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Ramadanempfang 2014

Gelebte Willkommenskultur

Neunter Empfang des Oberbürgermeisters für muslimische Vertreter/innen im Neuen Rathaus.

Zwei Personen stehen nebeneinander und lächeln. Die Frau (links im Bild) trägt einen Blumenstraß in der Hand. © LHH

Oberbürgermeister Stefan Schostok (l.) und Amina Kusur (Schura Niedersachsen)

In diesem Jahr begrüßte erstmals Oberbürgermeister Stefan Schostok die gut 60 Vertreter/innen muslimischer Vereinigungen in Hannover zum alljährlichen festlichen Empfang im Mosaiksaal des Neuen Rathauses. Anlass des Empfangs war wie seit 2005 jedes Jahr das Ende des Fastenmonats Ramadan – einem der beiden Höhepunkte im islamischen Kalender. Neben den muslimischen Gästen waren wie immer auch Vertreter/innen des interreligiösen Dialogs, der Verwaltung und der Politik anwesend.

Oberbürgermeister Schostok freute sich in seiner Rede darüber, die bald zehnjährige Tradition des Ehrenempfangs für die muslimischen Organisationen im Rathaus fortsetzen zu können. Seit Antritt seines Amtes vor knapp einem Jahr habe er bereits etliche gemeinsame Veranstaltungen mit muslimischen Organisationen gehabt und sei auch schon zu Gast bei den verschiedenen der anwesenden muslimischen Vertreter/innen gewesen. Umso mehr sei es für ihn ein Vergnügen, sich nun für die Gastfreundschaft zu revanchieren. Die Willkommens- und Anerkennungskultur habe für ihn in Hannover einen sehr hohen Stellenwert. Wesentlicher Teil von Anerkennungskultur sei es, sich gegen jede Form von Ausgrenzung einzusetzen. Deshalb fördere die Stadt auch Initiativen wie „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ und er freue sich, dass es heute bereits 15 Courage-Schulen in Hannover gebe. Schostok warb außerdem für eine Beteiligung an der stadtweiten Diskussion unter dem Motto „Mein Hannover 2030“. „Ihre Beteiligung ist dringend erwünscht“, so Schostok, wenn die ganze Stadt über ein nachhaltiges Konzept für die Entwicklung unserer Stadt in den nächsten eineinhalb Jahrzehnten diskutiere. 

Danach trat Amina Kusur als Sprecherin der „Schura Niedersachsen – Landesverband der Muslime in Niedersachsen“ ans Rednerpult. Sie sagte, der diesjährige Ramadan sei von fröhlichen Ereignissen wie der gewonnenen Fußball-Weltmeisterschaft bestimmt gewesen, aber auch von Trauer über die zahlreichen unschuldigen Opfer, die in den gegenwärtigen Kriegen ihr Leben verloren. Kusur sprach sich insgesamt für mehr Akzeptanz der Religionen untereinander aus. Dabei ginge Hannover mit gutem Beispiel voran, denn die hiesigen Vertreter/innen verschiedener Religionen könnten zum Beispiel im Haus der Religionen erfolgreich zusammenarbeiten. Ihr herzliches Bekenntnis zu Hannover als ihrer Stadt traf im Saal auf viel Sympathie.

Der in Niedersachsen als Regelfach eingeführte schulische Islam-Unterricht sei ein wichtiger Schritt, um die Teilhabe muslimischer Jugendliche zu verbessern. Wer seinen Islam gut kenne, wisse auch, dass Extremismus und Gewalt strikt abzulehnen seien. Kusur schloss ihre Rede mit einem Appell, muslimische Jugendliche stärker zu fördern, denn jede Bildungsinvestition sei eine Investition für eine bessere Zukunft.

Nach den Reden lud OB Schostok ein zur Fortsetzung der Gespräche am Buffet mit einigen Kleinigkeiten aus der türkischen Küche. Die Gäste folgten dieses Einladung gern und ausführlich. Viele nutzten die Gelegenheit nicht nur zu einem persönlichen Gespräch mit dem Oberbürgermeister, sondern auch mit Sozialdezernent Walter und den Bürgermeister/innen, die alle drei anwesend waren.