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Karte mit Gewässerorten © Region Hannover

Gewässer III. Ordnung

Pilotprojekt der Region Hannover

Gewässerentwicklung durch Unterhaltung

Förderung der natürlichen Gewässerentwicklung

Im Juli 2012 startete die Region ein Projekt der Gewässerunterhaltung um an „Modell“-Gewässerstrecken mit differenzierten Arbeiten die natürliche Gewässerentwicklung zu fördern. Der im Wassergesetz geforderte ordnungsgemäße Wasserabfluss soll dabei gewahrt werden.

Biologische Entwicklung wird gehemmt

In den letzten rund 150 Jahren wurden die Flüsse und Bäche begradigt, in ihrem Profil verbreitert, eingetieft oder aufgestaut. Dies geschah aus Gründen des Hochwasserschutzes für Siedlungen zur Gewährleistung sicherer Ernten, zur Energiegewinnung (Mühlen, Wasserkraftwerke), zur Verbesserung der Schiffbarkeiten und zur Vorflutverbesserung für Regen- und Schmutzwasserkanalisationen aus den Ortslagen.

Nach den Anstrenungen in der „Abwasserbeseitigung“ in den letzten rund 40 Jahren (stetiger Ausbau der Kanalisationen und der Kläranlagen) hat sich die Wasserqualität in den Flüssen sehr positiv entwickelt.

Die Fluss- und Bachbetten stellen mittlerweise selbst einen begrenzenden Faktor in der weiteren biologischen Entwicklung dar. Der Gewässeraus- und –umbau hinterließ monotone Strukturen. Die Gewässerpflege und –unterhaltung konserviert diese Zustände.

Daher ist für jedes Fließgewässer zu prüfen, ob die Unterhaltungsarbeiten extensiviert oder zumindest stärker an die Örtlichkeit angepasst ausgeführt werden können. Dieses kann nur unter der Gewährleistung des erforderlichen Wasserabflusses geschehen und ist für jedes Gewässer „auszuloten“.

Renaturierungsmaßnahmen seit über 25 Jahren

Die Region – und davor der Landkreis und die Stadt Hannover – setzen sich seit über 25 Jahren für natürlichere Bäche, Gräben und Flüsse ein. So findet in Ergänzung zu den Untersuchungen des Landes ein biologisches Monitoring in den Fließgewässern statt. Seit 1998 sind finanzielle Fördermittel für Renaturierungsmaßnahmen erhältlich. 2008 beschloss die Regionsversammlung eine „neue“ Unterhaltungsverordnung, mit der die Region gegenüber ihren Vorgängerverordnungen versucht, eine Balance zwischen regelmäßigen Unterhaltungsarbeiten (Wasserabfluss) und einer Entwicklung zu mehr Natürlichkeit zu finden.

In 2008 (in Pattensen) und 2011 (in Burgdorf) fanden zu diesem Thema für die Gewässerunterhalter Informationsveranstaltungen mit Maschinenvorführungen statt.

Mit den Fördermitteln werden u. a. der Ankauf von Gewässerrandstreifen und deren „Anschub“-entwicklung, die Schaffung von „Durchgängigkeiten“ an Wehren und Sohlabstürzen durch den Bau von Sohlgleiten oder Umflutern und der Bau von Sandfängen (für den Rückhalt von Feinsedimenten) bezuschusst.

Idee für ein Pilotprojekt

Nach der „Burgdorfer“ Informationsveranstaltung zur Gewässerunterhaltung im September 2011 entstand die Idee, in der Region innerhalb eines Pilotversuches an aus gewählten Gräben und Bächen (Gewässer III. Ordnung) unter fachkundiger Beratung eine differenzierte Unterhaltung auszuprobieren. Ziel ist es – unter Wahrung des ordnungsgemäßen Wasserabflusses – eine größere Strukturvielfalt zuzulassen und damit auch eine größere biologische (Arten)-vielfalt zu bewirken. Ist eine Extensivierung der Arbeiten möglich, lassen sich zudem Kosten einsparen. Die fachkundige Unterstützung erfolgt durch den Hamburger Ingenieur Manfred Tschöpe – Büro Projektberatung + Nachhaltigkeit – Neelandstieg 14a, 21147 Hamburg.

Das Projekt ist auf die Gewässer III. Orndung beschränkt, weil

  • die Gewässer III. Ordnung die Oberläufe der größeren Bäche und Flüsse darstellen („Kinderstube“, Verfrachtung von Feinsedimenten) und
  • im Gegensatz zu den Unterhaltungsverbänden (II. Ordnung) die Unterhaltungsarbeiten an den Gewässern III. Ordnung nicht von Wasserbauingenieuren bestimmt werden, sondern von Ehrenamtlichen (Wasser- und Bodenverbände Realverbände) oder kommunalen MitarbeiterInnen, für die die Gewässerunterhaltung eine von verschiedenen Tätigkeiten ist.

Die „Beratungsphase“ des Herrn Tschöpe erstreckt sich über 2 Jahre. Das begleitende Monitoring (Tschöpe/Wasserbehörde) läuft über 5 Jahre bis 2017.

Zur Beratung gehören u. a.

  • regelmäßige Schulungseinheiten für die Pilotteilnehmer, modular mit Schwerpunktthemen,
  • regelmäßige Einbindung der Flächennutzer (Arbeitstreffen vor Ort, Informationsveranstaltungen),
  • Einbindung der Unteren Wasserbehörde,
  • quartalsmäßige Bereisung der Versuchsstrecken zur Feststellung von Veränderungen.

Das Projekt – die Beratungskosten – wird vom Land Niedersachsen finanziell unterstützt.

Projektberatung Umwelt + Nachhaltigkeit
Die Projektteilnehmer
WaBoVerband/Kommune AnsprechpartnerIn/Funktion Adresse Telefon/E-Mail
Stadt Burgdorf Herr Peter Frerichs
Leiter der Umweltschutzabteilung
Vor dem Hannoverschen Tor 27
31303 Burgdorf
+49 5136 898-381
umwelt@burgdorf.de
Realverband Großburgwedel
 und
 Stadt Burgwedel

Marcus Fortmüller
Verbandsvorsteher

Herr Malte Schubert
Koordinator für Umweltfragen

Kokenhorststr. 17
30938 Großburgwedel

Fuhrberger Str. 4
30938 Burgwedel

+49 5139 980683
info@fortmueller.info

+49 5139 8973-108
M.Schubert@Burgwedel.de

Stadt Garbsen Herr Ali Özer
Team Straßenbau
Rathausplatz 1
30823 Garbsen
+49 5131 707-415
Ali.Oezer@Garbsen.de
Landeshauptstadt Hannover
-Stadtentwässerung-
Herr Norbert Voßler
Sachgebietsleiter Gewässerausbau
Sorststr. 16
30165 Hannover
+49 511 168-47565
Norbert.Vossler@Hannover-Stadt.de
Gemeinde Wedemark Frau Ursula Schwertmann
Umweltschutzbeauftragte
Fritz-Sennheiser-Platz 1
30900 Wedemark
+49 5130 581-365
ursula.schwertmann@Wedemark.de
Wasser- u. Bodenverband Edder und Flöth Herr Reinhard Hemme
Verbandsvorsteher
Dorfstr. 40
30916 Isernhagen
+49 5139 87205
uhv.wietze@t-online.de
Wasser- u. Bodenverband Leineniederung Herr Hartmut Müller
Geschäftsführer
Theresenstr. 4
31535 Neustadt/Rbge.
+49 5032 84–291
hmueller@neustadt-a-rbge.de
Wasser- u. Bodenverband
Hiddestorf-Lüdersen
und Stadt Hemmingen
Herr Heinrich Tubbe
Verbandsvorsteher
Ostertorstr. 38
30966 Hemmingen
+49 5101 84805
heinrich.tubbe@arcor.de
Frau Roswitha Mühe
Abteilung Umweltschutz und Freiraumplanung
Rathausplatz 1
30966 Hemmingen
+49 511 4103-115
Roswitha.Muehe@stadthemmingen.de
Wasser- u. Bodenverband Eldagsen Herr Friedrich Bohle
Verbandsvorsteher
Lange Str. 41
31832 Springe
+49 5044 4484
FBS4484@t-online.de
Wasser- u. Bodenverband Holtensen-Bredenbeck Herr Ernst Herbst
Verbandsvorsteher
Süderweg 14
30974 Wennigsen
+49 5109 565452
eherbst@gmx.de
Projektingenieur + Beratung
Projektberatung Umwelt und Nachhaltigkeit Herr Manfred Tschöpe Neelandstieg 14 a
21147 Hamburg
+49 40 797519–77
Manfred.Tschoepe@googlemail.com
Betreuung + Monitoring bei der Unteren Wasserbehörde
Region Hannover
Gewässerschutz – zentrale Aufgaben
Frau Petra Engellien
Gewässerökologie + -monitoring
Wilhelmstr. 1
30171 Hannover
+49 511 616-22695
Petra.Engellien@region-hannover.de
Herr Harald Windeler
Teamleiter
Wilhelmstr. 1
30171 Hannover
+49 511 616-22728
Harald.Windeler@region-hannover.de
Projektförderung
NLWKN
Betriebsstelle Hannover-Hildesheim
Herr Stephan Bauer Göttinger Chaussee 76 A
30453 Hannover
+49 511 30343013
Stephan.Bauer@nlwkn-h.niedersachsen.de

Teilnehmer des Pilotprojektes erläutern ihre Beweggründe für die Teilnahme

Video-Download

Projekt zur modellhaften Umsetzung von Unterhaltungsmaßnahmen an Gewässern 3. Ordnung - Interviews mit Herrn Frerichs (Stadt Burgdorf), Herrn Hemme (Wasser- und Bodenverband Edder und Flöth), Herrn Bohle (Wasser- und Bodenverband Eldagsen), Herr Voßler (Stadtentwässerung Hannover) zu ihren Beweggründen, an dem Pilotprojekt teilzunehmen

Video-Download

Modellhafte Umsetzung von (Unterhaltungs-) Maßnahmen an Gewässern III. Ordnung 2012 – 2016

Auskünfte zum Gewässerschutz