FAQs

Fragen und Antworten zum Poolmodell für Schulassistenz in der Region Hannover

1. Worin unterscheidet sich die Hilfe im Einzelfall und im Poolmodell?

Im Poolmodell für Schulassistenz gibt es einen Leistungserbringer für Schulassistenz als festen Kooperationspartner an der Schule. Dieser stellt ein Team aus Schulassistenzkräften zusammen, das die Unterstützung der Schülerinnen und Schüler mit Anspruch auf eine Schulassistenz an dieser Schule sicherstellt. Die Sorgeberechtigten werden bei der Auswahl des Kooperationspartners eingebunden. Dabei kann die Hilfe flexibel organisiert werden, sodass die Schülerinnen und Schüler genau so viel Unterstützung erhalten, wie es förderlich für ihre Entwicklung und die Bewältigung des Schulalltags erscheint. Dabei können sich beispielsweise mehrere Schülerinnen und Schüler eine Schulassistenzkraft teilen.

Die Hilfe im Einzelfall bedeutet, dass für eine/n Schüler/in eine Schulassistenzkraft eingesetzt wird, die bei einem durch die Sorgeberechtigten ausgewählten Leistungserbringer angestellt ist. Für Schülerinnen und Schüler an einer Schule, die nur wenige Kinder mit Schulassistenzbedarf besuchen, ist diese Art der Hilfegewährung weiterhin eine gute Unterstützungsmöglichkeit. Zu Schwierigkeiten kann es dann kommen, wenn an einer Schule viele verschiedene Leistungserbringer tätig sind, die sich in ihrer Arbeitsweise stark unterscheiden, sich gegenseitig nicht vertreten können und keinen gemeinsamen Blick auf die Schülerinnen und Schüler werfen können bzw. dürfen. In diesen Fällen kann das Poolmodell für Schulassistenz eine Alternative sein.

2. Ist es schon ein Poolmodell, wenn sich 2 Kinder eine Schulassistenz teilen?

Nein, diese Form der Hilfe nennen wir in der Region Hannover „geteilte Schulassistenz“.

Es ist möglich, dass sich auch ohne eine Kooperation im Poolmodell zwei Kinder eine Schulassistenzkraft teilen. Diese wird wie in der Hilfe im Einzelfall für genau diese beiden Schüler/innen eingesetzt. Diese Form der Hilfe kann zum Beispiel für zwei Schüler/innen in einer Klasse sinnvoll sein.

3. Müssen für das Poolmodell Anträge auf Eingliederungshilfe gestellt werden?

Ja, auch für die Unterstützung im Poolmodell müssen je Schüler/in ein Antrag auf Eingliederungshilfe nach §35a SGB VIII bzw. §112 SGB IX gestellt werden.

4. Müssen sich alle Kinder im Poolmodell die Schulassistenzen teilen?

Nein, auch im Poolmodell wird genau auf die Bedarfe der Schülerinnen und Schüler geachtet und nur dort die Hilfe geteilt erbracht, wo es für die Entwicklung der Jungen Menschen förderlich erscheint.

5. Dürfen sich die Schulassistenzen auch um andere Kinder kümmern?

Die Schulassistenzkräfte dürfen nur die Kinder unterstützen, für die eine Schulassistenz beantragt und bewilligt wurde. Ziel des Poolmodells ist es jedoch auch, dass sich das Schulassistenzteam gut in die schulischen Abläufe und Strukturen integrieren kann, sodass es durch die Schülerinnen und Schüler nicht als „Fremdkörper“ wahrgenommen wird.

6. Müssen alle Kinder mit Schulassistenz an einer Schule am Poolmodell teilnehmen?

Nein, wenn es Schülerinnen und Schüler gibt, für die die Teilnahme am Poolmodell nicht passend erscheint, kann in diesem Fall auch ein anderer Leistungsbringer die Schulassistenz einstellen. Dies kann zum Beispiel sinnvoll sein, wenn das letzte Schuljahr vor einem Schulwechsel ansteht oder eine sehr enge Beziehung zwischen Schüler/in und Schulassistenz notwendig erscheint und nicht unterbrochen werden soll.

7. Wer teilt die Mitarbeiter im Poolmodell ein?

Die Schulassistenzen sind bei einem Anbieter angestellt. Daher ist auch dieser für die Personalplanung im eigentlichen Sinne zuständig. Im Poolmodell soll die Koordination, also die tägliche Einteilung der Schulassistenzen, jedoch gut zwischen Schule und Anbieter abgestimmt werden.

8. Wie wird im Poolmodell mit Randzeiten umgegangen?

15 Minuten vor Schulbeginn kann das Schulassistenzteam seine Unterstützung beginnen, sodass ein geregelter und ruhiger Start in den Schultag gewährleistet ist.

9. Ist der Ganztag mit abgedeckt?

Ja, auch die notwendige Unterstützung im Ganztag wird im Poolmodell für Schulassistenz abgedeckt.

10. Kann die Schulwegbegleitung im Poolmodell sichergestellt werden?

Ja, wenn laut Bedarfsermittlung eine Schulwegbegleitung notwendig ist, kann diese neben dem Poolmodell sichergestellt werden. Eine Schulwegbegleitung muss jedoch aus organisatorischen Gründen von den Sorgeberechtigten gesondert beantragt werden.

11. Was passiert, wenn während des Schuljahres ein Kind neu dazu kommt?

Wenn ein weiteres Kind mit Unterstützungsbedarf während des laufenden Schuljahres an die Schule wechselt, wird dieses in der Kalkulation der Stunden berücksichtigt. Es erfolgt eine unterjährige Anpassung.

12. Was passiert, wenn während des Schuljahres ein Kind die Schule verlässt?

Für den Fall, dass ein Kind mit Unterstützungsbedarf die Schule während des laufenden Schuljahres verlässt, wird dies in der Kalkulation der Stunden berücksichtigt. Es erfolgt eine unterjährige Anpassung.

13. Wer ist für die Bedarfsermittlung im Poolmodell zuständig?

Die Bedarfsermittlung erfolgt für Kinder mit einer (drohenden) körperlichen oder geistigen Behinderung durch die zuständige Fachkraft im Teilhabeplanungsteam der Region Hannover oder des Fachbereichs Soziales der Landeshauptstadt Hannover. Für Kinder mit einer (drohenden) seelischen Behinderung erfolgt die Bedarfsermittlung durch die zuständigen Fachkräfte im Teilhabeplanungsteam der Region Hannover bzw. durch die Fachkräfte bei den eigenständigen Jugendhilfeträgern (Landeshauptstadt Hannover, Burgdorf, Laatzen, Langenhagen, Lehrte)

14. Wie funktioniert die Bedarfsermittlung?

Wenn für eine/en Schüler/in ein Antrag auf Eingliederungshilfe (z.B. Schulassistenz) gestellt wurde, wird nach der Prüfung der örtlichen und sachlichen Zuständigkeit ganz individuell geprüft, welche Voraussetzungen der junge Mensch mitbringt, worin seine Stärken und Ressourcen liegen und in welchen Bereichen er Unterstützung benötigt, um am Unterricht und dem Schulalltag teilhaben zu können. Dabei finden auch Unterlagen, wie z.B. fachärztliche Stellungnahmen oder Berichte der Schule Berücksichtigung. Diesen Vorgang nennt man Bedarfsermittlung.

15. Wie wird der individuelle Bedarf der Kinder, die am Poolmodell teilnehmen, berücksichtigt?

Nach der individuellen Bedarfsermittlung wird die Zusammensetzung der Klassen und die Bedarfe der Schüler/innen im Zusammenhang betrachtet. Dabei fließen die Einschätzungen der Schüler/innen selbst, der Lehrkräfte, der Förderschullehrkräfte, der Sorgeberechtigten und der Schulassistenzkräfte in die Entscheidung der Fachkraft beim Träger der Eingliederungshilfe bzw. Jugendhilfe ein. Überall dort, wo die Unterstützung durch nur eine Schulassistenzkraft für mehrere Kinder ausreicht, wird dies möglich gemacht.

16. Was passiert, wenn ein Kind mit der eingeteilten Schulassistenzkraft nicht zurechtkommt?

Dadurch, dass ein Team von Schulassistenzkräften für die Unterstützung der Kinder einer Schule gemeinsam zuständig ist, können die Zuordnungen bei Bedarf angepasst werden.

17. Wer entscheidet, welcher Anbieter im Pool mitarbeitet?

Die Eltern/Sorgeberechtigten einigen sich gemeinsam mit der Schule auf einen Anbieter für Schulassistenz, mit dem im Poolmodell kooperiert werden soll.

18. Was ist eine Interessenbekundung für das Poolmodell?

Das Poolmodell für Schulassistenz wird nur für die Kinder umgesetzt, die mit dieser Organisation der Unterstützung einverstanden sind. Stellvertretend unterschreiben die Eltern/Sorgeberechtigten dazu eine Interessenbekundung.

19. Was ist die Kooperationsvereinbarung zum Poolmodell?

Zwischen Schule, Leistungserbringer und dem Träger der Eingliederungshilfe bzw. Jugendhilfe wird eine Kooperationsvereinbarung geschlossen. In dieser sind die Aufgaben und die Verantwortung der verschiedenen Akteure und die gemeinsamen Absprachen zur Kommunikation festgehalten.

20. Ich bin Schulleitung und möchte ein Poolmodell an meiner Schule installieren, an wen kann ich mich wenden?

Sie können sich mit Ihren Fragen, Ideen und Vorstellungen sehr gerne an die Region Hannover wenden.

Kontakt: Sarah Denhoff Tel.: 0511 61625731 E-Mail: fachplaung-eingliederungshilfe@region-hannover.de

21. Ich bin Sorgeberechtigte/er und möchte gerne, dass an der Schule meines Kindes ein Poolmodell installiert wird. An wen kann ich mich wenden?

Sprechen Sie die Schule Ihres Kindes auf das Poolmodell an. Falls das Modell nicht bekannt ist, verweisen Sie auf diesen Internetauftritt und den Informationsflyer für Schulen.

Gerne können Sie sich mit Ihren Fragen und Ideen auch direkt an die Region Hannover wenden:

Kontakt: Sarah Denhoff Tel.: 0511 61625731 E-Mail: fachplaung-eingliederungshilfe@region-hannover.de