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Bioklimatische Belastung der Siedlungsräume

Klimaanalyse für die Landeshauptstadt Hannover

Karte der klima- und immissionsökologischen Funktionen für die Stadt Hannover

Das Klima einer Stadt wie Hannover unterscheidet sich deutlich von dem einer weitgehend unbebauten Landschaft. Das liegt vor allem an den Veränderungen, die der Mensch durch seine Bautätigkeit (Wohnhäuser, Gewerbe und Industrie, Verkehrsflächen) verursacht, sie wirken sich nachhaltig auf die Boden- und Oberflächeneigenschaften aus. Die Stadt ist gegenüber ihrem Umland wärmer, trockener und windstiller, zwischen den Häuserschluchten kann es allerdings zu heftigen Windböen kommen. Die Dunstglocke über einer Stadt vermindert die Ein- und Ausstrahlung, vor allem die Licht- und Wärmestrahlung der Sonne.

Die Lufttemperatur ist im Stadtklima ein bedeutsames Element für die Ausbildung typischer lokalklimatischer Verhältnisse. Die verschiedenen Bodenoberflächen (Asphalt, Beton, Rasen, Wasser) erwärmen sich unterschiedlich stark, die daraus entstehenden Temperaturdifferenzen (in Hannover bis zu 6 Kelvin, wobei ein Kelvin 1 °C entspricht) zwischen benachbarten Flächen führen zu lokalen Luftausgleichsbewegungen. Wärmere Luft steigt auf, kühlere Luft fließt seitlich in die entstehenden Lücken nach (Flurwinde). In Hangbereichen setzt sich abgekühlte und damit schwerere Luft in Richtung zur tiefsten Stelle des Geländes in Bewegung (reliefbedingte Winde). Diese Windsysteme sind vor allem bei austauscharmen Wetterlagen wirksam, die in Hannover in etwa 20 % der Jahresstunden auftreten. Bei windigen und stürmische Wetterlagen treten die bodennahen lokalen Windsysteme nicht oder nur untergeordnet in Erscheinung.

Die Klimaanalysekarte der Landeshauptstadt Hannover weist die unterschiedliche bioklimatische Belastung der Siedlungsräume und die unterschiedliche Bedeutung der Grünfläche für die Kaltluftproduktion aus. Zwischen diesen Flächen kommt es zu Luftaustauschprozessen unterschiedlich starker Ausprägung und Bedeutung. Die Eindringtiefe der Kaltluft in die Wohngebiete kann – in Abhängigkeit von der Bebauungsstruktur – bis zu 700 Meter betragen. Größere Freiräume wie beispielsweise die Leineaue ermöglichen als Leitbahnen den Transport von Kaltluft in das Stadtgebiet über größere Strecken.

Die Klimaanalysekarte bildet eine wichtige Informationsgrundlage für die Stadt- und Grünplanung, damit Klimawandel und Klimaanpassung im Sinne einer nachhaltigen Stadtplanung Bestandteil der Planungspraxis werden.