Das offizielle Portal der Region und der Landeshauptstadt Hannover

Zuletzt aktualisiert:

Fulgurit

Welche Gefahren gehen von der Halde aus?

Darstellung der unterschiedlichen Gefahrenbereiche

Blick von der Straße aus auf die Asbesthalde Luthe, Bäume und Sträucher wachsen auf dem Deponiekörper. © Region Hannover

Die Fulgurit-Halde an der Adolf-Oesterheld-Straße im November 2015

Gegen Ende der Asbestproduktion in Luthe wurden die Produktionsrückstände mit wenigen Zentimetern Mulch und Grassamen bedeckt. Auf dieser dünnen Schicht über dem eigentlichen Haldenmaterial siedelten sich insbesondere schnell wachsende Birken an. Optisch sicherlich ein Gewinn stellt der unkontrollierte Aufwuchs auf der Halde aber dauerhaft eine Gefahr dar. Durch umstürzende Bäume oder Erosionen nach Starkregen besteht ohne ausreichende Sicherungsmaßnahmen immer die Gefahr, dass die Oberfläche des Ablagerungsmaterials zu Tage tritt. Trocknet das dabei freigelegte asbesthaltige Material aus, können Asbestfasern in die Umgebungsluft freigesetzt werden. Als Feinstaub werden die kristallinen Nadeln über die Atmungsorgane aufgenommen und können so bis in das Lungengewebe vordringen. Um dieses Risiko zu minimieren, wurden in den letzten Jahren im Auftrag der Region Hannover wiederholt Bindemittel in freigelegten Bereichen aufgebracht.

Von der Asbestzementschlammhalde gehen keine direkten Gefährdungen für das Grundwasser aus, da die abgelagerten Stoffe nur wenig wasserlöslich sind. Allerdings ist das Sickerwasser, das sich aus dem Niederschlagswasser durch Kontakt mit dem Abfallmaterial bildet, stark alkalisch und verändert den pH-Wert im Grundwasser erheblich, wodurch aus dem Untergrund der Halde natürlich im Boden vorhandenes Arsen gelöst wird. Des Weiteren wurden im Vorfeld der Halde kleinflächige Bodenverunreinigungen durch Mineralöl (MKW) festgestellt.