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Bäume sind überflutet © Landeshauptstadt Hannover

Ihme-Hochwasser 2003

Wo kommt das Wasser her?

Das Einzugsgebiet der Leine bis zum Pegel in Herrenhausen besitzt eine Größe von etwa 5.300 Quadratkilometern. Einmündende Flüsse wie Innerste oder Ihme sind darin enthalten. Maßgebliche Hochwässer der Leine in Hannover werden durch überdurchschnittlich hohe Niederschläge, die auf einen Großteil dieses Einzugsgebietes niedergehen, gegebenenfalls in Verbindung mit Schneeschmelze, ausgelöst.
 
 

Welche regionalen Schutzeinrichtungen gibt es im Vorfeld von Hannover?

Schutzeinrichtungen im Zuge von Leine und Innerste sind die Talsperren im Harz und die Hochwasserrückhaltebecken. Das größte Hochwasserrückhaltebecken liegt in Salzderhelden.
 
 

Welchen Schutz bietet das Hochwasserrückhaltebecken in Salzderhelden?

Im Oberlauf der Leine bei Salzderhelden gibt es seit 1994 das große Hochwasserrückhaltebecken mit 37,4 Millionen Kubikmeter Rückhaltevolumen auf einer Fläche von 1.000 Hektar. Die Hochwassersituation in Hannover kann durch das Rückhaltebecken bei kurzfristigen Starkregenereignissen gemildert werden, da durch das Einstauen des Wassers die Hochwasserwelle in Hannover niedriger ausfällt. Diese Effekte treten jedoch nur solange auf, bis das Becken vollständig gefüllt ist.
 
 

Gibt es Möglichkeiten, im Vorfeld von Hannover etwas zu tun?

Rückhaltebecken mit deutlicher Wirkung auf Hannover machen nur in unmittelbarer Nähe der Stadt Sinn. Dort sind jedoch keine ausreichenden Flächen vorhanden, um den erforderlichen Rückhalteraum zu schaffen. Maßnahmen im Harz wirken sich nur gering auf Hannover aus. Bei Regenereignissen, die zwischen dem Harz und Hannover stattfinden, sind diese Maßnahmen ohne Wirkung.
 
 

Was würde eine neue Talsperre an der Innerste bewirken?

Der Einzugsbereich einer neuen möglichen Talsperre ist, bezogen auf den Pegel in Herrenhausen, äußerst gering. Vorausgesetzt, der Niederschlag würde im Einzugsbereich einer neuen Talsperre liegen, würden sich die Wassermengen, die bei einem "HQ100" auf Hannover zufließen, um etwa ein Prozent reduzieren. Dagegen können allerdings die ökologischen Folgen durch einen Talsperrenbau sprechen.
 
 

Wie ist das Land Niedersachen in den Hochwasserschutz eingebunden?

Das Land Niedersachsen ist in verschiedenen Bereichen in den Hochwasserschutz eingebunden. Durch das zuständige Ministerium für Umwelt und Klimaschutz werden die europäischen und deutschen Gesetze und Vorgaben in Landesrecht umgesetzt. Weiterhin wird im Wesentlichen durch den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) die Aufgabe des Hochwasserwarndienstes und der Aufstellung von Gewässer übergreifenden Hochwasserschutzplänen wahrgenommen. Das Land plant und baut in der Regel keine örtlichen Hochwasserschutzeinrichtungen, dies ist Aufgabe der Kommunen. Gleichwohl stellt das Land Gelder für den Hochwasserschutz als Fördermittel zur Verfügung. Über eine Richtlinie ist die Verteilung dieser Mittel geregelt.
 
 

Gibt es Fördermittel zur Finanzierung des Hochwasserschutzes in Hannover?

Die Hochwasserschutzmaßnahmen werden aus dem kommunalen Haushalt der Stadt Hannover bezahlt. Fördermöglichkeiten durch Europa- oder Bundesmittel gibt es derzeit nicht.
 
 

Werden die vorhandenen Hochwasserschutzanlagen regelmäßig überprüft?

Die vorhandenen Hochwasserschutzeinrichtungen unterliegen einer regelmäßigen technischen Überprüfung und sind in einem guten Zustand. Einige Stellen wurden aktuell verstärkt, so zum Beispiel an der Beuermannstraße sowie in Ricklingen in Höhe der Pfarrstraße, wo Spundwände in den Erdwall eingeschlagen wurden.
 
 

Welchen Hochwassersituationen halten die derzeitigen Schutzanlagen stand?

Die vorhandenen Schutzeinrichtungen halten Hochwassersituationen wie in den Jahren 1947, 1981 und 2003 stand. Hierbei waren noch Sicherheiten an den Schutzanlagen vorhanden. Diese Hochwassersituationen entsprachen in etwa einem 25-jährlichen Hochwasser ("HQ25").
 
 

Wie sicher sind die "Deiche"?

Beim letzten Hochwasser im Jahr 2003 trat an der Deichinnenseite Wasser aus. Deshalb wird immer wieder die Sicherheit der Deiche insbesondere in Ricklingen in Frage gestellt. Doch aus fachlicher Sicht ist dies normal, da bei länger anhaltendem Hochwasser Sickerwasser aus wasserführenden Erdschichten austreten kann. Eine Gefahr besteht erst dann, wenn Material aus dem Deich ausspült wird.
 
 

Wer kümmert sich in Hannover um das Hochwasser?

Für akute Hochwassersituationen sind in der Landeshauptstadt Hannover die Feuerwehr, Stadtentwässerung und der Fachbereich Tiefbau zuständig. Mit der langjährigen Erfahrung und den Erkenntnissen aus den vergangenen Hochwasserereignissen werden die Alarmpläne immer wieder aktualisiert. Auflaufendes Hochwasser und außergewöhnliche Pegelstände lösen stufenweise Sicherungsmaßnahmen aus. So werden dann beispielsweise von der Stadtentwässerung Hannover Schieber geschlossen, die Straßensperrungen von Wilkenburger Straße, Brückstraße sowie der Klappenburgbrücke werden aufgestellt und das Deichtor in der Düsternstraße geschlossen. Bei weiter steigenden Pegeln wird der Einsatz mit Sandsäcken vorbereitet. Potenzielle Gefahrenpunkte sind bekannt und im Alarmplan der Feuer-wehr entsprechend berücksichtigt. Aber: Einen hundertprozentigen Schutz, beispielsweise vor einem Hochwasser wie im Jahr 1946, gibt es nicht.