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Wunstorfer Asbesthalde soll vor Ort gesichert werden

Umweltdezernent Prof. Dr. Axel Prieps teilte mit, dass Kostenabschätzungen für die Vor-Ort-Sicherung in Luthe sprächen.

Hannover, den 28.05.09

Wunstorfer Asbesthalde: Kosten sprechen für eine Vor-Ort-Sicherung in Luthe

Hannover/Wunstorf – Die Region Hannover legt Kostenschätzungen für  einen Abtrag der im Wunstorfer Ortsteil Luthe lagernden Asbestzementabfälle auf einer Fremddeponie sowie eine Vor-Ort-Sicherung der Halde vor. „Durch die Entsorgung des Materials auf einer dafür zugelassenen Deponie außerhalb der Region Hannover würden Kosten in einer Gesamthöhe von rund 9,6 Millionen Euro entstehen. Auf die Region käme  eine Belastung von rund 5,4 Millionen statt der 781.000 Euro zu, die der ursprünglich vereinbarte Finanzierungsplan zur Sanierung des Fulgurithalde vorsieht“, sagte heute Prof. Dr. Axel Priebs, Umweltdezernent der Region Hannover. „Angesichts der Haushaltslage der Region Hannover halte ich ein freiwilliges Engagement in dieser Höhe für nicht vertretbar.“

Priebs präsentierte neue Gutachterberechnungen, die die Region als Konsequenz aus dem Beschluss des OVG Lüneburg zur Ablagerung von asbesthaltigen Materialien auf der Deponie in Lahe hatte anstellen lassen: „Seitdem  feststeht, dass eine Nutzung der Deponien in Lahe und Kohlenfeld aus zeitlichen und wirtschaftlichen nicht infrage kommt, haben wir unsere weiteren Prüfungen auf die Varianten vollständige Fremdentsorgung oder Sicherung der Halde vor Ort konzentriert.“

Preisanfragen über die Niedersächsische Gesellschaft zur Endablagerung von Sonderabfall mbH (NGS) ergaben geschätzte Gesamtentsorgungskosten von rund 9,6 Mio. Euro. Prof. Priebs: „Dabei sind wir davon ausgegangen, dass nach dem vorliegenden Beschluss des OVG auch bei Entsorgung auf einer Fremddeponie die Anlieferung in Big Bags zu erfolgen hat.“ Im Vergleich dazu sei die Variante Vor-Ort-Sicherung die deutlich kostengünstigere Option.

Eine von einer Hamburger Ingenieurgesellschaft erstellte Kostenplanung geht davon aus, dass für die Oberflächenabdeckung, noch notwendige Planungskosten sowie eine 50jährige Nachsorge mit kapitalisierten Gesamtkosten von knapp 2,9 Mio. Euro gerechnet werden muss. „Da diese Kosten vollständig von der Region zu tragen wären, ergibt sich mithin eine Kostendifferenz von etwa 2,5 Mio. Euro zur Variante Fremdentsorgung“, sagte der Umweltdezernent. „Die Verwaltung hat stets betont, dass ein Abtrag der Halde grundsätzlich Priorität genießt, weil auf diese Weise gleichzeitig eine nutzbare Gewerbefläche in Wunstorf geschaffen würde. Wir prüfen daher auch noch ein schrittweises Vorgehen sowie die Frage eines  zusätzlichen  finanziellen  Engagements Dritter. Für den Fall, dass diese Prüfungen negativ verlaufen, wird die Verwaltung von einem Abtrag der Halde absehen müssen und stattdessen unverzüglich für eine fachgerechte und nachhaltige Vor-Ort-Sicherung sorgen.“

Priebs berichtete, dass in diesem Zusammenhang auch noch einmal die Frage eines möglichen zivilrechtlichen Haftungsdurchgriffs auf die Gesellschafterin der Fulgurit Holding GmbH, die Oesterheld Industrie-Beteiligungen GmbH, geprüft worden sei: „Auch nach einer neuerlichen Prüfung dieser Materie ist allerdings zu konstatieren, dass sich an unserer Einschätzung, nach der die Erfolgsaussichten eines solchen Vorgehens äußerst schlecht wären, nichts geändert hat.“

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