemeinschaften zusammenzukommen.

Senay Çelebi, Vorstandsmitglied und Beauftragte für Integrationsangelegenheiten der Schura Niedersachsen e.V., dem Landesverband der Muslime in Niedersachsen hielt die diesjährige Rede zum Ramadan-Empfang.

Der Oberbürgermeister betonte in seiner Rede, dass Gemeinsinn Kennenlernen und Miteinandersprechen braucht. „Muslime sind akzeptierte und willkommene Mitglieder der Stadtgesellschaft. Der Islam gehört zu Hannover“, sagte Weil.

Zugleich bedankte sich Weil für die herzliche Gastfreundschaft, die er bei seinen vielen Besuchen in Moscheen erlebt hat. Als Beispiel für Erfolge nannte der Oberbürgermeister den Fakt, dass mehr Kinder mit Migrationshintergrund in Kitas gehen. Weil rief alle Gemeinden auf, weiter in diese Richtung zu arbeiten. Aber auch die Integrierten Gesamtschulen produzieren Bildungserfolgsgeschichten von Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Den Staatsvertrag Hamburgs mit Muslimen hob Stephan Weil als nachahmenswert für Niedersachsen hervor.

Senay Çelebi begann ihre Festrede mit dem Gedenken an die Opfer des Terroranschlags in der Türkei. Einen ausdrücklichen Dank sprach sie dem Oberbürgermeister aus, der als erster Oberbürgermeister in der Bundesrepublik die Moscheen in Hannover besucht.

Empört zeigte sich Çelebi über das Gerichtsurteil von Berlin, das einer rechtspopulistischen Gruppe erlaubt, Karikaturen der Propheten vor Moscheen zu zeigen. Nach ihrer Meinung trägt dieses Urteil nicht dazu bei, die Gefahr von Rechts einzudämmen.

„Gerichtsurteile dürfen nicht dazu beitragen, den Glauben anderer Menschen zu verbieten oder deren Gefühle zu verletzen“, sagte die Vorstand-Beisitzerin der Schura Niedersachsen

Für die Landeshauptstadt fand die Muslimin lobende Wort: „In Hannover haben wir Muslime ein gutes Miteinander mit unseren Mitmenschen. In Hannover ist es möglich als Moslem im Friedhof islamisch begraben zu werden. Hier ist es möglich an den lokalen Integrationsbeiräten teilzunehmen und mitzuwirken. Das sind Ansätze, wo die Politik uns bei der Gestaltung ihrer Arbeit einlädt und unsere Meinung hört. Das ist ein Fortschritt, da die Mehrheit der Migranten Muslime sind, die keine deutsche Staatsbürgerschaft haben. Doch dies ist nicht ausreichend. Jedes zweite geborene Kind hat mittlerweile einen Migrationshintergrund. Das zeigt uns, dass wir gemeinsam eine Willkommenskultur gestalten müssen“, betonte Çelebi.

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