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Das gute Leben

Buen Vivir

In zwei Veranstaltungen brachte der ehemalige ecuadorianische Präsidentschaftskandidat Alberto Acosta das Konzept des „Buen Vivir – Das Recht auf ein gutes Leben“ und dessen Hintergründe näher.

Alberto Acosta in der Tellkampfschule © LHH / Foto: Nader Ismail

Alberto Acosta stellt das Konzuept des Buen Vivir in der Tellkampschule vor

Der stark von der Lebensweise indigener Völker Lateinamerikas geprägte Begriff „Buen Vivir“ ist ein Gegenentwurf zu westlichen Konsum- und Wirtschaftsmodellen. Dabei geht es um Fragen nach solidarischem Miteinander von Mensch und Natur, Nachhaltigkeit und alternativen Lebens- und Gesellschaftsmodellen abseits von Wachstumszwängen. Alberto Acosta, ehemaliger ecuadorianischer Minister für Bergbau und Präsidentschaftskandidat 2013, beschäftigt sich mit den grundlegenden Überlegungen des Konzeptes. Er beschreibt Herausforderungen und Chancen, entwirft Szenarien einer gerechten Zukunft und stellt sie zur Diskussion. Dabei geht es um ein politisch-wirtschaftliches Konzept in globaler Perspektive mit großer Relevanz auch für Debatten in Deutschland.

Vortag und Konzert

Am 26. Oktober stellte Alberto Acosta das Konzept vor ca. 190 Interessierten in der Tellkampfschule vor. Begleitet wurde er dabei von der international besetzten Musik-Gruppe „Grupo Sal“, die seit mehr als 30 Jahren entwicklungs- und umweltpolitische Themen aufgreift und erfolgreich musikalisch-künstlerisch umsetzt.

Umrahmt von der Musik von Grupo Sal, fokussierte Alberto Acosta seine Darstellungen auf die Dringlichkeit, unsere Konsum- und Wirtschaftsweisen zu verändern, um die existentiellen Grundlagen des Lebens auf der Erde zu erhalten. Dabei erläuterte er das Konzept des „Buen Vivir“ - Das Recht auf ein gutes Leben – als inspirierendes Beispiel möglicher Handlungsalternativen.

Projekttag an der Tellkampfschule

Angeregt durch die Veranstaltungen hat sich die Schülervertretung der Tellkampfschule gewünscht, ihren jährlichen Projekttag als „Schule gegen Rassismus/Schule mit Courage“ dieses Mal dem Thema „Das Recht auf gutes Leben für alle“ zu widmen. Am Vormittag beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler mit dem Thema Buen Vivir und präsentierten am Abend ihre Gedanken und Ideen auf zahlreichen Plakaten. Nicht nur die Gäste, auch Alberto Acosta und die Musiker der Grupo Sal waren beeindruckt von der Vielfalt der Ergebnisse.

Workshop in der Leibniz Universität Hannover

Am darauf folgenden Tag hatten SchülerInnen, Studierende und MultiplikatorInnen im Institut für Soziologie der Leibniz Universität Hannover die Gelegenheit, mit Alberto Acosta über das alternative Entwicklungskonzept intensiver zu diskutieren. Alberto Acosta erläuterte den ca. 60 Teilnehmenden detaillierter die Veränderungsprozesse von Gesellschaft und Umwelt weltweit und erörterte die Anregungen, die aus dem Konzept des Buen vivir möglicherweise auch für Menschen jenseits von Ecuador sinnvolle Handlungsperspektiven darstellen könnten. Der Zeichner Martin Grobecker erstellte während der Veranstaltung eine grafische Dokumentation.

Veranstalter

Janun e.V., Agenda 21- und Nachhaltigkeitsbüro der Landeshauptstadt Hannover, Institut für Soziologie der Leibniz Universität Hannover und das Evangelisch-lutherische Missionswerk in Niedersachsen in Kooperation mit der Klimaschutzleitstelle der Landeshauptstadt Hannover.

Die Veranstaltung wurde gefördert von:

Bistum Hildesheim, Kirchlicher Entwicklungsdienst (KED) der ev.-luth. Landeskirchen in Braunschweig und Hannover, RENN – Regionale Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien, Verband Entwicklungspolitik Niedersachsen e.V., Verein Niedersächsischer Bildungsinitiativen e.V. sowie „Umverteilen! Stiftung für eine solidarische Welt“.