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Aktionswochen

Faire Woche 2019 in Hannover

Seit vielen Jahren engagieren sich in Hannover das Agenda 21- und Nachhaltigkeitsbüro, Vereine, Initiativen und Schulen für Fairen Handel und globale Gerechtigkeit. Im Rahmen der bundesweiten Fairen Woche, die jedes Jahr im September stattfindet, organisierte dieses Netzwerk auch in diesem Jahr wieder viele Veranstaltungen und Aktionen rund um das Thema Fair Handeln. Das Motto in diesem Jahr lautete „Geschlechtergerechtigkeit“.

Infostand mit Beachflag "Faire Woche" und Besucherin. © Agenda 21- und Nachhaltigkeitsbüro / Foto: Nader Ismail

Faire Woche Abschlussaktion 2019 auf dem Kröpcke

Ein Rückblick auf die einzelnen Veranstaltungen

Agenda-Plenum mit Gästen aus Malawi

Sehr eindrucksvoll berichteten Gäste aus Hannovers Partnerstadt Blantyre am 12. September über das Ernährungsprogramm in Schulen in Malawi und darüber, dass der Faire Handel ein Chance bietet, die Ernährungssituation für Kinder zu verbessern. Vorab gab es einen Einblick in die Ausstellung „ÜberLebensmittel“ von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, die am Morgen in der VHS eröffnet wurde.

Hannover handelt fair und regional

Bereits zum 11. Mal haben die Auszubildenden des Einzelhandels der BBS Handel der Region Hannover in diesem Jahr für den Fairen Handel und den regionalen Handel geworben. Wie bereits 4.400 Schüler*innen vor ihnen, qualifizierten sie sich zu den Themen Nachhaltigkeit, Agenda 21, globale Entwicklungsziele und Fairer Handel. Sie lernten darüber hinaus die freundliche und kompetente Verbraucheransprache. So ausgebildet, vergaben sie vom 23.-27. September faire und regionale Kostproben und berieten Kundinnen und Kunden in Supermärkten und Fachgeschäften.

Fairer Handel im Kaffeeanbau

Am Abend des 24. September 2019 konnten sich Studierende der Leibniz Universität Hannover (LUH) und weitere Interessierte zum Thema Fairer Handel im Kaffeeanbau informieren. Die Referentinnen Maureen Scholz und Rebecca Neumann des Kirchliche Entwicklungsdienstes (KED) organisierten in Kooperation mit dem Hochschulbüro für Internationales der Leibniz Universität Hannover und TransFair e.V. einen Informations- und Diskussionsabend.

Eingeladen waren zwei Gäste aus Mittelamerika, Frau Olga Alvarado, Kaffeeproduzentin aus Honduras, und Frau Jaquelina Vivanco, Vertreterin des Produzenten-Netzwerkes „CLAC“ in Mexico, die in einer kurzen Präsentation über die Lebens- und Arbeitsbedingungen vor Ort berichteten. Auf Ihrer Rundreise durch Deutschland mit dem Gastgeber Transfair e.V. gaben sie zudem einen Einblick über die Herausforderungen im Kaffeeanbau.

Im Anschluss an die Präsentation konnten offene Fragen an die Gäste gerichtet werden. Von den insgesamt 18 Teilnehmenden im Publikum gab es Nachfragen zu den Themen Kaffeeproduktion, Biodünger, Vertrieb, Kinderarbeit und Zukunftsperspektiven für junge Leute in der „fairen“ Landwirtschaft. Rundum eine informative und gut besuchte Veranstaltung, die sich der KED durchaus auch in Zukunft vorstellen kann.

Ein Verkaufsraum mit Produkten auf Tischen und in Regalen © Agenda 21- und Nachhaltigkeitsbüro

Blick in den Shop von El Puente

Exkursion zu El Puente

Der Kirchliche Entwicklungsdienst der ev.-luth. Landeskirchen in Braunschweig und Hannovers (KED) lud zu einer Exkursion zur Fair –Handelsorganisation El Puente in Nordstemmen ein. Die Teilnehmenden konnten sich über das Konzept des Fairen Handels informieren, kamen mit einer Mitarbeiterin des Unternehmens ins Gespräch und konnten durch das Lager stöbern.

Mode neu gedacht

Die Lokalgruppe in Hannover der Micha-Initiative organisierte einen Kleidertausch, bei dem die Gäste die Möglichkeit hatten, wenig getragenen Kleidungsstücken ein neues Leben zu schenken. Beim anschließenden Vortrag gab Referentin Zorah M. Birnbacher einen Einblick in die Problematik der konventionellen Kleidungsindustrie und stellte Lösungsansätze für eine faire Kleidungsproduktion vor.

Wo bitte geht‘s hier zum tragbaren Lebensstil?

Eine junge Frau mit Mikrofon und weiteren Menschen auf einem Podium © Initiative Tragbarer Lebensstil

Diskussionsrunde zum Thema solidarische Lebensweise

Dies fragten die Initiative Tragbarer Lebensstil, die IG Metall, der ver.di Fachbereich Handel Hannover, das ver.di Bildungswerk und der VEN. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der Vortrag von Professor Dr. Ulrich Brand zur „imperialen Lebensweise“. In der Diskussion mit rund 100 Besucher*innen stellte Tobi Rosswog seinen ganz praktischen Weg vor, wie alternative Formen des Lebens und Arbeitens aussehen können. Bertina Murkovic, Betriebsratsvorsitzende von Volkswagen Nutzfahrzeuge, Uwe Brakhahn, Betriebsrat von Primark Hannover und Flora Marx und Michael Nagel von Fridays Hannover diskutierten, welche Voraussetzungen eine solidarische Lebensweise hat und was jede und jeder Einzelne ganz praktisch dafür tun kann. Die Veranstaltung wurde von Lisa Palm, Johannes Katzan und Zorah Birnbacher moderiert.

Ein gedeckter Tisch mit Speisen © Agenda 21- und Nachhaltigkeitsbüro

Auch aus Resten lässt sich ein leckerer Salat zubereiten.

Lecker kochen mit Resten

Bei diesem Kochworkshop erfuhren die Teilnehmenden, dass altes Brot, übrig gebliebene Nudeln oder schrumpeliges Obst und Gemüse nicht weggeschmissen werden müssen, sondern Grundlage für die Zubereitung leckerer Speisen sein können. Denn der Anbau vieler Lebensmittel, die bei uns verkauft werden, binden in den Produktionsländern viele Ressourcen, die häufig zu Lasten der dort lebenden Bevölkerung gehen. So entstanden eine Brotsuppe, Käseknödel und als Nachtisch Ofenschlupfer aus altbackenem Brot, Nudelfrittata aus Nudel- und Gemüseresten, ein Gemüsecurry aus Gemüseresten und ein Möhrengrün-Pesto als Aufstrich für Bruschetta. Der Workshop fand auch im Rahmen der Kampagne "Gute Lebensmittel für Alle" statt und wurde vom Agenda 21- und Nachhaltigkeitsbüro und dem Bildungswerk Kronsberghof gGmbH durchgeführt.

Wir handeln fair!

Als Höhepunkt der Fairen Woche in Hannover lud das Agenda 21- und Nachhaltigkeitsbüro am 27. September gemeinsam mit Vereinen, Schulen, Einrichtungen und Weltläden auf den Kröpcke ein. Schüler*innen und Auszubildende haben im Vorfeld gekocht und gebacken. Bürgermeister Klaus Dieter Scholz sprach die Begrüßung und lobte vor allem die vielen Auszubildenden und Schülerinnen und Schüler für ihren Einsatz für mehr Gerechtigkeit im globalen Handel. In entspannter Atmosphäre konnten die

Gäste leckere Linsensuppe, süße oder herzhafte Muffins, Kuchen oder Bananenbrotprobieren. Darüber hinaus wurde fair gehandelter Kaffee in den „Hannoccino“-Mehrwegbechern ausgeschenkt. Außerdem gab es Produktmuster und Informationen zu gerechtem Handel, guten Arbeitsbedingungen oder Mikrokrediten. Für die angenehme musikalische Begleitung sorgten Sebastian Bauer am Kontrabass und Felix Lopp am E-Piano.

Gruppenfoto mit Bürgermeister Klaus Dieter Scholz und Akteuren der Fairen Woche © Agenda 21- und Nachhaltigkeitsbüro / Foto: Najem Al Khalaf

Bürgermeister Klaus Dieter Scholz mit den Akteuren der Faire Woche-Aktion am Kröpcke

Mit dabei waren:
der Allerweltsladen, die Berufsbildende Schule 2 der Region Hannover, die Berufsbildende Schule Handel der Region Hannover, der Contigo Hannover Fairtrade Shop , die Fairtrade Scouts der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg in der Pfarrei zu den Heiligen Engeln, das Landesbildungszentrum für Blinde, die Leonore Goldschmidt Schule - IGS Mühlenberg, Oikocredit Deutschland, der VEN - Verband Entwicklungspolitik Niedersachsen, das Seniorenzentrum Willy-Platz-Heim und der Wissenschaftsladen Hannover e.V.

Textilarbeiterinnen organisieren sich

Drei Referentinnen auf einem Podium mit zahlreichen Gästen © Agenda 21- und Nachhaltigkeitsüro

Gewerkschafterinnen aus Indonesien und Sri Lanka berichten

Im Pavillon fand schließlich am 9. Oktober die Veranstaltung zur Situation der Textilarbeiterinnen in Sri Lanka und Indonesien statt. Chamila Thushari vom Dabindu Collective aus Sri Lanka schilderte die Probleme bei der Organisierung von Arbeiterinnen in den Freihandelszonen. Dian Septi Trisnanti von der feministischen Gewerkschaft Inter-Factory Workers‘ Federation berichtete von Arbeiterinnen, die sich in einer indonesischen Fabrik gegen sexuelle Übergriffe wehren.

Die 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hörten den Vorträgen auf Englisch und Sinhala nicht nur zu, sondern beteiligten sich auch an der anschließenden Diskussion.

Organisiert wurde die Veranstaltung im Rahmen einer Gewerkschaftstour von der FAU Hannover in Kooperation mit dem Agenda 21- und Nachhaltigkeitsbüro sowie dem Referat für Frauen und Gleichstellung, unterstützt von der Initiative Tragbarer Lebensstil.

Angebote für Schulen

Für Schulen wurden Geocaching-Touren durch Linden angeboten, bei der mit Kopf und Handy verschiedene Aufgaben gelöst werden mussten, um schließlich den Schatz zu finden. Darüber hinaus gab es verschiedene Workshopangebote zu den Themen Kakao oder Baumwolle sowie die Konsumkritische Stadtführung "KonsuMensch" von Janun e.V.