Im Mittelpunkt des Austausches standen aktuelle globale Entwicklungen, ihre Auswirkungen auf Kommunen sowie zentrale Reformprozesse auf Bundesebene, die die internationale Arbeit der Städte maßgeblich beeinflussen.
Städte sind die zentralen Orte, an denen globale Entwicklungen konkret werden – hier werden die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen umgesetzt, hier schlagen sich internationale Krisen und Konflikte unmittelbar nieder und hier entstehen praxisnahe Lösungen im direkten Austausch mit den Bürger*innen. Entsprechend gewinnt die internationale Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene zunehmend an Gewicht.
Ein Schwerpunkt des Austausches lag auf der kommunalen Entwicklungszusammenarbeit. Diese wird maßgeblich durch Programme des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt. Angesichts veränderter Rahmenbedingungen – insbesondere im Zuge aktueller Reformprozesse im BMZ sowie vor dem Hintergrund angespannter kommunaler Haushaltslagen – wächst der Bedarf, Projekte strategisch weiterzuentwickeln und neue Kooperationsformen, etwa durch eine stärkere Einbindung der Wirtschaft, zu erschließen. In diesem Zusammenhang forderten die Städte, die Rolle der Kommunen künftig stärker und expliziter zu verankern. Hierzu soll ein eigenes Arbeitspapier im BMZ erarbeitet werden, das die Bedeutung und Rolle der Kommunen in der Entwicklungszusammenarbeit klar herausstellt.
Auch die Weiterentwicklung der Agenda 2030 war ein zentrales Thema. Städte leisten einen entscheidenden Beitrag zur Erreichung der globalen Nachhaltigkeitsziele, insbesondere in den Bereichen nachhaltige Stadtentwicklung, Klimaschutz und soziale Teilhabe. Für die Fortschreibung der Ziele müsse die Rolle der Städte klarer und differenzierter berücksichtigt werden. Internationale Netzwerke wie das World Urban Forum sind wichtige Plattformen für den Austausch, müssen aber stärkere politische Aufmerksamkeit und Wirkung entfalten.
Breiten Raum nahmen zudem geopolitische Entwicklungen ein. In Gesprächen mit dem Auswärtigen Amt wurden aktuelle Entwicklungen unter anderem mit Blick auf die Ukraine, den Nahen Osten sowie die Türkei eingeordnet. Dabei wurde deutlich, dass ein strukturierter und kontinuierlicher Dialog zwischen Kommunen und dem Auswärtigen Amt notwendig ist, um Städte auch jenseits klassischer Entwicklungszusammenarbeit als relevante Akteur*innen in außenpolitischen Fragestellungen zu positionieren.
Für Hannover bestätigt die Teilnahme die strategische Relevanz internationaler Zusammenarbeit. Die Landeshauptstadt engagiert sich weiterhin aktiv in ihren Partnerschaften und Projekten. Zugleich zeigt sich: Städte sind für die Umsetzung globaler Nachhaltigkeitsziele auf verlässliche und langfristig gesicherte finanzielle Unterstützung angewiesen. Eine ausreichende Ausstattung entsprechender Förderprogramme bleibt daher entscheidend, um kommunales Engagement international wirksam fortführen und ausbauen zu können.
Hintergrund: Der Arbeitskreis „Internationales“ des Deutschen Städtetages tagt zweimal jährlich und gastiert im Wechsel in verschiedenen Städten. Eine Sitzung fand im September 2024 auch in Hannover statt.