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Elsa-Brändström-Schule

Schüler*innen suchen nach Alternativen für Plastik

Im Rahmen einer Projektwoche unter dem Titel "Mensch und Natur - Natur des Menschen" der Elsa-Brändström-Schule gingen 27 Schüler*innen des 7. Jahrgangs mit ihren Lehrkräften Laura Omayrat und Matthias Christel am 22. Oktober am Maschsee und in der Eilenriede auf die Suche nach Abfall. 

Schulklasse vor einem Gebäude. © LHH / Büsing

Schüler*innen des 7. Jahrgangs mit ihren Fundstücken.

Begleitet wurden sie von Gudrun Meischner von der Werk-statt-Schule e.V. sowie Udo Büsing und Greta Bindernagel vom Agenda 21- und Nachhaltigkeitsbüro. Sie erörterten mit den Schüler*innen die Problematik von Plastikabfällen insbesondere in der Landschaft und tauschten sich mit ihnen über Alternativen zu Plastik aus.

Ausgerüstet mit Abfallsäcken, Handschuhen, Keschern und zwei Bollerwagen machten sich die Schüler*innen auf den eineinhalbstündigen Rundgang. Immer wieder wurden Pausen eingelegt, um die Fundstücke zu betrachten und zu überlegen, bei welchen Gelegenheiten Menschen ihren Abfall in der Landschaft liegen lassen. Besonders eindrucksvoll fanden die Schüler*innen die Autoreifen, die neben einem Altkleider-Container abgelegt worden waren. Aber auch die Menge des aufgesammelten Abfalls war für die Schüler*innen erschreckend. Der Anteil an Plastik lag bei über der Hälfte.

Beim Rundgang wurde deutlich, dass es nicht an Abfalltonnen mangelt. Am Maschsee sind diese direkt neben den Sitzbänken installiert. So scheint es eher Bequemlichkeit oder Gleichgültigkeit zu sein, warum der Abfall in der Landschaft landet.

Mit Keschern wurden verschiedene Plastikabfälle aus dem Maschsee gefischt. Von den Referent*innen erfuhren die Schüler*innen, dass 70 Prozent des Abfalls, der in den Gewässern landet, zum Gewässerboden sinkt. 15 Prozent schwimmen an der Oberfläche, die restlichen 15 Prozent sind an den Gewässerrändern zu finden.

Problematik von Mikroplastik

Ein besonderes Augenmerk lag auf Mikroplastik. Dieses entsteht, wenn Kunststoff durch Sonneneinstrahlung, Witterung und mechanische Beanspruchung - beispielsweise bei Wellenschlag - nach und nach zersetzt wird und schließlich nur noch kleinste Partikel übrig bleiben. Diese können ins Grundwasser gelangen, mit dem Wind verweht oder von Tieren gefressen werden.

Sensibilisierung der Mitschüler*innen

Die Schüler*innen überlegten, wie es möglich ist, das Abfallaufkommen zu reduzieren, wo auf Kunststoff verzichtet werden kann und welche Alternativen es dazu gibt. Ihre Erkenntnisse dokumentierten sie auf Plakaten. Diese wurden am Ende der Projektwoche präsentiert, um Mitschüler*innen, Lehrkräfte und Eltern dafür zu sensibilisieren, verpackungsarm einzukaufen und somit Ressourcen zu schonen. An dem von den Schüler*innen betreuten Stand konnten die Besucher*innen zudem plastikfreie Gebrauchsgegenstände begutachten - als Gegenstück zu Produkten, die es häufig in der Plastikvariante gibt. Dazu zählten zum Beispiel Trinkflaschen und Brotdosen aus Edelstahl. Abgegeben wurden zudem Gemüsenetze der Kampagne "Hannover ohne Plastik", die aus fair gehandelter Bio-Baumwolle bestehen.

Im nächsten Schritt soll die Abfalltrennung an der Schule optimiert werden.

Hintergrund

Die Aktion fand im Rahmen der Kampagne "Hannover ohne Plastik" statt, die von der Landeshauptstadt Hannover und verschiedenen in Hannover ansässigen Unternehmen ins Leben gerufen wurde. Diese hat sich zum Ziel gesetzt, den Gebrauch von Kunststoff zu reduzieren und umweltfreundliche Alternativen einzusetzen oder zu entwickeln. Es wird über Möglichkeiten informiert, Kunststoff bei Verpackungen und im Rahmen von Veranstaltungen zu vermeiden, und die Umstellung von Einweg- auf Mehrwegsysteme gefördert.