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Gruppenbild © Chr. Stahl / Region Hannover

Start der Solaroffensive: Udo Sahling (v. l.), Wolfgang Zehler, Rike Arff, Ulf Hansen-Röbbel, Dr. Katja Horneffer, Prof. Dr. Axel Priebs, Dr. Frank Eretge und Jan Sedelies.

Solaroffensive

Erfolgreicher Auftakt für mehr Solarenergie in der Region

Neues Programm zur Förderung von Solarwärme-Anlagen vorgestellt.

Mehr als 120 Expertinnen und Experten waren am 23. Mai 2017 auf Einladung von Region und Klimaschutzagentur beim Auftakt der Solaroffensive dabei. Umweltdezernent Prof. Dr. Axel Priebs stellte bei seiner Begrüßung im Haus der Region die tragende Rolle der Solarenergie auf dem Weg zur klimaneutralen Region Hannover bis 2050 heraus.

In Ihrem Keynote-Vortrag „Klima schützen – auf Sonne setzen“ ging die Diplom-Meteorologin Dr. Katja Horneffer auf aktuelle Entwicklungen ein. Durch den Klimawandel bedingt verbessern sich die Voraussetzungen für Solaranlagen auch in der Region Hannover, berichtete die ZDF-Moderatorin. In den vergangenen Jahrzehnten ist es in Hannover bereits deutlich wärmer geworden. In den Jahren 1951 bis 1970 lag die Durchschnittstemperatur bei 8,6 Grad, in den Jahren 1981 bis 2010 betrug sie bereits 9,6 Grad. Die Klimaforscherinnen und -forscher rechnen weltweit mit einem Anstieg von zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter, für die Region Hannover dagegen mit einem höheren Anstieg von drei Grad. Gleichzeitig steigt in der Region jedoch das Potenzial für Solarenergie. Nach Berechnungen des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung erhöht sich die hiesige Sonnenscheindauer von derzeit durchschnittlich vier Stunden pro Tag auf sechs Stunden ab dem Jahr 2061. „Sonnenstrahlung ist also reichlich vorhanden und wird in naher und fernerer Zukunft noch stärker zur Verfügung stehen. Das gilt es zu nutzen, denn damit können wir den anthropogenen Klimawandel bremsen“, betonte Horneffer.

Anschließend ging es um den praktischen Einsatz von Solarenergie. Besonders erfolgreich beim Ausbau ist die Stadt Ronnenberg, die sich regelmäßig mit einem Paket aus Veranstaltungen sowie Beratungs- und Informationsangeboten an interessierte Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer wendet. Als besonders positives Beispiel für die Solarenergienutzung in Ronnenberg berichtete Wolfgang Zehler, Leiter des Fachbereichs für Ökologie, Bau und Ordnung der Stadt Ronnenberg, von der Inbetriebnahme der größten Photovoltaikanlage auf einem Einkaufszentrum. In einem städtebaulichen Vertrag mit dem Eigentümer war die Nutzung der Dachflächen zur Installation einer Solaranlage festgeschrieben worden.

Seit mehr als 20 Jahren ist die hannoversche Firma Corona Solar auf dem Solarmarkt aktiv. Geschäftsführer Ulf Hansen-Röbbel sagte, dass derzeit zu oft nur über die finanziellen Vorteile von Solaranlagen diskutiert werde. Er wünsche sich mehr Begeisterung für die Idee.

In der von HAZ-Redakteur Jan Sedelies moderierten Veranstaltung stellte anschließend Gundlach-Geschäftsführer Dr. Frank Eretge vor, wie sich die Wohnungswirtschaft für die Solarenergie einsetzt. Inzwischen kooperieren in der Region fünf Wohnungsunternehmen, um in großen Mietshäusern den Bau von Photovoltaikanlagen zu forcieren.

Zuschüsse für Solarwärme-Anlagen

Nach einer lebhaften Publikumsdiskussion stellten Rike Arff, Leiterin der Klimaschutzleitstelle der Region, und Klimaschutzagentur-Geschäftsführer Udo Sahling die Bausteine der Solaroffensive vor. Eine zentrale Rolle spielt dabei die neue Solarwärme-Richtlinie: Ab dem 1. Juli 2017 fördert die Region Solarwärme-Anlagen mit bis zu 1.000 Euro. Das Angebot für Privatpersonen ist mit der Solarwärme-Förderung des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gekoppelt.

Förderfähig sind neu errichtete Solarkollektoranlagen zum Bereiten von Warmwasser beziehungsweise zur kombinierten Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung. Das Erweitern bestehender Solarwärme-Anlagen kann ebenfalls gefördert werden. 300.000 Euro Fördermittel stehen für die Solarwärme-Richtlinie bereit, über die Anträge bis Ende Oktober 2020 gestellt werden können. Die Klimaschutzleitstelle Region Hannover betreut das neue Förderprogramm. Sie ist per E-Mail an klimaschutzleitstelle@region-hannover.de erreichbar.