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Mein Hannover 2030

„Zukunft in Vielfalt“

Veranstaltungstag: Migration und Willkommenskultur in Hannover

Die Landeshauptstadt Hannover (LHH) lud am 9. Mai die Stadtgesellschaft ins Neue Rathaus zum großen Veranstaltungstag „Zukunft in Vielfalt – Migration und Willkommenskultur“ ein. Der Tag war Teil des Beteiligungsprojektes „Mein Hannover 2030“, bei dem Einwohner/innen ihre Ideen und Wünsche aktiv in die Gestaltung ihrer Stadt einbringen können. Gut 400 Einwohner/innen nahmen am abwechslungsreichen Programm teil. Die Foren und Themen fanden in einzelnen Räumen statt, aber auch im Flur des Rathauses bauten knapp 20 hannoversche Akteur/innen Infostände auf, um über sich und ihre Arbeit zu informieren.

Die Eröffnungsrede hielt Prof. Dr. Rita Süssmuth. Die ehemalige Bundestagspräsidentin brachte ihre Freude darüber zum Ausdruck, dass Themen wie Integration und Inklusion in Hannover hoch auf der Agenda stünden – dies sei leider nicht in allen Kommunen der Fall. Schon während ihrer Amtszeit (1988-1998) habe sie sich gegen den Widerstand ihrer Parteikollegen in der CDU dafür ausgesprochen, dass die BRD sich zu ihren Migrant/innen bekennt und sich „Einwanderungsland“ nennt.

Anschließend amüsierte der Autor und Entertainer Osman Engin die Teilnehmer/innen mit Lesungen aus seinen humorvollen Büchern und einen eigens für den Tag geschriebenen Text über Willkommenskultur. Dabei machte er sich über die Statusbezeichnung „Einwanderer“ lustig, der seiner Auffassung nach suggeriert, man müsse permanent Auswandern, damit man auch täglich Einwandern könne, um dem Begriff gerecht zu werden.

Beim Bürgerdialog im Hodlersaal standen Sozialdezernent Thomas Walter und Doris Schröder-Köpf, niedersächsische Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Rede und Antwort. Die Runde wurde moderiert von Hanna Legatis (NDR). Dabei fragte eine Schülerin Walter, warum an hannoverschen Schulen überwiegend europäische Sprachklassen angeboten werden – sie würde gerne Farsi (Persisch) lernen, doch das sei an hannoverschen Schulen nicht möglich. Schröder-Köpf nahm Stellung zu weiteren Möglichkeiten und auch Grenzen der niedersächsischen Flüchtlingspolitik.

Im Collegienzimmer präsentierten die Integrationsbeiräte der Stadtteile (Buchholz-Kleefeld, Herrenhausen-Stöcken, Nordstadt) die Ergebnisse ihrer Workshops. Im März und April hatten sie sich in Workshops Gedanken darüber gemacht, wie man die Integration und Flüchtlingsbetreuung im jeweiligen Stadtteil verbessern könne. Dazu schrieben die Teilnehmer/innen Gedichte konkrete Handlungskataloge, aber auch Forderungen an die Stadt- und Landesverwaltung. Auch das mehrsprachige Internetportal „Welt-in-Hanover.de“ stellte sich und seine Arbeit im Raum Leipzig vor und warb zum Mitmachen. Jedermann könne auch in seiner Muttersprache journalistische Artikel schreiben, die dann in 14 Sprachen übersetzt auf dem Portal erscheinen würden. Das Portal ging vor gut zwei Jahren online und hat sich seitdem einen Namen gemacht, denn durch seine Mehrsprachigkeit wurde es zum wichtigen Orientierungspunkt für diejenigen hannoverschen Einwohner/innen, die noch kein Deutsch sprechen.

Am Nachmittag trat das „How I met my neighbour“-Ensemble, bestehend aus Schüler/innen und Flüchtlingen, auf, und zeigte eine Szenenauswahl ihres Stücks. Sie marschierten wie Zombies in den Mosaiksaal hinein, ließen nacheinander ihre identischen Masken fallen und stellten sich vor – eine künstlerische Anspielung, dass die Gesellschaft zwar viel über Flüchtlinge rede, doch selten die Menschen hinter diesem Begriff beachte. Mit einer Szene in der „Ausländerbehörde“ machten sie deutlich, wie man sich als Neuankömmling ohne ausreichende Sprachkenntnisse fühlt im Wirrwarr deutscher Verwaltungen. Ein Migrant versuchte, Informationen zu bekommen, ob und wann er denn endlich anfangen dürfe zu arbeiten. Doch statt der erhofften Arbeitserlaubnis wurde er zwischen Wartezimmern und Sachbearbeiter/innen hin- und hergeschickt und gab schließlich frustriert auf. In der letzten Szene kritisierten die Jugendlichen den Zustand der internationalen Politik, in der sich nur wenige Länder durchsetzen, während andere, der „Rest“, auf der Strecke blieben.

Mit dem gelungenen Veranstaltungstag hat die Landeshauptstadt Hannover deutlich gemacht, dass mit Hochdruck an der Verbesserung der Willkommenskultur gearbeitet werde und Impulse der Einwohner/innen gerne aufgenommen und nach Möglichkeit umgesetzt werden.

Nachstehend einige Impressionen des Aktionstages.

Landeshauptstadt Hannover