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Gefahrstoff Asbest

Warum die Sanierung der Fulgurit-Halde notwendig ist!

Herstellung, Handel und Verwendung von Asbestprodukten ist in der EU wegen der damit verbundenen Gesundheitsverfahren verboten.

Historisches Luftbild des Fulgurit-Geländes

Historisches Luftbild des Fulgurit-Geländes von 1963

Kein Baustoff ist so in Verruf geraten wie Asbest. Der Einsatz der noch vor Jahrzehnten hoch geschätzten „Wunderfaser“ ist wegen der von ihr ausgehenden, erwiesenen Gesundheitsgefahr in Deutschland seit 1993 generell untersagt. Seit dem 01. Januar 2005 besteht in allen EU-Ländern ein totales Verbot für Herstellung, Handel und Verwendung von Asbestprodukten. Asbest stellt heute primär ein Entsorgungsproblem dar. Auch in der Region Hannover.

Einer der wichtigsten Produktionsstandorte für Asbesterzeugnisse in Deutschland war die 1912 gegründete Firma Fulgurit in Luthe. Am Ostrand der Stadt Wunstorf wurde der natürliche Rohstoff vor allem in der Nachkriegszeit im großen Maßstab verarbeitet. Asbest, ein Mineral mit festen Fasern, musste dazu aufgelockert, gereinigt und mit flüssigem Zement zu einer zähen Masse verrührt werden. Im anschließenden Formungsprozess entstanden dann gegen Hitze und Säure widerstandsfähige Platten, Ziegel, Rohre oder Blumenkästen.

Bei der Herstellung der Asbestzementprodukte fällt als Abfall ein Schlamm an, der auf dem Gelände in eine eigens angelegte Deponie mit Poldern gepumpt wurde. Die Rückstände aus der Produktion
des 1990 geschlossenen Unternehmens – über 160.000 Kubikmeter vorwiegend Asbestzementschlamm – verblieben in Luthe und türmen sich seitdem zu einer nur provisorisch mit Mulch ummantelten Halde. Ohne aufwändige Sicherungsvorkehrungen geht von dieser Altlast eine Gefahr für das Grundwasser aus. Durch Verwitterung und Verwehung droht überdies eine Freisetzung von Asbestfasern.

Ein erster Sanierungsplan vom Juli 2010, der eine Entsorgung auf geeignete Deponien vorsah, konnte aufgrund verschiedener Probleme nicht umgesetzt werden. Im Mai 2014 hat die Regionsversammlung deshalb beschlossen, die Halde auf dem ehemaligen Fulgurit-Werksgelände an ihrem Standort dauerhaft zu sichern. Dafür wurden umfangreiche Untersuchungen vorgenommen und detaillierte Planungsgrundlagen von Fachleuten erarbeitet. Ende Januar 2016 beginnen mit der Entfernung des Aufwuchses auf dem Haldenkörper die Sanierungsarbeiten.