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Etwa 50 Jugendliche sitzen auf den Treppenstufen am Hauteingang des Neuen Rathauses und blicken nach vorn. © LHH

Das gesamte Ensemble bestehend aus fünf Schulklassen vor dem Neuen Rathaus.

Politische Bildung

Youth Goes Democracy

Jugendliche feiern Demokratie-Festival im Neuen Rathaus.

Die Stadt lud ein und gut 450 Jugendliche kamen am 2. Juni zum diesjährigen Demokratietag ins Neue Rathaus, um Flagge zu zeigen gegen ausgrenzende und menschenfeindliche Ideologien.

Oberbürgermeister Stefan Schostok begrüßte die Menge im Kuppelsaal und stellte zugleich klar, dass er nichts von dem Klischee halte, nach dem Jugendliche sich nicht für Politik und Gesellschaft interessierten. In Hannover jedenfalls könne mit Blick auf ihr breites Engagement keine Rede davon sein. Doch auch in anderen Kommunen könne man beobachten, wie Jugendliche lautstark mitmischten. In Nürnberg beispielsweise hätten sich wenige Tage zuvor Jugendliche den Ordnungshüter/innen mutig in den Weg gestellt, um die Abschiebung ihres Mitschülers zu verhindern. Auch ein Blick in die Geschichte zeige, dass man die jungen Generationen nicht unterschätzen sollte. Auf den Tag genau vor 50 Jahren war der demonstrierende Student Benno Ohnesorg von der Polizei erschossen worden – dies könne er sich heute kaum noch vorstellen, denn über die Jahre habe sich vieles verbessert.

Nach der Eröffnungsrede führten Schüler/innen aus fünf Schulklassen ein Stück auf, dass sich um das Leben einer hannoverschen Prinzessin drehte und mit tobendem Beifall gefeiert wurde. Die Darsteller/innen zeigten sich inspiriert davon, dass Sophie Dorothea (1666-1726) trotz massiver Restriktionen niemals ihre Liebe zur Musik und Philosophie aufgegeben hatte. Kulturdezernent Harald Härke lobte das Ensemble für das gelungene Stück und beschenkte die Schaupieler/innen mit kleinen Aufmerksamkeiten.

Doch bei darstellerischen und musikalischen Darbietungen sollte es nicht bleiben, denn die Organisator/innen boten ein abwechslungsreiches Programm, bei dem für alle etwas dabei gewesen sein dürfte. Neben Infoständen im ganzen Rathaus wurden kreative Workshops angeboten, in denen man sich austoben konnte. So diskutierten die Jugendlichen über verschiedene Formen der Gewalt und informierten sich über Interessen und Zwänge im Mediensystem. Andere wiederum studierten eine Tanzperformance ein, oder duellierten sich im Poetry-Slam.

Die Jugendlichen bewiesen einmal mehr, dass politisches Engagement nicht ausschließlich Erwachsenen vorbehalten ist, und dass man auf lauten Protest ihrerseits zählen kann, wenn Populist/innen versuchen, sich die Deutungshoheit anzumaßen. Vor allem die inhaltlichen Workshops dürften zu einer breiten Beteiligungskultur und zu einem reflektierten Gerechtigkeitsverständnis beigetragen haben.

Folgende Vereine und Organisationen waren (u.a.) mit verschiedenen Workshops, Aktionen und Ständen aktiv am Festival beteiligt:

  • kommunaler Präventionsrat der Landeshauptstadt Hannover
  • Jugendschutz der Landeshauptstadt Hannover
  • Historisches Museum Hannover
  • Stadtteilkultur / Kulturelle Kinder- und Jugendbildung der Landeshauptstadt Hannover
  • Landespräventionsrat
  • Präventionsrat Buchholz-Kleefeld
  • Landeszentrale für politische Bildung
  • Polizeiakademie Niedersachen
  • Interkultureller Dienst der Polizeidirektion Hannover
  • Verein Politik zum Anfassen
  • FreeCan – freies Leben (ViA Linden e. V.)
  • Dialog macht Schule
  • SUANA (Frauenberatung für von häuslicher Gewalt betroffener Migrantinnen) und das Niedersächsische Krisentelefon gegen Zwangsheirat
  • Netzwerk Erinnerung und Zukunft in der Region Hannover e.V.