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Land Niedersachsen

Hörklinik soll realisiert werden

Deutliche Botschaft im Gepäck: Staatssekretärin Dr. Sabine Johannsen verspricht beim 20. Cochlea-Implantat-Kongress in Hannover bauliche Lösung für integrierte Hörsystemversorgung.

Das Ministerium bekennt sich zu den Plänen, in direkter Nähe zur Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) eine Hörklinik zu unterstützen. "Wir haben ein ganz großes Interesse daran, eine Hörklinik im Rahmen des finanziell Machbaren zu realisieren, um den international sichtbaren Leuchtturm Hören und Cochlea-Implantate zu halten und auszubauen. Nehmen Sie uns beim Wort!", erklärte die Staatssekretärin vor rund 150 Gästen des Kongresses. Damit wird ein lang gesetztes Ziel von HNO-Klinikdirektor Professor Dr. Thomas Lenarz, MHH-Präsident Professor Dr. Christopher Baum und MHH-Vizepräsident Dr. Andreas Tecklenburg, zuständig für das Ressort Krankenversorgung, offenbar in Angriff genommen.

Derzeit lange Laufwege für Patienten und Beschäftigte

Bereits seit vielen Jahren verbessert Professor Lenarz mit seinem Team die Versorgungsstrukturen von Menschen mit Hörstörungen – trotz der baulichen Situation der 50 Jahre alten MHH, die eine stringente Diagnostik und Therapie durch lange Laufwege für Patienten und ein räumlich zersplittertes arbeitendes Team immer wieder vor große Herausforderungen stellt. Das soll sich nun durch die Konzentration an einem Ort und mit der Errichtung der Deutschen Hörklinik ändern. Das Zeitfenster: Innerhalb der nächsten Jahre soll das Projekt verwirklicht werden.

Herausragende Forschung und Versorgung

Schon jetzt ist die HNO-Klinik der MHH in der Versorgung von Menschen mit implantierbaren Hörsystemen, aber auch in der Hörforschung herausragend in Niedersachsen – mit internationaler Strahlkraft. "Wir sind extrem gespannt, wie es jetzt in der Exzellenz-Initiative weitergeht. Wir setzen auf die weiteren Förderungen der Deutschen Forschungsgemeinschaft, um voranzukommen. Wir werden in jedem Fall alles dafür tun, dass die Langfristigkeit dieser Entwicklung garantiert bleibt, und ich wünsche allen Beteiligten auf der forschenden Seite und allen Betroffenen, dass diese Entwicklungen rasch voranschreiten, so dass wir hier nicht nur den Standort entwickeln, sondern das Beste tun für die Menschen, für die diese Entwicklungen notwendig sind", berichtet MHH-Präsident Professor Dr. Christopher Baum. Ziele in der Hörforschung sieht die HNO-Klinik etwa in der Implementierung von künstlicher Intelligenz, Optoakustik oder Mikro-Medikation auf Nanopartikelebene – das sind nur einige Schlagworte, die die Zukunft von Hörsystemen wie dem Cochlea-Implantat (CI) beschreiben, um das technisch gestützte Hören dem biologischen immer mehr anzugleichen.

"Industrie sollte mehr auf Patienten hören"

Einen Wunsch von Patientenseite hat der angehende HNO-Arzt und Cochlea-Implantatträger Vincent Puppe beim CI-Kongress formuliert: "Es wäre schön, wenn die Industrie mehr auf uns Patienten hört und unsere Anregungen umsetzt", sagte Vincent Puppe, der wie etwa 50.000 Menschen in Deutschland nur deshalb hört, weil seine defekten Innenohren mit dem Cochlea-Implantat ersetzt sind. Als Vertreter der Hörsystemhersteller hat Hansjürg Emch von Advanced Bionics sich eine entsprechende Notiz gemacht. Die Zahl der mit diesem Hörsystem versorgten Kinder und Erwachsenen wächst stetig, weltweit wird für das Jahr 2020 der ein millionste CI-Patient prognostiziert. Der Erfolg dieser Neuroprothese geht auf die Pionierleistung der Medizinischen Hochschule Hannover im Jahr 1984 und deren konstante Forschung zur Verbesserung des Systems zurück. Das Deutsche HörZentrum ist dabei integraler Bestandteil der HNO-Klinik der MHH und somit Grundlage für die Exzellenzentwicklung innerhalb der Wissenschaft zum Thema Hören in Niedersachsen.  

(Veröffentlicht am 6. September 2018)