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Der Plastikflut entgegen wirken

Hintergrundinformation

Rund 350 Millionen Tonnen Kunststoffe werden jedes Jahr weltweit produziert mit steigender Tendenz.

Leere Flaschen aus Plastik. © LHH

Das Plastik-Problem zeigt sich vor allem in unseren Meeren. 

Keine Frage: Sie sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken und viele dieser Produkte sind praktisch und sinnvoll. Doch Vieles aus Plastik belastet die Umwelt für Jahrhunderte und sollte vermieden werden, gerade, wenn die Nutzungsdauer sehr kurz ist.

Insbesondere die Weltmeere leiden unter der Müllflut von Einwegverpackungen und anderen Plastikteilen. Mindestens fünf riesige Müllstrudel treiben in den Ozeanen. Dort kommt es zu einer erhöhten Konzentration von unterschiedlich großen Plastikteilen und Partikeln. Plastikflaschen, Strohhalme, Plastiktüten, aber auch Zigarettenkippen und anderes mehr verschmutzen ebenso Strände und küstennahe Lebensräume auf der ganzen Welt.

Ein weiteres Problem ist sogenanntes Mikroplastik – Kunststoffpartikel kleiner als 5 Millimeter. Sie werden entweder Produkten zugemischt, bspw. in Reinigungsmitteln oder Kosmetika oder entstehen beim Zerfall größerer Plastikteile. In allen Weltmeeren, so auch in der Nord- und Ostsee sowie den Binnengewässern nimmt der Anteil an Mikroplastik rapide zu.

Ebenso wird Mikroplastik an Land immer häufiger festgestellt. Die Auswirkungen auf die natürlichen Lebensräume und die Konsequenzen für die menschliche Gesundheit sind noch längst nicht ausreichend untersucht.

Plastik vermeiden ist notwendig – auch in Hannover

Der EU-Kommission zufolge fallen in Europa jährlich 26 Millionen Tonnen Plastikmüll an, das sind rund 31 Kilo pro Kopf. Mit über 37 Kilo pro Einwohner*in liegt Deutschland über diesem EU-Schnitt. Umgerechnet auf Hannover beträgt die Menge demnach über 20.000 Tonnen Plastikmüll pro Jahr.

Viele Verursacher*innen – großes Potenzial für Verbesserungen

Eigentlich sind wir alle in irgendeiner Weise verantwortlich für diesen Plastikmüll: Konsument*innen, Unternehmen, Gewerbetreibende, Stadtverwaltung, Initiativen, Vereine und Verbände sind gleichermaßen betroffen und deshalb zum Handeln aufgefordert. Durch die Verminderung, besser noch Vermeidung von Plastik(-abfällen) kann auf lokaler Ebene ein wichtiger Beitrag zur Lösung dieses globalen Problems geleistet werden.

Kurz gesagt: Das Problem zeigt sich vor allem in unseren Meeren. Doch die Lösung dafür liegt an Land!

Links

Greenpeace 
Achtung Plastik! (BUND)
WWF-Projekte gegen die Plastikflut
Plastikrecycling (BMU)
Nein zur Wegwerfgesellschaft (BMU)
Plastikmüll (BMU)
Plastikmüll und seine Folgen (NABU)
Leben ohne Plastik (Verbraucherzentrale)
Kein Müll ins Meer (Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz)
Zustandsbericht zur Nordsee zeigt Handlungsbedarf (Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz)
Gesetz zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und Sicherung der umweltverträglichen Bewirtschaftung von Abfällen
Gesetz über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die hochwertige Verwertung von Verpackungen
Richtlinie des Europäischen Parlaments zu Kunststofftragetaschen
Vorschlag für eine Richtlinie des Europäischen Parlaments zu Einwegplastik