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Fahrerlaubnisbehörde Hannover

Fahrerlaubnis auf Probe

Informationen zum Aufbauseminar

Bei Ersterteilung einer Fahrerlaubnis wird diese zunächst für die Dauer von zwei Jahren auf Probe erteilt. Während dieser Zeit soll sich der Fahranfänger als Teilnehmer am motorisierten Straßenverkehr bewähren; dies gilt nicht für den Ersterwerb der Klassen AM und T.

Die Probezeit beginnt mit dem Datum der Erteilung der Fahrerlaubnis und wird unterbrochen, wenn die Fahrerlaubnis vor Ablauf der Probezeit entzogen wird oder der Inhaber auf sie verzichtet. In diesem Fall beginnt mit der Neuerteilung einer Fahrerlaubnis eine neue Probezeit im Umfang der Restdauer der bisherigen Probezeit.

Begeht ein Inhaber einer Fahrerlaubnis auf Probe einen schwerwiegenden Verkehrsverstoß oder zwei weniger schwerwiegende Verkehrsverstöße , die in das Verkehrszentralregister beim Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg eingetragen werden, wird die zuständige Fahrerlaubnisbehörde darüber informiert. Diese hat dann die Teilnahme an einem sogenannten Aufbauseminar für Inhaber einer Fahrerlaubnis auf Probe (ASF) anzuordnen, wodurch sich die Probezeit einmalig um zwei Jahre verlängert. Für die Anordnung ist der Zeitpunkt der Tatbegehung ausschlaggebend, nicht der Zeitpunkt der Rechtskraft der Bußgeldentscheidung. Die Teilnahme an einem Aufbauseminar ist also auch anzuordnen, wenn die Probezeit zwischenzeitlich abgelaufen ist.

Ein Aufbauseminar umfasst vier Sitzungen von jeweils 135 Minuten und eine Fahrprobe. Durch Gruppengespräche, Verhaltensbeobachtungen in der Fahrprobe, Analyse problematischer Verkehrssituationen und weitere Informationsvermittlung soll ein sicheres und rücksichtsvolles Fahrverhalten erreicht sowie die Einstellung zum Verhalten im Straßenverkehr geändert, das Risikobewusstsein gefördert und die Gefahrenerkennung verbessert werden.

Wird die Teilnahme an dem Aufbauseminar nicht innerhalb der gewährten Frist von drei Monaten nachgewiesen, ist die Fahrerlaubnisbehörde gehalten, die Fahrerlaubnis zu entziehen.

Die Entscheidung darüber, welcher Verstoß als schwerwiegend bzw. weniger schwerwiegend anzusehen ist, hat der Gesetzgeber getroffen, indem er in Anlage 12 zur Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) in Zuwiderhandlungen nach Abschnitt A ( = schwerwiegend) und Abschnitt B ( = weniger schwerwiegend) unterschieden hat:

Anlage 12 zur Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV)
Download im PDF-Format (14 kB)

Aufbauseminare für Inhaber einer Fahrerlaubnis auf Probe (ASF) werden in Hannover von den nachstehenden Fahrschulen angeboten. Für den Fall, dass Sie von der Fahrerlaubnisbehörde zu der Teilnahme an einem derartigen Seminar aufgefordert wurden, informieren Sie sich bitte direkt bei den Fahrschulen über die Kurstermine, Kosten, etc.

Hat ein Inhaber einer Fahrerlaubnis auf Probe unter dem Einfluss von Alkohol oder anderer berauschender Mittel – z. B. Drogen – am Straßenverkehr teilgenommen, so muss er ein besonderes Aufbauseminar absolvieren. Ein besonderes Aufbauseminar besteht aus einem Kurs mit einem Vorgespräch und drei Sitzungen von jeweils 180 Minuten sowie der Anfertigung von Kursaufgaben zwischen den Sitzungen. In dem Kurs sollen die Wissenslücken der Kursteilnehmer über die Wirkung des Alkohols und anderer berauschender Mittel auf Verkehrsteilnehmer geschlossen werden, um insbesondere Trinkgewohnheiten zu ändern sowie Trinken und Fahren künftig zuverlässig trennen zu können.

Nähere Auskünfte über den Kurs und die bei einer Teilnahme entstehenden Kosten können Sie bei den nachfolgenden Institutionen erfragen:

Anbieter Schulungsräume
AFN (Gesellschaft für Ausbildung, Fortbildung und Nachschulung e.V.)
Altenwall 9
28195 Bremen
Telefon: 0180 / 23 19 49 4
Fax: 0421 / 33 79 65 0
E-mail: afn@afn.de
Internet: www.afn.de
Fahrschule Siewert-Möhle
Kurt-Schumacher-Str. 27
30159 Hannover
Nord-Kurs GmbH & Co. KG
Andreaestraße 7
30159 Hannover
Telefon: 0511 / 35 39 63 0
Fax: 0511 / 35 39 63 20
E-mail: hannover@nord-kurs.de
Internet: www.nord-kurs.de
Nord-Kurs GmbH & Co. KG
Andreaestraße 7
30159 Hannover

Sollten nach der Teilnahme an dem Aufbauseminar ein weiterer schwerwiegender Verkehrsverstoß bzw. zwei weniger schwerwiegende Zuwiderhandlungen begangen werden, ist die Fahrerlaubnisbehörde verpflichtet eine schriftliche Verwarnung auszusprechen und auf die Möglichkeit einer freiwilligen Teilnahme an einer verkehrspsychologischen Beratung hinzuweisen. In der verkehrspsychologischen Beratung soll der Fahrerlaubnisinhaber veranlasst werden, Mängel in seiner Einstellung zum Straßenverkehr und im verkehrssicheren Verhalten zu erkennen und die Bereitschaft entwickeln, diese Mängel abzubauen. Die Beratung findet in Form eines Einzelgespräches statt; sie kann durch eine Fahrprobe ergänzt werden, wenn der Berater dies für erforderlich hält. Der Berater soll die Ursachen der Mängel aufklären und Wege zu ihrer Beseitigung aufzeigen. Der Betroffene erhält eine Bescheinigung über die Teilnahme zur Vorlage bei der Fahrerlaubnisbehörde. Für die Teilnahme an einer derartigen Beratung innerhalb von zwei Monaten wird der Abzug von zwei Punkten im Verkehrszentralregister gewährt.

Eine Empfehlung für Verkehrspsychologische Berater erhalten Sie bei folgenden Verbänden:

Bundesverband Niedergelassener Verkehrspsychologen (BNV)
Börnestr. 34
22089 Hamburg
Telefon: 040 / 27 87 38 10
Fax: 040 / 60 95 03 89
E-mail: info@bnv.de
Internet: www.bnv.de

Psychotherapie-Informations-Dienst (PID)
Am Köllnischen Park 2
10179 Berlin
Telefon: 030 / 2 09 16 63 30
Fax: 030 / 2 09 16 63 16
E-mail: pid@dpa-bdp.de
Internet: www.psychotherapiesuche.de

Bei einem weiteren schwerwiegendem Verstoß bzw. zwei weniger schwerwiegenden Zuwiderhandlungen nach Ablauf der Frist zur Teilnahme an der verkehrspsychologischen Beratung wird die Fahrerlaubnis für mindestens drei Monate entzogen . Die Sperrfrist beginnt mit der Ablieferung des Führerscheines bei der Fahrerlaubnisbehörde. Im Rahmen der Bearbeitung eines dann zu stellenden Antrages auf Neuerteilung einer Fahrerlaubnis wird die Fahrerlaubnisbehörde die Vorlage eines medizinisch-psychologischen Gutachtens einer Begutachtungsstelle für Fahreignung fordern. Sollte nach den Umständen des Einzelfalles Grund zu der Annahme bestehen, dass der Fahranfänger aufgrund der begangenen Verkehrsverstöße zum Führen von Kraftfahrzeugen ungeeignet ist, kann die Fahrerlaubnisbehörde von dieser Maßnahme auch schon vorher Gebrauch machen.