Vermittlungsprogramm

Kunst umgehen

Das Vermittlungsprogramm "Kunst umgehen" zur Vermittlung von Kunst im öffentlichen Raum hat sich als regelmäßiges Angebot des Kulturbüros der Landeshauptstadt fest etabliert. Von Mai bis Oktober werden jeweils vier öffentliche Veranstaltungen pro Monat angeboten.

Vermittlungsangebote zur Kunst im öffentlichen Raum

Das Vermittlungsprogramm zur Kunst im öffentlichen Raum von Anna Grunemann, Thomas Kaestle und Christiane Oppermann setzt auch in diesem Jahr vor allem auf digitale Veranstaltungen.

Auf der Website www.kunst-umgehen.digital gibt es regelmäßig sonntags ab 12 Uhr neue Veranstaltungsangebote, die sich an den gewohnten Formaten orientieren – nur eben als Magazinbeiträge, zusammengefügt aus Audio-, Video-, Text- und Bildelementen.

Dabei bleibt die Individualität der analogen Veranstaltungen erhalten – jede*r Vermittler*in hinterfragt die Kunst weiterhin mit eigenen Mitteln und eigenen Schwerpunkten. "Kunst umgehen"-Interessierte können in Ruhe durch Führungen, Gespräche und Performances stöbern: zuhause am Schreibtisch oder auf dem Sofa, aber auch auf eigene Faust im Stadtraum.

Neben den Informationen steht auch die Inspiration im Mittelpunkt, um sich auf die Suche nach neuen Positionen und Perspektiven zu begeben.

Alle bisherigen, digitalen Veranstaltungen sind kostenfrei zugänglich und bleiben im Archiv verfügbar unter www.kunst-umgehen.digital

Das Programm im August

29. August

ab 12:00 Uhr
www.kunst-umgehen.digital
Kunst umgehen: Sculpture Transfer
Die Große Familie von Eugène Dodeigne
(hinter dem Museum August Kestner)

Auch in diesem Jahr zeigt Sculpture Transfer performative Eingriffe in Resonanz zu Objekten aus dem Experiment Straßenkunst, dem ersten umfangreichen Programm für Kunst im öffentlichen Raum einer deutschen Stadt. Das Figurenensemble Die Große Familie des Belgischen Künstlers Eugène Dodeigne wurde zunächst im Jahr 1971 auf dem Trammplatz
aufgestellt und 1997 an seinen aktuellen Standort umgesetzt. Der Titel der Arbeit suggeriert Verwandtschaften und lässt an Personen und Persönlichkeiten denken – mit all ihren Beziehungen und Geschichten.


22. August

ab 12:00 Uhr
www.kunst-umgehen.digital
Kunst umgehen:  Kurzbetrachtung
von Christiane Oppermann


Das Programm im September

01. September

ab 10.00 (bleibt digital verfügbar)
www.kunst-umgehen.digital
Kunst umgehen: Forum Innenstadt
Vier Statements aus Berlin/Bremen/Hamburg/München:
Was kann Kunst im Stadtraum?

Dieses Forum zum Innenstadtdialog präsentiert vier kurze Statements zur Kunst im Stadtraum: Was kann sie? Was soll sie? Die Thesen kommen von Expert*innen aus vier anderen Städten: Jochen Becker bringt das Thema als Kurator und Publizist aktuell in Berlin voran. Rose Pfister war bis Ende 2020 über 30 Jahre lang für die Kunst im Stadtraum Bremens zuständig. Heike Mutter und Ulrich Genth agieren von Hamburg aus international künstlerisch, Mutter ist dort zudem Professorin an der Kunsthochschule, Genth Mitglied der Kunstkommission. Heinz Schütz beschäftigt sich als Kurator und Publizist unter anderem mit Performance im öffentlichen Raum, er war zudem Vorsitzender der Münchner Kommission für Kunst am Bau.


05. September

13 bis 15:00 Uhr
analog vor Ort
Kunst umgehen: Sculpture Transfer Innenstadt
Der Durchgangsraum (Passage zwischen dem Innenhof des Schauspielhauses und der Theaterstraße im Haus Theaterstraße 3)

In ihren Performances der Reihe Sculpture Transfer fragen Anna Grunemann und Christiane Oppermann regelmäßig nach den Potentialen öffentlicher Räume. Im Rahmen des Innenstadtdialogs thematisieren sie die Funktion von Passagen und Schleusen sowie Übergangs- und Zwischenräumen für die Innenstadt Hannovers. Welche Räume brauchen eine Definition, welche müssen sich als Leerstellen Offenheit und Flexibilität bewahren? Und welche Rolle kann die Kunst dabei spielen? Im Anschluss an die Performance diskutieren die Künstlerinnen das Erlebte und mögliche Bezüge mit ihrem Publikum.


05. September

19.00 - 20:30 Uhr
analog im Maestro-Saal im Künstlerhaus
(Es gelten die tagesaktuellen Hygienebestimmungen.)
Kunst umgehen: Forum Innenstadt
Diskussion zum Forum Was kann Kunst im Stadtraum?

Der Kunstwissenschaftler Florian Matzner lehrt als Professor für Kunstgeschichte an der Akademie der Bildenden Künste München, prägte aber auch als Kurator Diskurse um Kunst in öffentlichen Räumen. Er war unter anderem im Jahr 1997 Projektleiter der Skulptur.Projekte Münster, präsentierte 2003 in Bremen die Ausstellung No Art = No City! und leitete in den Jahren 2010, 2013 und 2016 das Projekt Emscherkunst im nördlichen Ruhrgebiet. Zuletzt kuratierte er 2020 das Public-Art-Projekt Gegenwarten/Presences im Rahmen der Kulturhauptstadtbewerbung der Stadt Chemnitz. Matzner ist außerdem Mitglied des Bremer Landesbeirats für Kunst im öffentlichen Raum und des Münchner Programmbeirats für
Kunst im öffentlichen Raum.


26. September
ab 12:00 Uhr
www.kunst-umgehen.digital
Kunst umgehen: Kurzbetrachtung
von Christiane Oppermann


 

 

Zur Geschichte

Kunst im öffentlichen Raum hat in Hannover eine lange Tradition und einen hohen Stellenwert: Im Lauf der Jahrzehnte wurden mehr als 200 Skulpturen, Plastiken und Installationen im Stadtraum platziert. Kaum eine andere deutsche Stadt weist eine so hohe Dichte an künstlerischen Objekten auf. Als eine der ersten deutschen Kommunen holte sich die niedersächsische Landeshauptstadt in den Jahren 1969 bis 1974 mit dem Straßenkunstprogramm zeitgenössische Kunst gezielt in öffentliche Räume.

Einiges davon ist geblieben, vieles hinzugekommen. Wer heute auch nur kurze Distanzen in der Innenstadt zurücklegt, kann die Kunst nicht umgehen, wird auf Schritt und Tritt mit historischen und aktuellen Objekten konfrontiert. Sie sind zum Teil des städtischen Gefüges geworden – oft so sehr, dass sie gar nicht mehr bewusst wahrgenommen werden. Dabei bergen sie auf den zweiten und dritten Blick Überraschungen und Erkenntnisse, Geschichte und Geschichten, Perspektiven und Anreize. 

Mit der passenden Herangehensweise ergeben sich immer neue Möglichkeiten, mit der "Kunst umgehen" zu können, sie als Ausgangspunkte zu nutzen für Neues und Eigenes.