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Fahrerlaubnisbehörde Hannover

Fahrlehrer- und Fahrschulangelegenheiten

Informationen über die Erlangung der Fahrlehrererlaubnis

Bitte beachten Sie die abweichenden Öffnungszeiten für die Fahrlehrer- und Fahrschulangelegenheiten in der großen Kontaktbox auf der rechten Seite. Außerhalb der regulären Öffnungszeiten können weitere Termine vereinbart werden.

Wer Personen ausbildet, die eine Erlaubnis zum Führen von Kraftfahrzeugen erwerben wollen, benötigt eine Fahrlehrerlaubnis. Die Fahrlehrerlaubnis kann für die Klassen A, BE, CE und DE auf Antrag erteilt werden. Von einer Fahrlehrerlaubnis darf nur im Rahmen eines Beschäftigungsverhältnisses mit einem Inhaber einer Fahrschulerlaubnis Gebrauch gemacht werden.

Was benötige ich für einen Antrag auf Erteilung einer Fahrlehrerlaubnis?

Die Voraussetzungen für die Erteilung einer Fahrlehrerlaubnis sind in § 2 Fahrlehrergesetz (FahrlG) geregelt. Danach wird die Fahrlehrerlaubnis erteilt, wenn der Bewerber

  • mindestens 22 Jahre alt ist,
  • geistig, körperlich und fachlich geeignet ist und keine Tatsachen vorliegen, die ihn für den Fahrlehrerberuf als unzuverlässig erscheinen lassen,
  • mindestens eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem anerkannten Lehrberuf nach abgeschlossener Hauptschulbildung oder eine gleichwertige Vorbildung besitzt,
  • die Fahrerlaubnis der Klassen A, BE und CE und, sofern die Fahrlehrerlaubnis für die Klasse DE erteilt werden soll, die Fahrerlaubnis der Klasse DE besitzt; eine Fahrerlaubnis auf Probe reicht nicht aus,
  • über eine ausreichende Fahrpraxis* auf Kraftfahrzeugen der Klasse verfügt, für die die Fahrlehrerlaubnis erteilt werden soll,
  • innerhalb der letzten drei Jahre zum Fahrlehrer ausgebildet worden ist, und
  • die fachliche Eignung in einer Prüfung (§ 4 FahrlG) nachgewiesen hat.
     * § 2 Absatz 2 FahrlG: Als ausreichend gilt die Fahrpraxis, wenn der Bewerber innerhalb der letzten fünf Jahre vor der Antragstellung drei Jahre Kraftfahrzeuge der Klasse B und zwei Jahre der Klasse A (ohne Beschränkung auf leistungsbegrenzte Krafträder), CE und DE geführt hat. Der Nachweis kann z.B. durch ein Schreiben einer Versicherung oder der Zulassungsbehörde erfolgen.

Dem Antrag sind folgende Unterlagen beizufügen:

  • ein amtlicher Nachweis über Ort und Tag der Geburt
  • ein Lebenslauf
  • das Zeugnis eines Amtsarztes oder - auf Verlangen der Erlaubnisbehörde- eines Facharztes oder das Gutachten einer amtlich anerkannten Begutachtungsstelle für Fahreignung über die geistige und körperliche Eignung
  • eine Kopie des Führerscheins; sie muss amtlich beglaubigt sein, wenn der Führerschein nicht zur Einsichtnahme vorgelegt wird
  • Unterlagen über die Fahrpraxis
  • ein Nachweis über die Vorbildung
  • eine Bescheinigung der amtlich anerkannten Fahrlehrerausbildungsstätte über die Dauer der durchgeführten Ausbildung
  • im Antrag auf Erteilung der Fahrlehrerlaubnis Klasse BE eine Bescheinigung der Ausbildungsfahrschule über die Dauer der durchgeführten Ausbildung.

Zur Feststellung, ob Tatsachen vorliegen, die den Bewerber für den Fahrlehrerberuf als unzuverlässig erscheinen lassen, ist zusätzlich ein Führungszeugnis sowie ein Auszug aus dem Fahreignungsregister einzureichen. Sie können dies durch die Landeshauptstadt Hannover anfordern lassen, wenn Sie das Formblatt Einverständniserklärung ausgefüllt an uns senden.

Der Weg zur Fahrlehrerlaubnis

Der Bewerber um eine Fahrlehrerlaubnis absolviert zunächst eine fünfmonatige Ausbildung in einer Fahrlehrerausbildungsstätte. In dieser Zeit liegt eine fahrpraktische Prüfung; nach Abschluss der Ausbildung folgt eine schriftliche und eine mündliche Fachkundeprüfung. Nach erfolgreicher Ableistung der Prüfungen erhält der angehende Fahrlehrer einen befristeten Fahrlehrerschein gemäß § 9 a FahrlG.
Von der befristeten Fahrlehrerlaubnis darf nur unter Aufsicht eines Ausbildungsfahrlehrers Gebrauch gemacht werden. Die Ausbildungsdauer in einer Ausbildungsfahrschule beträgt ca. 4 ½ Monate inklusive zwei Wochen in der Fahrlehrerausbildungsstätte. Im Anschluss an diese Ausbildung folgt eine praktische und eine theoretische Lehrprobe. Bei erfolgreichem Bestehen wird die unbefristete Fahrlehrerlaubnis erteilt.

Was geschieht, wenn ich eine der Prüfungen nicht bestehe?

Nicht bestandene Prüfungen und Lehrproben können höchstens zweimal wiederholt werden. Bei der Fachkundeprüfung und den Lehrproben muss zwischen dem Nichtbestehen und der Wiederholung mindestens ein Monat liegen.
Nach dreimaligem Nichtbestehen einer Prüfung oder Lehrprobe muss sich der Bewerber einer erneuten Ausbildung unterziehen. Dies ist jedoch frühestens fünf Jahre nach Abschluss der nicht bestandenen Prüfung oder Lehrprobe möglich.

Was benötige ich für einen Antrag auf Erteilung einer Fahrschulerlaubnis?

Wer als selbständiger Fahrlehrer Fahrschüler ausbildet oder durch von ihm beschäftigte Fahrlehrer ausbilden lässt, benötigt die Fahrschulerlaubnis (§ 10 FahrlG). Die Voraussetzungen für die Erteilung einer Fahrschulerlaubnis sind in § 11 Fahrlehrergesetz (FahrlG) geregelt. Danach wird die Fahrschulerlaubnis erteilt, wenn der Bewerber

  • mindestens 25 Jahre alt ist und keine Tatsachen vorliegen, die ihn für die Führung einer Fahrschule als unzuverlässig erscheinen lassen,
  • keine Tatsachen vorliegen, welche die Annahme rechtfertigen, dass der Bewerber die Pflichten nach § 16 FahrlG nicht erfüllen kann,
  • der Bewerber die Fahrlehrerlaubnis für die Klasse besitzt, für die er die Fahrschulerlaubnis beantragt,
  • der Bewerber mindestens zwei Jahre lang im Rahmen eines Beschäftigungsverhältnisses mit dem Inhaber einer Fahrschulerlaubnis hauptberuflich als Fahrlehrer tätig war,
  • der Bewerber an einem Lehrgang von mindestens 70 Stunden zu 45 Minuten über Fahrschulbetriebswirtschaft teilgenommen hat,
  • der Bewerber den erforderlichen Unterrichtsraum, die erforderlichen Lehrmittel und die zur Fahrausbildung in der betreffenden Fahrerlaubnisklasse bestimmten Lehrfahrzeuge zur Verfügung hat.

Ist der Bewerber eine juristische Person (z. B. eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung), wird die Fahrschulerlaubnis erteilt, wenn der Unterrichtsraum, die Lehrmittel und die Lehrfahrzeuge zur Verfügung stehen und keine Tatsachen vorliegen, die die zur Vertretung berechtigten Personen als unzuverlässig erscheinen lassen und eine von ihnen, die die übrigen Voraussetzungen erfüllt, zum verantwortlichen Leiter des Ausbildungsbetriebs bestellt wird.

Dem Antrag sind folgende Unterlagen beizufügen:

  • eine amtlich beglaubigte Abschrift oder Kopie des Fahrlehrerscheins,
  • Unterlagen über die Tätigkeit als Fahrlehrer,
  • eine Bescheinigung des Trägers eines fahrschulbetriebswirtschaftlichen Lehrgangs über die Lehrgangsteilnahme,
  • eine Erklärung, von welcher Behörde bereits eine Fahrschulerlaubnis erteilt wurde,
  • ein maßstabsgerechter Plan der Unterrichtsräume mit Angaben über ihre Ausstattung,
  • eine Erklärung, dass die vorgeschriebenen Lehrmittel zur Verfügung stehen,
  • eine Aufstellung über Anzahl und Art der Lehrfahrzeuge.

Zur Feststellung, ob Tatsachen vorliegen, die den Bewerber für die Führung einer Fahrschule als unzuverlässig erscheinen lassen, ist zusätzlich ein Führungszeugnis sowie ein Auszug aus dem Fahreignungsregister einzureichen. Sie können dies durch die Landeshauptstadt Hannover anfordern lassen, wenn Sie das Formblatt Einverständniserklärung ausgefüllt an uns senden.

Was benötige ich für eine Zweigstellenerlaubnis?

Eine Zweigstellenerlaubnis wird erteilt, wenn Unterrichtsraum, Lehrmittel und Lehrfahrzeuge den Vorgaben den Rechtsverordnungen entsprechen und gewährleistet ist, dass der Inhaber der Fahrschule oder der verantwortliche Leiter des Ausbildungsbetriebs seinen Pflichten nach § 16 FahrlG nachkommen kann.

Was benötige ich für einen Antrag auf Erteilung einer Seminarerlaubnis?

Die Voraussetzungen für die Erteilung einer Seminarerlaubnis sind in § 31 FahrlG geregelt. Danach wird die Seminarerlaubnis erteilt, wenn der Bewerber

  • die Fahrlehrerlaubnis der Klassen A und BE besitzt,
  • innerhalb der letzten fünf Jahre drei Jahre lang Fahrschülern, welche die Fahrerlaubnis der Klassen A und B erwerben wollen, hauptberuflich theoretischen und praktischen Unterricht erteilt hat,
  • innerhalb der letzten zwei Jahre mit Erfolg an einem Einweisungslehrgang teilgenommen hat.

Was benötige ich für eine Erlaubnis als Ausbildungsfahrschule?

Eine Fahrschule, an der ein Fahrlehrer mit befristeter Fahrlehrerlaubnis tätig ist, darf gemäß § 21 a FahrlG nur betreiben oder verantwortliche leiten, wer

  • innerhalb der letzten fünf Jahre mindestens drei Jahre lang Fahrschülern, welche die Fahrerlaubnis der Klasse B erwerben wollen, hauptberuflich theoretischen und praktischen Unterricht erteilt hat,
  • seit mindestens drei Jahren die Fahrschulerlaubnis besitzt oder als verantwortlicher Leiter des Ausbildungsbetriebs einer Fahrschule tätig ist,
  • an einem mindestens dreitägigen Einweisungsseminar teilgenommen hat,
  • die Zuverlässigkeit besitzt und die Gewähr für die ordnungsgemäße Ausbildung von Fahrlehrern mit befristeter Fahrlehrerlaubnis bietet.

Zur Prüfung, ob die Zuverlässigkeit vorliegt, ist zusätzlich ein Führungszeugnis sowie ein Auszug aus dem Fahreignungsregister einzureichen. Sie können dies durch die Landeshauptstadt Hannover anfordern lassen, wenn sie das Formblatt Einverständniserklärung ausgefüllt an uns senden.

Welche Fahrerlaubnisbehörde ist für mich zuständig?

Gemäß § 32 Absatz 2 FahrlG ist grundsätzlich die Fahrerlaubnisbehörde zuständig, in welcher der Fahrlehrer seinen Wohnsitz hat. Nimmt der Fahrlehrer seine Fahrlehrertätigkeit in einer anderen Gemeinde auf, ist die dortige Erlaubnisbehörde zuständig.

Was muss ich noch beachten?

Fortbildung

Gemäß § 33 a FahrlG hat ein Fahrlehrer alle vier Jahre an einem jeweils dreitägigen Fortbildungslehrgang teilzunehmen.
Ist er Inhaber einer Seminarerlaubnis, so hat er binnen zwei Jahren nach Erlaubniserteilung und sodann bis zum Ablauf des vierten auf das Ende der vorhergehenden Frist folgenden Jahres wiederkehrend an einem entsprechenden zusätzlichen dreitägigen programmspezifischen Fortbildungslehrgang teilzunehmen.
Hinweis: Die Fahrlehrerlaubnis sowie die Seminarerlaubnis kann widerrufen werden, wenn zweimal gegen die Fortbildungspflicht verstoßen wird. Bereits die einmalige Nichtteilnahme stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit einer Geldbuße bis zu 500,00 € geahndet werden kann.
Weitere Informationen sind erhältlich bei folgenden Institutionen:

Fahrlehrerverband Niedersachsen e.V.
Postfach 11 23
29550 Bienenbüttel
Tel. 0582 / 37 011
E-Mail: mail@fahrlehrerverband-niedersachsen.de
Internet: www.fahrlehrerverband-niedersachsen.de

Berufsgenossenschaft für Fahrzeughaltungen
Ottenser Hauptstr. 54
22765 Hamburg
Tel. 040 / 39 80 0
Fax: 040 / 39 80 16 66
E-mail: hv-m@bgf.de
Internet: www.bgf.de

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Fachbereich Öffentliche Ordnung
Bereich Gewerbeangelegenheiten
Gewerbeprüfung
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