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Podiumsgespräch

Christentum in Hannover

Vier gänzlich verschiedene christliche Migrationsgemeinden in Hannover stellten sich im Haus der Religionen vor.

Der Theologe und Vorsitzende des Hauses der Religionen, Prof. Wolfgang Reinbold, moderierte das Podiumsgespräch am 12.12. zur „Rolle der christlichen Migrations­gemeinden in Hannover“. Das Podium war besetzt mit dem Pfarrer und Leiter der polnischen katholischen Mission Tadeusz Kluba, dem aus Ägypten stammenden evangelischen Prediger Michel Youssif, dem serbisch-orthodoxen Erzpriester Milan Pejić und dem ghanaischen Pastor des Inter­national Gospel Center e.V., George Andoh.

Die Podiumsgäste berichteten zunächst über ihre eigene Migrations­geschichte, dabei stachen als verbindendes Element ihre Schwierigkeiten als Neuan­kömm­linge im Umgang mit den deutschen Behörden und Strukturen hervor.

In einer weiteren Runde stellten sie ihre höchst unterschiedlichen Gemeinden vor. Michel Youssifs Ge­meindemitglieder stammen mehrheitlich aus Nordafrika und Westasien, daher hält er seine Gottesdienste auf Arabisch ab und lässt sie bei Bedarf simultan ins Kurdische, Russische, Englische und ins Deutsche über­setzen. Tadeusz Kluba erklärte, dass in seinen Gemein­den auch zahlreiche Deutsche aus Mischehen zum Gottes­dienst kämen und Polnisch lernten. Manchmal zählten seine Gottesdienste bis zu 1.500 Besucher/innen. George Andoh berichtete nicht nur von sprach­licher Vielfalt in seiner Gemeinde, sondern diese vereine auch Angehörige verschiedener Glaubensbekenntnisse aus diversen afrikanischen Ländern. Ihre jeweiligen konfessionel­len Unterschiede als Methodisten, Anglikaner oder Pfingstler stünden jedoch zurück hinter der Verbundenheit durch die gemeinsame schwarzafrikanische Kultur und durch das Christentum insgesamt.

Milan Pejić erörterte, welche Schwierigkeiten mit dem Bau einer orthodoxen Kirche verbunden waren. Die Angehörigen der frühen Gastarbeitergeneration wollten mehrheitlich in ihre serbische Heimat zurückkehren, sie sahen in der Gründung einer serbisch-orthodoxen Kirche in Hannover keine Perspektive. Andere Gemeindemitglieder gingen verloren, weil sie überzeugt waren, mit der Annahme der deutschen Staatsangehörigkeit ihre orthodoxe Konfessionszugehörigkeit aufgegeben zu haben. Und wieder andere fanden keinen Kontakt zur orthodoxen Gemeinde, weil sie aus Furcht vor sozialen Nachteilen bei den Meldeämtern „evangelisch“ oder „katholisch“ als Religion angegeben hatten.

Alle Podiumsgäste stimmten darin überein, dass verschiedene Herkunftsländer und Konfessionen einer engeren Vernetzung nicht im Wege stehen sollten. Aufgrund der ähnlichen Erfahrungen mit den gesellschaftlichen Problemen und Anliegen ihrer Gemeindemitglieder sahen sie großen Bedarf, „Brücken zu schlagen“ und der ethnischen oder konfessionellen Isolation entgegenzutreten. Tadeusz Kluba lobte die Stadt Hannover für ihre vorbildliche Förderung der Integration. Zum Abschluss der Veranstaltung beschenkte er nach polnischem Brauch alle Anwesenden mit Oblaten mit eingeprägten weihnachtlichen Motiven.

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