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Nachhaltigkeit

Tipps zur Vermeidung von Plastik im Alltag

Ganz ohne Plastik zu leben, dürfte heute den wenigsten Menschen gelingen. Aber weniger Plastik zu verbrauchen, gerade im Bereich von Einwegverpackungen und -produkten, das ist ohne Einschränkung möglich.

Einige Ideen für plastikfreie Alternativen für Ihren Alltag finden Sie hier. Dabei haben wir möglichst einfach umzusetzende Beispiele ausgewählt. Wenn Sie tiefer in die Materie einsteigen wollen, gibt es zahlreiche Bücher zum Thema plastikfrei und Zero Waste, und auch verschiedene Internetseiten bieten Ihnen ergänzende Informationen.

Set für den Alltag

Oft stößt man spontan unterwegs auf Situationen, in denen der Einsatz von Einwegplastik vermeidbar wäre. Nicht nur für den Coffee to go, auch bei anderen Gelegenheiten lässt es sich gut (einweg)plastikfrei leben:

  • Für den Kaffee unterwegs gibt es in Hannover bei vielen Anbietern den Mehrwegbecher Hannoccinound in der kalten Jahreszeit empfehlen wir, einen Thermo-Mehrwegbecher dabei zu haben.
  • Eine Bio-Baumwolltasche und ein entsprechendes Obstnetz aus dem Fairen Handel spart Plastiktüten beim Einkaufen.
  • Die Brotbox aus Edelstahl oder Glas hält Pausenbrot und Obst ohne Druckstellen frisch. Und falls mal vom Mittagessen etwas übrigbleibt, kann man sich das gut in die Box packen lassen.
  • Zugegeben, Plastikwasserflaschen sind praktisch. Aber es muss ja nicht immer eine neue Einwegflasche sein. Da unser Trinkwasser in ganz Deutschland gute Qualität hat, empfehlen wir eine eigene Trinkflasche aus Edelstahl oder Glas mit Leitungswasser
  • Wenn Sie Fastfood bevorzugen, aber nicht das Plastikbesteck, das häufig dabei ist, dann nehmen Sie doch Ihr eigenes Essbesteck mit. Das eignet sich auch hervorragend für den Salat oder einen Joghurt, wenn Sie auf Reisen sind.

Sollten Sie schon eine Trinkflasche oder Brotbox aus Kunststoff besitzen, dann ist es nur sinnvoll, die auch weiterhin zu benutzen. Und wenn Sie über eine Neuanschaffung nachdenken, dann achten Sie bitte auf die Herstellungsbedingungen. Denn auch da gibt es ökologisch und sozial verantwortliche Anbieter und solche, die sich nicht um Nachhaltigkeit kümmern. Vielen Dank!

Tipps für den Alltag

1. Mit Rucksack, Korb, Stofftasche einkaufen
24 Plastiktüten verbraucht jeder Deutsche im Durchschnitt pro Jahr, oftmals nur für den einmaligen Gebrauch. Dabei gibt es mit Körben, Rucksäcken, Stofftaschen etc. hinreichend Alternativen. Der Stoffbeutel für den täglichen Einkauf passt in jede Jackentasche. Ein Einkaufsnetz ersetzt die leichten Plastiktüten für Obst und Gemüse. Und für die Umwelt besonders gut, wenn beides aus Bio-Baumwolle und Fairem Handel stammt.

2. Kleidung aus Naturfasern anstatt Kunststoff
Beim Waschen von Kunstfasern wie Polyester lösen sich winzig kleine Faserteile aus der Kleidung und gelangen ins Abwasser. Sie können in den Kläranlagen nicht vollständig herausgefiltert werden und landen letztlich im Meer. Auch kleinste Kunststoffpartikel werden in der Natur nicht richtig abgebaut. Deswegen achten Sie beim Kleidungskauf auf Naturfasern wie Biobaumwolle und die Hinweise auf dem Etikett. Faire Kleidung erkennen Sie an den entsprechenden Siegeln

3. Lust auf einen Kaffee?
Das Beste um den Alltag zu entschleunigen: In Ruhe eine Tasse im Café trinken oder selbst Kaffee kochen – inzwischen gibt es viele bio- und fair-zertifizierte Sorten. Doch wenn nur Zeit für einen Kaffee unterwegs bleibt, dann verzichten Sie bitte auf den Plastikdeckel. Am besten nutzen Sie den Hannoccino-Mehrwegbecher. Und wenns kalt draußen ist, empfehlen wir einen eigenen Thermobecher.

4. Bei Kosmetik auf Inhaltsstoffe achten
Viele Körperpflegeprodukte und Kosmetika enthalten feste, flüssige oder wachsartige Kunststoffe. Sie dienen als Schleif-, Binde- oder Füllmittel. Dabei gibt es Alternativen – Naturkosmetika, die ohne Plastik auskommen. Plastik im Produkt zu erkennen, ist bei der Vielzahl an Inhaltsstoffen nicht immer einfach. Es gibt hierzu Ratgeber vom BUND und von Greenpeace sowie die App CodeCheck, die einem nach Einscannen des Barcodes mehr über die Inhaltsstoffe der jeweiligen Kosmetika verrät. Viele feste Seifen kommen ganz ohne Plastik aus. Sie schäumen auf und können als Duschgel, Shampoo oder Haarkur genutzt werden.

5. Verpackungen vermeiden
Sicher kennen Sie auch Produkte aus dem Supermarkt, die unnötig aufwendig verpackt sind. Besonders häufig ist das bei Miniverpackungen der Fall, leider auch bei einigen Bioprodukten. Diese Verpackungen machen einen Großteil des Plastikmülls aus. Deshalb sollten möglichst unverpackte Lebensmittel gekauft und bei anderen Produkten möglichst verpackungsarme Alternativen bzw. Großpackungen genutzt werden. An Fleisch- und Käsetheken ist es zunehmend möglich, eigene Behältnisse mitzubringen und befüllen zu lassen. Fragen Sie einfach mal bei Ihrem nächsten Einkauf. In Hannover gibt es außerdem Unverpackt-Läden, in denen sich Kunden Lebensmittel, Kosmetik, etc. in selbst mitgebrachte Behälter füllen können (Loseladen). Auch die zahlreichen Wochenmärkte bieten eine Fülle an regionalen, saisonalen und vor allem unverpackten Produkten. Gerade hier kommen Einkaufsnetze und -taschen wieder in Mode.

6. Leitungswasser statt teures Flaschenwasser
Wasser in Einwegplastikflaschen verursacht unnötigen Müll und ist dazu noch wesentlich teurer als Leitungswasser. Das Trinkwasser aus dem Hahn hat in den meisten Gebieten Deutschlands eine sehr gute Qualität. Eine Glaskaraffe daheim oder auf der Arbeit, eine eigene Trinkflasche für unterwegs vermeidet Plastikmüll und das Schleppen von großen Wasserflaschen. Und wer es sprudelig, perlend mag, dem empfehlen wir einen Wassersprudler, mit dem Sie dem Wasser Kohlensäure zugeben können – ganz so, wie Sie es am liebsten mögen. 

7. Mehrweg statt Einweg
Ausgewählte Produkte, wie Getränke, Joghurt und Milch können auch in Mehrweggläsern und -flaschen erworben werden. Mehrwegverpackungen aus Glas sind denen aus PET jederzeit vorzuziehen.

8. Reparieren, umgestalten, upcyceln
Häufig landen viele Dinge, die defekt sind, im Müll. Gerade bei technischen Geräten erscheint die Reparatur zu kompliziert oder zu teuer. Doch anstelle einer Neuanschaffung bieten Repaircafés die Möglichkeit, einer kostengünstigen Reparatur, auch dann, wenn Sie nicht selbst über das Knowhow und das notwendige Werkzeug verfügen. Zudem gibt es Workshops und jede Menge Upcycling-Ideen im Internet, um ausgediente Alltagsgegenstände wieder aufzumöbeln und neu nutzbar zu machen. Es ist Ausdruck von Wertschätzung, wenn Sie versuchen, Vorhandenes zu erhalten. Und ist tatsächlich keine Reparatur mehr möglich, dann achten Sie bitte auf die Langlebigkeit Ihrer Neuanschaffung. Möchten Sie sich von Dingen trennen nutzen Sie die Gebrauchtbörse für Hannover und tauschen Sie es stattdessen.

9. Wachspapier anstelle von Alu- und Plastikfolie
Alufolie und Frischhaltefolie dienen oft dem einmaligen Verpacken und Transport von Lebensmitteln. Stattdessen eignen sich zur Aufbewahrung Brotboxen aus Glas oder Edelstahl oder ganz traditionell eine Käseglocke. Für wiederverwendbare Brotverpackung lassen sich Baumwolltücher nutzen, die in Bienenwachs oder Jojobaöl getränkt wurden. Diese Tücher sind gut zu reinigen und dann wieder einsatzfähig. Bienenwachstücher gibt es im Handel oder können selbst hergestellt werden. Anleitungen dazu finden sich im Internet.

10. Plastikgeschirr vermeiden
Einweg-Plastikbesteck begegnet einem täglich, ob in der Mittagspause, unterwegs oder bei Veranstaltungen. Haben Sie Ihr eigenes Besteck dabei, vermeiden Sie auf einfache Weise weiteren Plastikmüll. Und sollte Sie für eigene Veranstaltung mal eine größere Gästezahl bewirten, kann dies ebenfalls stilvoll und zugleich umweltfreundlich sein: aha bietet mit dem Geschirrmobil die Möglichkeit, Mehrweggeschirr günstig zu mieten und zu reinigen.

11. Reinigungsmittel nach Bedarf
Auch für Haushaltsreinigungsmittel mit Mikroplastik gibt es umweltfreundliche Alternativen: Zahlreiche Rezepte gibt es inzwischen, um sich Waschmittel, Seife, Spülmittel und vieles mehr aus natürlichen Bestandteilen ohne Kunststoffe und andere fragwürdige Inhaltsstoffe selbst zu mixen. Einige Anleitungen finden Sie auf den unten stehenden Blogs. Auch im Handel gibt es entsprechende Alternativen ohne Mikroplastik. Damit schonen Sie nicht nur die Umwelt, indem weniger Mikroplastik ins Abwasser gelangt, sondern auch die eigene Gesundheit.

12. Müll sammeln und trennen
Zugegeben, wertstofferhaltendes und sortenreines Kunststoffrecycling könnte in Deutschland noch wesentlich intensiver betrieben werden. Trotzdem ist es sinnvoll, beim Müll das Plastik von den anderen Materialien zu trennen, damit sich dieser Wertstoff wiederverwerten lässt. Auch wenn es im Alltag manchmal mühsam ist, konsequente Mülltrennung macht Sinn. Wer Glas und Papier zum Recycling bringt und seinen Biomüll aussortiert, findet viel weniger Müll in seiner Restmülltonne. Am besten ist es natürlich, wenn der Müll gar nicht entsteht. Es gibt viele Möglichkeiten, den Plastikverbrauch zu minimieren. Doch ist es einmal unvermeidbar, auf eine Plastikverpackung zu verzichten, sollte zumindest auf die richtige Entsorgung geachtet werden. Weitere Informationen zur Entsorgung gibt es beim Zweckverband Abfallwirtschaft der Region Hannover

Ein Wort zum Wegwerfen, Liegenlassen, Littering

Plastik nutzen wir alle jeden Tag. Viele Anwendungen sind sinnvoll und vieles ist reine Gewohnheit. Daran etwas zu ändern und die Möglichkeiten, Plastikmüll zu vermeiden ist gar nicht so schwer. Nutzen Sie jene Empfehlungen, mit denen Sie sich wohlfühlen. Jeder Beitrag hilft, die anfallende Menge an Plastikabfall zu verringern und bringt uns dem Ziel von HOP! gemeinsam etwas näher. Wenn Sie selbst noch Tipps und Hinweise haben, wie Hannover ohne Plastik noch nachhaltiger wird, denn freuen wir uns über Ihre Nachricht an: hop@hannover-stadt.de  

Ausgewählte Blogger*innen zum Thema plastikfrei und Zero Waste:

PlastikfreiLeben.de
Besser Leben ohne Plastik
WasteLand Rebel!

Weitere Links

Loseladen Hannover