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KEP

Kulturentwicklungsplan

Der Kulturentwicklungsplan (KEP) stellt die kulturellen Ziele und Perspektiven sowie den Handlungsrahmen der Stadt Hannover für die nächsten Jahre dar.

Kulturentwicklungsplan (KEP) - Was ist das?

Im KEP wird die kulturelle Langzeitstrategie der Stadt beschrieben. Er ist der Rahmen, in dem sich das künstlerische und kulturelle Leben entwickelt. 

Hannovers Kulturentwicklungsplan richtet den Blick "Vorwärts nach weit" - bis ins Jahr 2030. Er ist mit seinen Leitlinien der kommunalen Kulturarbeit Grundlage und wertvolles Instrument für die Kulturentwicklung der nächsten zehn Jahre.

Aktueller Stand

Am 19. Juni 2020 präsentierten Kulturdezernentin Konstanze Beckedorf und ihr KEP-Team, Dr. Carola Schelle-Wolff (Fachbereichsleitung Kultur), Kulturbüroleiter Dr. Benedikt Poensgen und Bernd Jacobs (Leitung "Junge Kultur“ im Kulturbüro) und der Graphik-Designer Hardy Seiler den frisch gedruckten, ersten hannoverschen KEP mit dem passenden Titel "Vorwärts nach weit".

Im Mai 2019 wurde ein Zwischenbericht und im Januar 2020 ein erster Entwurf des KEP veröffentlicht und am 23. April 2020 durch den Rat der Landeshauptstadt Hannover beschlossen.

Inhalt KEP  

Der Kulturentwicklungsplan stellt nach einer Einleitung das Kulturprofil der Stadt dar. Hier wird deutlich, dass Hannover bereits eine vielfältige, teils exzellente Kulturstadt ist. Eine Analyse der Potenziale und Herausforderungen zeigt auf, an welchen Stellen eine infrastrukturelle und strategische Weiterentwicklung notwendig ist. Der Handlungsbedarf, der sich daraus ergibt, wird in vier Handlungsfeldern mit 18 konkreten Zielen und insgesamt 133 Maßnahmen beschrieben. 

Vier Handlungsfelder

Die vier Handlungsfelder

  • Ein starkes Fundament,
  • Für Kultur als Möglichkeitsraum,
  • Auf der Weltbühne Hannover und
  • Im Mittelpunkt der Mensch

bilden das strategische Narrativ des rund 70 Seiten starken Dokuments.

"Ein starkes Fundament" bezieht sich unter anderem auf infrastrukturelle Verbesserungen, die Schaffung von geeigneten Rahmenbedingungen und die Weiterentwicklung von Förderstrukturen. Dieses Handlungsfeld ist mit 50 Maßnahmen das umfangreichste Handlungsfeld im Kulturentwicklungsplan und soll, wie der Titel bereits verrät, eine solide und zukunftsbewusste Basis für die anderen Handlungsfelder und die weitere Kulturentwicklung schaffen.

Ziele dieses Handlungsfelds sind die Weiterentwicklung der kommunalen und kommunal geförderten Kulturinstitutionen und die Weiterentwicklung der Förderstrukturen und Vergabeverfahren in der Kulturförderung. Zu den Zielen gehören außerdem die Stärkung der Freien Kulturszene und die Förderung des Empowerments und des Zusammenwirkens der Kulturschaffenden.

Maßnahmen zur Zusammenarbeit mit der Kultur- und Kreativwirtschaft und der lokalen Wirtschaft zur Unterstützung des digitalen Wandels und zur Entwicklung einer zeitgemäßen Kulturkommunikation vervollständigen den Maßnahmenplan dieses Handlungsfeldes.

"Für Kultur als Möglichkeitsraum" widmet sich unter anderem dem Bereich der kulturellen Stadtentwicklung und der verbesserten Handlungs- und Wirkungsfähigkeit von Kulturakteur*innen im Dialog mit der Verwaltung. Dies soll durch die Entwicklung von Freiräumen und die Etablierung einer "Ermöglichungskultur" erreicht werden. Weitere Ziele in diesem Handlungsfeld sind unter anderem die Weiterentwicklung der Kultur im Stadtteil und die Bewahrung und Erneuerung der Kunst im öffentlichen Raum.

"Auf der Weltbühne Hannover" enthält Maßnahmen zur Internationalisierung der hannoverschen Kultur, sowohl in der Außenwahrnehmung und im kulturellen Angebot als auch in Bezug auf die Sichtbarmachung der bereits vorhandenen internationalen Kulturszene innerhalb der Stadt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf der Nutzung bereits bestehender internationaler Netzwerke sowie der Reflexion der internationalen Stadtgeschichte.

"Im Mittelpunkt der Mensch" beschreibt demokratie- und gesellschaftsfördernde Maßnahmen, die das Ziel haben, neue kulturelle Zugänge zu schaffen und Demokratie zu stärken. Durch Beteiligung sollen gezielt Barrieren abgebaut werden. Mit Programmen der kulturellen Bildung und mit historisch-politischen Bildungsangeboten sollen kulturelle Teilhabe und demokratisches Verständnis gefördert werden.

Acht Modellprojekte 

Um die Zielsetzungen in den Handlungsfeldern anschaulich und greifbar zu machen, wurden insgesamt acht Modellprojekte entwickelt, mit denen die Kulturentwicklungsstrategie zügig in die Umsetzung gebracht werden soll.

Diese umfassen

  • das Projekt der Digitalen Kulturstadt zur gemeinsamen Gestaltung einer interaktiven, digitalen Plattform für das hannoversche Kulturleben 
  • die Transformation der Kulturverwaltung zur Schaffung von geeigneten strukturellen und organisatorischen Rahmenbedingungen für die Umsetzung des Kulturentwicklungsplans
  • einen 10-Punkte-Plan UNESCO City of Music, der die Musikstadt Hannover vernetzt und sichtbarer macht, und als Beispiel für gute, kooperative Zusammenarbeit zwischen Stadt, Umlandkommunen und Regionsverwaltung sowie dem Land fungiert
  • die Entwicklung zweier Kulturareale, zum einen im Bereich des Maschparks sowie zum anderen im Dreieck zwischen Künstlerhaus, Staatsoper und Schauspiel unter Einbezug der dort ansässigen Einrichtungen
  • den Neubau und die Neuausrichtung des Stadtteilzentrums Döhren zu einem Treffpunkt, Bildungs-, Kultur- und Begegnungsort im Stadtteil für alle Generationen
  • ein Programm zur internationalen Positionierung, das mit gezielten Projekten zur internationalen Ausrichtung der Einrichtungen und Programme beitragen soll
  • ein Programm zur transkulturellen Öffnung des hannoverschen Kulturbetriebs, das unter anderem Qualifizierungs- und Fördermaßnahmen enthält, um die transkulturelle Kompetenz, den internationalen Austausch und die Auseinandersetzung mit internationalen Themen zu unterstützen und  
  • den Aufbau eines Netzwerks Kulturelle Bildung zur Systematisierung und Professionalisierung der Aktivitäten im Bereich der kulturellen Bildung

Die Handlungsfelder sind thematische Richtungsangaben und Schwerpunktsetzungen innerhalb derer die jeweiligen Ziele durch die Umsetzung von Maßnahmen und Modellprojekten in Form einer "rollenden Planung" umgesetzt werden.

Grundlage für die Umsetzung ist weiterhin ein partizipatives Vorgehen und die Einbindung der Kulturschaffenden. Ein dauerhaftes, verlässlich installiertes Berichtsverfahren und eine wissenschaftliche Evaluation sollen dabei helfen, die Umsetzung und Planungsschritte zu bewerten, zu konkretisieren und gegebenenfalls zu ergänzen.

Zusammenhang Kulturhauptstadtbewerbung

Hannover ist im Finale um den Titel "Kulturhauptstadt Europas 2025". Der KEP ist als ein wichtiger und notwendiger Baustein Voraussetzung für die Kulturhauptstadtbewerbung. Zugleich ist der KEP eigenständig. Er bezieht sich nicht vorrangig auf das Jahr 2025, sondern auf den gesamten Zeitraum von 2020 bis 2030.   

Enstehung KEP

Wie ist der KEP entstanden? Begonnen wurde mit einer Bestandsaufnahme (Sachstandsbericht). Darauf folgten die Diskussion der Handlungsfelder und das Formulieren von Zielen.

In einem großangelegten Beteiligungsverfahren mit rund 500 Kulturakteur*innen wurde zwischen August 2018 und März 2020 der Kulturentwicklungsplan entwickelt. Der Prozess hat in einem kontinuierlichen Dialog zwischen der Kulturverwaltung, den Kulturinstitutionen, den Kulturschaffenden, den Gremien der Kulturhauptstadtbewerbung – Beirat, Kuratorium und im Besonderen dem Kulturrat – und der Kulturpolitik stattgefunden.

Begleitet wurde der Prozess durch externe Beratung von Pia Leydolt-Fuchs, CaP.CULT, und Dr. Patrick S. Föhl, Netzwerk Kulturberatung. Verantwortlich für den gesamten Prozess war ein vom Kulturdezernat benanntes KEP-Team, das aus drei Mitarbeiter*innen der Kulturverwaltung gebildet wurde. Die Geschäftsführung des Prozesses lag im Kulturdezernat.

TERMINE
KEP-ENTWURF (Arbeitspapier)

Erscheinungsdatum: Januar 2020

ZWISCHENBERICHT

Im Zwischenbericht gibt es Informationen über Handlungsfelder und Ziele. Der Zwischenbericht ist sozusagen der Trailer zum Langfilm.
Erscheinungsdatum: Mai 2019

SACHSTANDSBERICHT

Der Sachstandsbericht – eine Bestandsaufnahme der hannoverschen Kulturszene und des Fachbereichs Kultur. Er nähert sich an die Handlungsbedarfe für die Kulturentwicklung an.
Erscheinungsdatum: Februar 2019