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SOR-SMC

Filmvorführung: „Die Arier“

Regisseurin Mo Asumang in der Realschule Misburg.

Was hat es eigentlich mit dem Begriff „Arier“ auf sich? Wer sind Arier, wo kommen sie her und wer ist kein Arier? Diesen Fragen ging die Regisseurin und Moderatorin Mo Asumang in ihrem Dokumentarfilm nach und räumte mit der weit verbreiteten Annahme auf, dass Arier – wie in der NS-Propaganda behauptet – blonde und blauäugige Deutsche wären.

Die Regisseurin besuchte am 12. November die Realschule Misburg, die zur bundesweiten Initiative „Schulen ohne Rassismus – Schulen mit Courage“ (SOR-SMC) gehört und zeigte den anwesenden Schüler/innen ihren Film. Sebastian Schmidt, Leiter der Stelle für Demokratiestärkung und gegen Rechtsextremismus begrüßte die Schüler/innen und ermunterte sie dazu, das Thema Diskriminierung und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit ernstzunehmen und Engagement zu zeigen. Asumang zeigte sich beeindruckt von der SOR-SMC-Initiative der Realschule Misburg und der Unterstützung durch die Landeshauptstadt Hannover.

Wahrscheinlich hatte sich bisher noch nie jemand filmisch konkret an das Thema Arier gewagt. Und das obwohl unter der vermeintlichen Marke "Arier" in Deutschland gegen Menschen anderer Religion, Hautfarbe oder Geschlechtsorientierung gehetzt und gemordet wurde und wird. Auf einer sehr persönlichen Reise versuchte Mo Asumang herauszufinden, was hinter der Idee vom "Herrenmenschen" steckt. Sie begab sich zu Pseudo-Ariern auf Nazidemos, reiste zu den wahren Ariern in den Iran, traf sich in den USA mit weltweit berüchtigten Rassisten und begegnete dem Ku Klux Klan.

In der anschließenden Fragerunde berichteten die anwesenden Jugendlichen bemerkenswert offen von ihren eigenen Erfahrungen mit Rassismus. So berichtete eine Schülerin, dass ie im Alter von 10 Jahren (!) rassistisch beschimpft worden sei, weil sie ein Kopftuch getragen habe. Asumang gab den Schüler/innen Tipps zum Umgang mit Rassismus. Es sei nicht immer klug, direkt Kontra zu geben, weil dies schnell eskalieren könne – das habe sie auch während der Dreharbeiten gemerkt. So sei bei diesen um Haaresbreite einem physischen Angriff entgangen. Doch solle man mit der Familie und Freunden darüber reden, statt Diskriminierungen einfach nur hinzunehmen.