Das offizielle Portal der Region und der Landeshauptstadt Hannover

Herbst 2009

SOR-SMC-Schule engagiert sich für das Vermächtnis von Anne Frank

Schüler/innen der Herschel-Schule aktiv als so genannte „peer guides“ in der Ausstellung „Anne Frank – ein Mädchen aus Deutschland“

„Solange die ganze Menschheit, ohne Ausnahme,
 keine Metamorphose durchläuft, wird Krieg wüten,
 wird alles, was gebaut, gepflegt und gewachsen ist,
 wieder abgeschnitten und vernichtet,
 und dann fängt alles wieder von vorne an“
(Anne Frank, 3. Mai 1944)

Ein Erfahrungsbericht des betreuenden Lehrers über die Realisierung des besonderen pädagogischen Konzepts der „peer guides“

Vier Schüler/innen, die als peer guides in der Anne Frank Ausstellung im Heinemanhof arbeiten © LHH

Vier Schüler/innen, die die Ausbildung als peer guides für die Ausstellung im Heinemanhof gemacht haben

Die Multimedia-Ausstellung „Anne Frank – ein Mädchen aus Deutschland“ machte Station in Hannover. Zu danken ist hierfür dem Projektkoordinator Holger Walla (Abitur 1975, Herschelschule), der unglaublich viel Zeit und Kraft investiert hat. Zum pädagogischen Konzept der Ausstellung gehört das Prinzip der „peer education“, das heißt, dass Gleichaltrige die Schülergruppen durch die Ausstellung führen.

Für Herrn Walla war es daher zunächst wichtig, Partnerschulen für diese Vorhaben zu gewinnen. Unter den „Schulen OHNE Rassismus – Schulen MIT Courage“ in der Region zeigte vor allem die Herschelschule eine entsprechende Bereitschaft, sich in dem notwendigen Umfang zu engagieren. 27 Schüler/innen haben dann ein zweitägiges Seminar zur Ausbildung von Ausstellungsbegleiter/innen – den so genannten „peer guides“ – besucht, das von zwei Trainern des Anne Frank Zentrums aus Berlin durchgeführt wurde.

Die Kosten für dieses Seminar beliefen sich auf 1.500 €, hierzu haben die „Ehemaligen“ der Herschelschule mit 400 € zur Finanzierung beigetragen. 500 € kamen von der SOR-SMC-Servicestation im Büro Oberbürgermeister, die restlichen 600 € vom Innenministerium. Dafür sei an dieser Stelle ganz herzlich gedankt!

Besucher in der Anne Frank Ausstellung im Heinemanhof © LHH

Besucher in der Anne Frank Ausstellung im Heinemanhof

In den folgenden Wochen haben die Begleitungsteams Besuchergruppen mit circa 500 Teilnehmer/innen durch die Ausstellung geführt und die Thematik der Judenverfolgung am Beispiel von Anne Frank eindrucksvoll dargestellt. Es war faszinierend zu erleben, wie unsere Teams sich auf die höchst unterschiedlichen Gruppen eingelassen und sich auf die Anforderungen eingestellt haben. Folgende Beispiele mögen die gewaltige Spannbreite verdeutlichen: die Betreuung einer Gruppe aus dem Blindenzentrum Hannover oder die Begleitung einer Gruppe mit sozialen und intellektuellen Benachteiligungen der Maler-Innung Hannover sowie die Begleitung einer Klasse aus einer Förderschule. Dabei ging die Altersbandbreite von einer 7. Klasse bis zum 13. Jahrgang!

Und noch eine Besonderheit: Die „peer guides“ mit muslimischen Hintergrund waren ganz besonders engagiert und haben glaubwürdig überzeugt. Diese Leistung verdient allerhöchste Anerkennung! Und für mich als betreuenden (ehemaligen) Lehrer war es eine arbeitsintensive, aber schöne Zeit!

Eckart Brix (OStR i.R. der Herschelschule)