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Zentralisierung

Bei einer zentralen Heizungs- und Warmwasseranlage stehen Kessel und Speicher an einem zentralen Ort, z.B. im Keller. Hier wird die nötige Wärme für die Heizung und evtl. auch für das Warmwasser erzeugt. Über Rohrleitungen wird das Warmwasser dann zu den einzelnen Heizkörpern oder Zapfstellen transportiert.

Was ist ein dezentrales Heizungssystem? 

In Mehrfamilienhäusern findet man häufig Gasetagenheizungen oder eine wohnungsweise Beheizung.

Vorteil:

Alle Mieterinnen und Mieter können direkt auf ihre Heizung zugreifen, haben einen eigenen Vertrag mit dem Energieversorger und tragen die Kosten für die Zähler (Grundgebühr!). Damit sind sie aber auch für die Heizungswartung zuständig. Die Vermieterinnen und Vermieter haben in diesem Fall so gut wie keine „Arbeit“.

Nachteile:

Befinden sich in einem Gebäude 16 Wohnungen, gibt es in dem Haus auch 16 Heizungen, 16 Pumpen usw. Jede dieser Heizungen ist ein wenig größer (in der Leistung) als für die Beheizung der Wohnung notwendig wäre (Auslegung der Kombi-Thermen richtet sich nach der Leistung für die Warmwasserbereitung). Ausgehend von 16 Wohnungen ist das in der Summe sehr viel mehr Leistung als eigentlich nötig wäre. Hinzu kommen die Einzelverluste der jeweiligen Geräte sowie der Mehrverbrauch für den „Pumpenstrom“.

Was sind die Vorteile einer Zentralisierung?

Es wird nur noch ein gemeinsames Gerät benötigt. Anschaffungs-, Wartungs- und Instandhaltungskosten werden geringer. Die „Anlagenverluste“ fallen nur noch bei einem Gerät an und die Energieausbeute vergrößert sich.

Wird eine zentrale Heizungsanlage für mehrere Mietparteien genutzt, benötigt nicht jede Wohnung einen eigenen Zähler. Die Gebühren dafür entfallen somit.

Die zentrale Warmwasserversorgung hat den Vorteil, dass energieeffiziente und klimafreundliche Systeme eingesetzt werden können (Solarthermie, BHKW Holzpellet usw.), die sich für eine einzelne Wohnung nicht umsetzen lassen.

Gibt es auch Nachteile einer nachträglichen Zentralisierung?

Wird das Heizsystem erst nachträglich zentralisiert, fallen hohe Sanierungskosten an, denn die Leitungen müssen von der zentralen Erzeugerstelle zu den Einzelverbrauchern verlegt werden. Daher rechnet sich eine nachträgliche Sanierung meist nur, wenn die Bäder und Küchen sowieso komplett saniert werden müssen. Da oft lange Wege zu überbrücken sind, wird zudem eine Warmwasserzirkulationspumpe benötigt. Auch dieser zusätzliche Stromverbrauch ist zu berücksichtigen. Leitungsverluste in der Zirkulationsleitung und im Speicher können die zentrale Warmwasserversorgung unter Umständen vergleichsweise teuer machen. Hier muss im Einzelfall abgewogen werden.

Wie verändert sich meine Heizkostenabrechnung?

Die Abrechnung erfolgt nicht mehr über wohnungseigene Gaszähler vom Energieversorger, sondern über Heizkostenverteiler, die z.B. an den Heizkörpern angebracht sind. 30 % der Wärmemenge werden unabhängig vom Verbrauch über die Wohnfläche verteilt. Das ist auch „gerecht“ so, weil damit Leitungsverluste oder das Mitheizen anderer Wohnungen gleichmäßig berücksichtigt werden. Sonst wäre möglich die eigene Wohnung nicht zu heizen, dafür auch nicht zu bezahlen, aber von der Wärmeabgabe der Nachbarwohnungen zu profitieren.