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Politische Bildung

Pimp your Town! 2014

Schulklassen simulieren Ratssitzung.

Alle teilnehmenden Schüler/innen im Ratssaal. Die meisten heben die Hand zur Abstimmung. © LHH

Sitzung aller Schüler/innen-Fraktionen im Ratssaal.

Zum sechsten mal führte die Landeshauptstadt Hannover (LHH) zusammen mit dem Verein „Politik zum Anfassen e.V.“ (PzA e.V.) das preisgekrönte Politik-Planspiel „Pimp your Town!“ durch. Schüler/innen aus vier verschiedenen Schulen schlüpften in die Rollen von Kommunalpolitiker/innen und simulierten am 30. Juni 2014 eine Sitzung des hannoverschen Stadtrates. Ein Presseteam der Glockseeschule begleitete sie dabei.

Im Vorfeld hatten sich die Klassen überlegt, wie sie Hannover gestalten würden und was sie dazu tun müssten – wären sie Kommunalpolitiker/innen. Mit Mitgliedern des Rates der Landeshauptstadt Hannover, der Stelle für Demokratiestärkung und gegen Rechtsextremismus und PzA e. V. arbeiteten sie sich in die Praxis der Ratspolitik ein und bereiteten sich auf die gemeinsame „Ratssitzung“ vor.

Am Morgen des 30. Juni begrüßte Oberbürgermeister Stefan Schostok die Schüler/innen im Ratssaal und zeigte sich erfreut über das Engagement der Klassen, ihre Stadt mitzugestalten. Er dankte den allen Beteiligten für ihren Einsatz im Zuge des Planspiels und wies darauf hin, dass die hannoverschen Politiker/innen im Stadtrat ehrenamtliche Arbeit leisteten. Dass Politik auch Spaß machen könne, sollten die Jugendlichen gleich selbst feststellen. 

Im Anschluss an die Begrüßung durch den Oberbürgermeister tagten die „Ausschüsse“. Vertrer/innen aller Klassen, beziehungsweise „Fraktionen“, diskutierten die 46 Anträge und wägten Argumente gegeneinander ab. Bei manchen Tagesordnungspunkten herrschte schnell Einigkeit, bei anderen konnten die Antragssteller/innen die anderen Fraktionen überzeugen – oder man blieb sich uneinig.

In den anschließenden „Fraktionssitzungen“ berichteten die Delegierten der Ausschüsse ihren Mitschüler/innen von den Sitzungen. Hier konnten sie vor der Hauptabstimmung Bedenken und neue Anregungen der anderen Klassen aus den Ausschüssen erklären und diskutieren, wie sie später möglichst geschlossen über die 19 übriggebliebenen Anträge als Fraktion abstimmen sollten.

Nach dem Mittagsbuffet mit frischem Obst und belegten Bagels ging es ans Eingemachte. Nun entschied sich, welche Anträge die Zustimmung der Mehrheit bekamen und welche scheiterten. Die Sitzung leitete der neue Erste Bürgermeister Thomas Hermann. Große Einigkeit herrschte beim Thema Ausstattung und Hygiene der Schultoiletten. Hermann merkte dabei verschmitzt an, dass dies auch im echten Rat ein Dauerthema sei. Auch die Forderungen der Sophienschule nach besserer Technik in den Schulen und einer engeren Vernetzung der Schüler/innen wurden mit großer Mehrheit beschlossen.

Weniger Einigkeit bestand bei der Forderung der berufsbildenden Schule BBS6 nach mehr Parkplätzen an Schulen, auch für Schüler/innen. Doch die Jugendlichen argumentierten überzeugend und wurden auch von denjenigen Klassen unterstützt, in denen niemand einen Führerschein besaß. Knapp wurde es bei einem Teilantrag der Lotte-Kestner-Schule mit der Forderung nach einem Vergnügungspark in der hannoverschen Innenstadt. Die Fraktion der Sophienschule stimmte geschlossen dagegen, doch einige Abgeordnete der BBS6 schienen hin- und hergerissen. Die Abstimmung endete mit 28 Ja- und 28 Nein-Stimmen bei neun Enthaltungen. Damit konnte der Antrag nicht die erforderliche Mehrheit der Stimmen gewinnen. Für die Fraktion der Franz-Mersi-Schule war Barrierefreiheit das Thema des Tages. Sie setzten sich durch mit der Forderung nach Rollstuhlrampen an ihrer Schule und eine farbliche Kennzeichnung der Treppenstufen, damit Menschen mit Sehschwächen sich besser orientieren können.

Die zweieinhalbstündige Sitzung gab den Schüler/innen einen Eindruck davon, wie praktische Mitwirkung auf kommunaler Ebene funktioniert und wieviel Spaß Politik bereiten kann. Aaron Ndombele und Moritz Billerbeck von der Sophienschule fanden die Veranstaltung interessant, kamen aber zur Erkenntnis, dass Politik auch Einsatz erfordert. „Ich hätte nicht gedacht, dass Politik soviel Arbeit bedeutet.“, so Aaron.

Im nächsten Schritt werden die im Planspiel beschlossenen Anträge durch die Ratspolitik behandelt.