Das offizielle Portal der Region und der Landeshauptstadt Hannover

Im März 2011

SOR-SMC: BBS Handel sprach über Fußball und Migration

Im Rahmen der Wanderausstellung „Ballarbeit. Szenen aus Fußball und Migration“ diskutierten die Schüler/innen mit ihrem Paten Spax und Vertretern vom ADV-Nord sowie der Initiative FARE.

Ballarbeit. Szenen aus Fußball und Migration © LHH

Das Titelbild der Ausstellung.

Eine intensive Podiumsdiskussion war der Höhepunkt der Wanderausstellung „Ballarbeit. Szenen aus Fußball und Migration“, die von Ende Februar bis Mitte März im Gebäude der BBS Handel der Region Hannover gastierte.

Den etwa 100 Schülerinnen und Schülern saßen am 3. März Dr. Arnaud Ngassa, der stellvertretende Vorsitzende vom „Afrikanischen Dachverband Norddeutschland e. V.“, Spax, der „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“-Pate der BBS Handel, sowie Ronald Noack von „FARE – Football Against Racism in Europe“, der für die Planung und Durchführung der Ausstellung verantwortlich ist, Rede und Antwort.

Aufhänger der Veranstaltung war die Frage „Hat Sarrazin jemals Fußball gespielt?“. Der ehemalige Bundesbankvorstand musste mit seinen umstrittenen Thesen für die meisten Kontrapunkte in der Diskussion sorgen, da sich die drei Personen auf dem Podium weitgehend einig waren. Während Noack für Menschen unterschiedlicher Herkunft vor allem sensibilisieren möchte und unter Integration die Schaffung eines (neuen) Ganzen versteht, stehen für Spax die Gemeinsamkeiten der hier Lebenden im Fokus und eben nicht die Unterschiede, die im Boulevard thematisiert werden. Er plädierte dafür, einander immer wieder neu kennenzulernen. Spax war sich darüber hinaus mit Dr. Ngassa einig, dass Migration als „Wanderung von Individuen oder Gruppen im geographischen Raum mit Wechsel des Wohnsitzes“ (Duden) ein „Uralt-Thema“ ist.

Ballarbeit. Szenen aus Fußball und Migration © LHH

Ronald Noack, Spax und Dr. Arnaud Ngassa (v.l.).

Auf die Finanzierung seines in Göttingen erworbenen Doktor-Titels angesprochen, erwiderte Dr. Ngassa, dass es für ihn stets eine Frage der Ehre und Würde sei, mit seinen gesunden Händen für sich und seine Familie zu sorgen, dass er Schicksal als Chance und als Möglichkeit sich zu entwickeln verstanden habe.

Dem Schülereinwand, dass noch viele Einwanderer kaum deutsch sprächen, setzte Dr. Ngassa entgegen, dass Integration ein Weg mit zwei Fahrtrichtungen sei, dass nicht nur gefordert werden dürfe, sondern die Sprachfähigkeit genauso gefördert werden müsse. Ein Schüler erzählte abschließend von seinen Großeltern, die der Armut entflohen waren. Im hiesigen Arbeitsalltag hätten Kraft und Zeit allein für die existenzielle Versorgung der Familie ausgereicht, weswegen die Sprachfähigkeit nur auf der Strecke bleiben konnte. Auch der Schüler erntete Applaus für seine Feststellung.

Dieser Artikel sowie die Bilder wurden freundlicherweise von der BBS Handel zur Verfügung gestellt.