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Planerische Steuerung der Biomassenutzung/-anlagen

Regionalplanerische Aufgaben und Möglichkeiten

Die erwartete Expansion der Biomassenutzung ist an eine Umstrukturierung  der landwirtschaftlichen Produktion und den damit verbundenen Auswirkungen auf Landschaftsfunktionen, Kulturlandschaften und Anbauflächen gekoppelt. Wie bereits der Ausbau der Windenergie gezeigt hat, geht dies nicht ohne Konflikte zwischen den verschiedenen Interessensgruppen und den naturschutz- und energiepolitischen Zielsetzungen ab. Um solche möglichen Nutzungskonflikte zu vermeiden, könnte auf der Ebene der Regionalplanung durch Ausweisung entsprechender Eignungsgebiete eine planerische Steuerung erfolgen. Allerdings würden davon nur bei einer tendenziell auf Nichtprivilegierung der Anlagen ausgerichteten Entwicklung auch nur solche erfasst und planerisch mit anderen Belangen abgeglichen werden. Noch ist aber auf der Ebene der Bauleitplanung ein ausreichendes Instrumentarium vorhanden, um der Umsetzung und Genehmigung dieser energie- und umweltpolitisch gewollten Energieform gerecht zu werden.

Ziel einer optimierten Standortermittlung für Biomasseanlagen ist es, bereits im Vorfeld eine fundierte Leitlinie als Planungshilfe für Ämter, Behörden, Land- und Forstwirtschaft, Anlagenhersteller und –betreiber anzubieten, die unter Einbeziehung ökonomischer und ökologischer Aspekte die spezifischen Gegebenheiten des jeweiligen Raumes berücksichtigt. Auf diese Weise können Konflikte (z.B. mit Behörden und Anwohnern) minimiert und das Genehmigungsverfahren beschleunigt werden. Darüber hinaus könnten durch solch eine konstruktive Planungshilfe Impulse zum vermehrten Einsatz nachwachsender Rohstoffe ausgehen.

Bearbeitungskriterien
Geeignete Standorte von Biogasanlagen werden insbesondere unter Berücksichtigung von Ausschlusskriterien ermittelt:

  • naturschutzrechtlich geschützte Bereiche: -NSG, LSG, Biotope, Natura 2000- Gebiete -FFN- Gebiete, Vogelschutzgebiete-, geschützte Landschaftsbestandteile, Naturdenkmale-,
  • wasserschutzrechtlich geschützte Bereiche: -Wasserschutzgebiete, Überschwemmungsflächen-, Gewässerläufe, Wasserflächen,
  • Waldflächen,
  • Bodenabbaugebiete,
  • Freizeit- und Erholungsgebiete,
  • Ortslagen -ausgenommen Gewerbegebiete- incl. entsprechender Pufferzonen.

Darauf aufbauend werden an einen optimierten Standort weitere Anforderungen (Positivkriterien) gestellt und bewertet (z.B. energiesparende Anlieferung der Rohstoffe, Beschaffenheit der vorhandenen Infrastruktur zur Belieferung der Anlage, die Anbindung an ein Gewerbegebiet, günstige Transportmöglichkeiten, der Zustand des vorhandenen Wegenetzes zur Belieferung einer Anlage, -auch Wasserweg / Schiene-, die Entfernung zu potenziellen Abnehmern von Wärme oder ggf. auch Gas, die Verfügbarkeit von Rohstoffen, die Nähe zu einem Einspeisepunkt in das Netz des Energieversorgers).

Für eine abschließende Bewertung werden letztlich nach Bestandsaufnahme der land- und forstwirtschaftlichen Nutzung die zur Verfügung stehenden Potentiale des betroffenen Raumes bestimmt und bewertet (vorrangig bislang ungenutzte Potentiale -z.B. Schwach- und Restholz, Landschaftspflegeholz, zur Nieder- und Mittelwaldnutzung geeignete Flächen z.B. unterhalb von Freileitungen, Potentiale aus Naturschutzflächen z.B. Mähgut aus extensiv bewirtschafteten Grünlandflächen oder von im Sinne des Naturschutzes zum Anbau von Schilf, Seggen, Rohrkolben aufgeeigneten Nassstandorten).

Die genannten Kriterien bilden die Grundlage für eine fachlich fundierte Bewertung jedes Einzelfalles.

Anmerkung:
Die Projektgruppe "Klimaschutz" der Metropolregion Hannover–Braunschweig-Göttingen bearbeitet unter dem Themenschwerpunkt "Masterplan Bioenergie" u.a. das Projekt "Potentialermittlung und Standorte", das die oben genannte Fragestellung aufgreift.