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Kinderakademie der Ev. Akademie Loccum

Plastik - was geht auch ohne?

Im Rahmen der Kinderakademie, die vom 14. bis 16. Februar 2020 in der Evangelischen Akademie Loccum stattfand, beschäftigten sich Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren mit der Frage, wo der Gebrauch von Plastik in unserem Alltag sinnvoll ist, wo besser darauf verzichtet werden sollte und welche Alternativen es zu Plastik gibt.

Fünf Kinder im Kittel an Tischen mit Töpfen. © LHH / Büsing

Plastikfreie Kosmetikprodukte aus "Feddys Kitchen". 

Die Kinderakademie beleuchtete die problematischen Seiten des Werkstoffs Plastik, vorwiegend jedoch ging es um Alternativen zu Plastik. Die teilnehmenden Kinder und ihre erwachsenen Begleitpersonen brachten viele Dinge mit, die in ihrem Alltag bereits die Gegenstücke aus Plastik abgelöst haben. Stoffbeutel, Holzzahnbürsten, Trinkflaschen aus Glas und Brotdosen aus Metall, Spielzeug aus Holz, Seife und Shampoo ohne Mikroplastik, ein Weidenkorb, eine Wärmflasche aus Metall, Holzbrettchen, Bienenwachstücher etc. – Material genug, um sich ausgiebig darüber auszutauschen. Im Anschluss wurden die mitgebrachten Dinge zu einer Ausstellung zusammengestellt, die im Foyer der Akademie platziert wurde, wo sie auch von anderen Gästen interessiert betrachtet wurde.

In drei Workshops betätigen sie sich am Samstag als Künstler*innen, Erfinder*innen und Filmemacher*innen. Sie nähten und gestalteten Brotbeutel, stellten mikroplastikfreie Cremes und Shampoos her und drehten in einem Filmworkshop eine Plastik-Satire. In der Textilwerkstatt mit Barbara Gschwendtner, bildende Künstlerin aus Marienhagen, wurden Beutel aus Baumwolle bedruckt und bestickt. Bienenwachstücher entstanden dadurch, dass Bienenwachsgranulat mit Bügeleisen in Baumwolltücher eingearbeitet wurde.

In der Naturkosmetik-Werkstatt mit Udo Büsing und Greta Bindernagel vom Agenda 21- und Nachhaltigkeitsbüro hatten die Kinder zwischen verschiedenen mikroplastikfreien Kosmetik-Rezepten die Auswahl. Aus Sheabutter, Kokosöl und Bienenwachs entstand beispielsweise eine feste Bodylotion, aus Kakao- und Sheabutter sowie Jojoba- und Mandelöl eine Handcreme. Ein Peeling wurde auf Zuckerbasis hergestellt und ein Sprüh-Deo mit Hilfe von Natron, Wasser, Teebaumöl und Limettenöl. Schnell war auch ein Name für das Kosmetik-Labor gefunden: "Feddys Kitchen".

In der Filmwerkstatt mit Marcel Kawentel, Drehbuchautor aus Osnabrück, ging es um ein Unternehmen, das bestrebt ist, Deutschland zur Nummer eins zu machen – zum Land mit dem höchsten Plastikabfallaufkommen. In dem satirischen Film sitzen die Mitglieder der Geschäftsleitung in der Firmenzentrale beisammen und sammeln Ideen, wie der Plastikkonsum angekurbelt werden kann.

Am Sonntag wurden die Ergebnisse aus den Workshops im Rahmen einer großen Abschlusspräsentation vorgestellt. Die Kinder aus der Naturkosmetik-Werkstatt stellten eine Szene im Kosmetiklabor nach, wo verschiedene plastikfreie Pflegeprodukte entstehen. In verschiedenen Badezimmerszenen sahen die Zuschauer*innen zudem, wie die Produkte zum Einsatz kommen. Die Kinder aus der Textilwerkstatt stellten Szenen in einem Supermarkt nach sowie in einer Küche, wo ein Pausenbrot für die Schule vorbereitet wird. Als Verpackung kamen die gestalteten Baumwoll- und Bienenwachsbeutel zum Einsatz. Den Abschluss bildete die Einspielung der Plastik-Satire "WOP - World of Plastic", die für viel Heiterkeit sorgte.

Kooperationspartner der Kinderakademie, die von der Studienleiterin Petra Steinberg-Peter geleitet wurde, war das Agenda 21- und Nachhaltigkeitsbüro der Landeshauptstadt Hannover, das im Rahmen verschiedener Programmpunkte die Auswirkungen des Plastiks auf Mensch, Tier und Natur veranschaulichte, mit der Initiative "Hannover ohne Plastik" Möglichkeiten der Vermeidung von Plastik und Alternativen zu Plastikprodukten vorstellte und die Naturkosmetik-Werkstatt durchführte.