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klimaschutztour 2015

Umweltdezernent besucht Firma Rohde in Gehrden

Gehrden: Menschen und Betriebe sind treibende Kräfte beim Klimaschutz.

Drei Männer stehen in einem Heizungsraum an einem Blockheizkraftwerk. © Region Hannover

V.li.: Bürgermeister Cord Mittendorf, Friedrich Rohde, Geschäftsführer Rohde GmbH und Umweltdezernent Prof. Dr. Axel Priebs vor dem Blockheizkraftwerk des Tischlerei- und Fensterbaubetriebs in Gehrden.

Zukunftsweisende Klimaschutzvorhaben und die Fortschritte bei der Umsetzung der Klimaschutz-Aktionsprogramme in den Kommunen stehen im Mittelpunkt der „Regionalen Klimaschutztour 2015“ des Umweltdezernenten der Region Hannover. Am Mittwoch, 20. Mai, informierte sich Prof. Dr. Axel Priebs in Gehrden über die Klimaschutzaktivitäten der Stadt und besuchte gemeinsam mit Bürgermeister Cord Mittendorf den Tischlerei- und Fensterbaubetrieb Rohde, wo Energieeffizienz ein wichtiges Thema ist.

Nach Auskunft von Bürgermeister Cord Mittendorf ist die Stadt seit langem vorbildlich aufgestellt beim Energiemanagement im Bereich der öffentlichen Einrichtungen, bei der energetischen Modernisierung im Bestand sowie unter anderem bei der Energieversorgung von Hallenbad und Schulzentrum durch ein biogasbetriebenes BHKW. Mittendorf erinnerte daran, dass Gehrden bereits 2009, als erste Kommune in der Region Hannover, ein Klimaschutz-Aktionsprogramm aufgestellt hat. „Die Umsetzung des Konzepts wird maßgeblich von den Bürgerinnen und Bürgern mitgetragen und lässt sich auch an den Aktivitäten der Wirtschaft ablesen“, so der Bürgermeister.

1.000.000 kWh

Edmund Jansen, Sachbearbeiter Energie bei der Stadt, gehört beispielsweise zu den treibenden Kräften des Gehrdener Solarprojekts GeSo, das bereits Anfang 2003 von Aktivisten der Gehrdener Agenda 21, AG Energie, gegründet wurde. Sieben Bürgersolaranlagen mit einer Gesamtleistung von 215 kW wurden realisiert und bereits im August 2013 die magische Grenze von 1.000.000 kWh erzeugtem Solarstrom erreicht. Aus diesem Engagement heraus entstand die Geschäftsidee, eine Struktur zu schaffen, in der sich die Bürgerinnen und Bürger im gesamten Calenberger Land an der lokalen Gewinnung und Verteilung von Energie beteiligen können, erläuterte Jansen. So solle langfristig eine energieautarke Region geschaffen werden, in der der Zugang zu Energie von den Bürgerinnen und Bürgern selbst mitgestaltet werden kann. Am 14. April 2015 wurde deshalb die Energiegenossenschaft Calenberger Land (ENER:GO e.G.) gegründet. „Wir sind mit beachtlichen 60 Mitgliedern an den Start gegangen“, berichtete Jansen. Dabei bedankte er sich ausdrücklich bei Umweltdezernent Priebs und Rike Arff von der Klimaschutzleitstelle der Region Hannover für die finanzielle Unterstützung beim Gründungsprozess.

Priebs betonte, der Klimaschutz habe für die Region einen hohen Stellenwert. Für regional bedeutsame Projekte und Vorhaben wie die Ziele der Energiegenossenschaft in Gehrden könne über die „Leuchtturm-Richtlinie“ ein Antrag für eine finanzielle Förderung bei der Region gestellt werden. „Dieses Angebot können neben Einwohnerinnen und Einwohnern der Region Hannover auch Kommunen sowie Vereine, Verbände und auch Firmen nutzen, wenn sie ein innovatives Projekt haben“, sagte Priebs. Denn oft helfe schließlich schon eine kleine Finanzspritze, damit gute Ideen auch umgesetzt würden.

Umweltgerechte und nachhaltige Zukunft

Beim anschließenden Betriebsrundgang erläuterte Gastgeber Friedrich Rohde Junior welche Investitionen in den vergangenen Jahren vorgenommen wurden, um den Tischlerei- und Fensterbaubetrieb, der bereits seit 78 Jahren besteht, in eine umweltgerechte und nachhaltige Zukunft zu führen. So wurde z.B. die 30 Jahre alte Produktionshalle komplett entkernt, energetisch modernisiert und mit hochmodernen, energiesparenden Maschinen ausgestattet. Der Inhaber der benachbarten Firma Weber Heizungsbau überzeugte ihn, für die Versorgung mit Strom und Wärme ein Blockheizkraftwerk zu installieren. „Als Betrieb mit wachsendem Gebäudebestand und mittlerweile mehr als 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern brauchten wir sowieso eine neue Heizungsanlage. Nicht zuletzt wegen der KfW-Zuschüsse rechnete sich das Vorhaben für uns, zumal wir mit der Anlage auch noch das Wohnhaus beheizen“, erklärte Rohde. Bei der jetzt anstehenden Dachrenovierung sei auch die Installation einer Solaranlage ein Thema.

Udo Sahling, Geschäftsführer der Klimaschutzagentur Region Hannover, bot der Firma Rohde an, über eine unabhängige Solarberatung die Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage checken zu lassen. „Mit Förderunterstützung der Region Hannover können alle Unternehmen sowie Hausbesitzer in der Region ein solches Beratungsangebot kostenlos in Anspruch nehmen“, sagte Sahling. Der sogenannte Solar-Check sei eine zusätzliche Entscheidungshilfe bei der Investition in eine Solaranlage.

Hintergrund:

Wie steht es um den Klimaschutz in den Kommunen in der Region Hannover? Wie kann dieser weiter vorangebracht werden und wie kann die Region diesen Prozess fördern? Diese und andere Fragen diskutiert der Umweltdezernent der Region Hannover, Prof. Dr. Axel Priebs, regelmäßig vor Ort mit Bürgermeistern und Experten im Rahmen seiner Regionalen Klimaschutztour 2015. „Damit innovative Konzepte und die wichtigsten Projekte schnell verwirklicht werden können, möchte die Region Hannover die Kommunen unterstützen“, erläuterte Prof. Priebs die Zielsetzung seiner Tour. Eine Möglichkeit hierzu bietet die Richtlinie über die finanzielle Förderung regionalbedeutsamer Projekte und Vorhaben im Bereich Klimaschutz in der Region Hannover. Die Förderrichtlinie steht im Internet bereit im Bereich „Klimaschutz & Energie“.

Die gemeinnützige Klimaschutzagentur Region Hannover organisiert die Klimaschutztour im Auftrag der Region Hannover.