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September 2009

IGS Kronsberg ist jetzt auch „Schule ohne Rassismus“!

Schulsprecher Ismail berichtet davon, wie „seine“ IGS eine Courage-Schule wurde.

Seit dem 18. September 2009 trägt nun auch die IGS Kronsberg als elfte Schule in Hannover den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Hier ein Bericht von Bauan Ismail, dem Schülervertreter und Schulsprecher der IGS Kronsberg:

Dieser Titel kam nicht von allein. Im Jahr 2007 wurde auf Anregung der Schulsozialarbeit der Schule eine AG „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ gegründet. Später haben die Schülerin Melina und der Schüler Thorben, beide derzeit im zehnten Jahrgang, die Leitung der AG übernommen und sich besonders engagiert. Sie waren von Anfang an begeistert von der Idee und beide haben dementsprechend viel Herzblut in dieses Projekt gesteckt.

Am Anfang stand die Erkenntnis, dass Rassismus nicht nur die Ablehnung, Ausgrenzung und Verfolgung Fremder ist, sondern dass Vorstufen auch Mobbing und Diskriminierung von Mitschülerinnen und Mitschülern, die vielleicht dicker sind, oder Sprachprobleme haben oder einfach nicht nur in die Gruppe passen, sein können.

Um diesen Erscheinungen entgegenzutreten, erstellte die AG, obwohl es an der IGS Kronsberg nie nennenswerte rassistische Vorfälle gegeben hat, regelmäßig Präsentationen zu diesen Themen, die den Schülerinnen und Schülern gezeigt und mit ihnen diskutiert wurden, um vorbeugend tätig zu sein.

Letztes Jahr lief dann die heiße Phase an. Um den Titel zu erlangen, musste eine Unterschriftensammlung bei den Schülerinnen und Schülern, den Lehrerinnen und Lehrern und den weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Schule durchgeführt werden, bei der sich mindestens 70 Prozent der Befragten für den Titel [und damit auch auch für das Einhalten der SOR-SMC-Regeln, Anmerkung der Red.] aussprechen. Der AG der Schule gelang es sogar – eigentlich kein Wunder bei der Vorarbeit die geleistet worden war – 83,5 Prozent aller Befragten zur Unterschrift zu bewegen.

Ein weiteres Kriterium für den Titel besteht darin, dass man einen Paten finden muss, der die Schule bei diesem Projekt unterstützt. Nachdem die Schülerinnen und Schüler zunächst über einen Fußballstar oder einen Popsänger nachgedacht hatten, kamen sie auf die Idee, den örtlichen Privatradiosender ffn anzusprechen. Der Sender sagte sofort zu, weil auch er für eine Welt ohne Rassismus eintritt. So konnte auf dem jährlichen Sommerfest, bei dem diesmal ein Redakteur von ffn die Moderation übernahm, diese neue Partnerschaft gefeiert und der Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ aus der Hand von Herrn Erbe aus dem Kultusministerium des Landes Niedersachsen entgegengenommen werden. Glückwünsche wurden auch vom Bürgermeister Herrn Strauch überbracht, der es sich nicht nehmen ließ, bei der Schulband als Schlagzeuger einzusteigen.

Die Verleihung des Titels „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ist, so sagten es die AG-Mitglieder, für alle ein Ansporn, weiterhin an der Schule aufklärend tätig zu sein.