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Bis 2030

Kulturentwicklungsplan richtet den Blick "Vorwärts nach weit"

Nie war der Titel passender: Hannovers erster Kulturentwicklungsplan richtet den Blick "Vorwärts nach weit". Diese bis ins Jahr 2030 eingeleitete Kulturstrategie ist nicht nur ein wertvolles Instrument für eine gemeinsam gesteuerte und transparente Kulturentwicklung der nächsten zehn Jahre, sondern auch ein wichtiger und notwendiger Baustein und Voraussetzung für die Kulturhauptstadtbewerbung. Über den KEP 2030 werden die Gremien voraussichtlich am 23. April 2020 entscheiden.

Menschen auf Stühlen und vor Whiteboards im Gespräch. © KKH

Der Kulturentwicklungsplan wurde in einem groß angelegten Beteiligungsverfahren mit rund 500 Kulturakteur*innen entwickelt.

"Der KEP ist nicht weniger als der Fahrplan des Wandels der Kulturstadt Hannover zur internationalen Kulturmetropole", fasst Oberbürgermeister Belit Onay das rund 70-seitige Papier zusammen. Und Kulturdezernentin Konstanze Beckedorf ergänzt: "Dieser KEP macht Hannovers Kultur fit für die Zukunft und ist rechtzeitig für Hannovers zweites Bid Book auf dem Weg zur Kulturhauptstadt Europas 2025 fertiggestellt. Hervorzuheben ist besonders, wie er entstanden ist – innerhalb kürzester Zeit, mit ganz viel Unterstützung, mit vielen, vielen Menschen und noch mehr kreativen Ideen. Ich danke allen, die daran mitgewirkt haben. Ohne Sie hätten wir es nicht geschafft!"

Inhalt KEP

Der Kulturentwicklungsplan beschreibt zunächst Hannovers vielfältiges, teilweise exzellentes Kulturprofil. Eine Analyse der Potenziale und Herausforderungen benennt neben den Stärken auch die Schwächen und zeigt auf, an welchen Stellen eine infrastrukturelle und strategische Weiterentwicklung notwendig ist. Darauf aufbauend werden vier Handlungsfelder beschrieben, die mit 18 konkreten Zielen und insgesamt 133 Maßnahmen angegangen werden. Diese sollen dabei helfen, die bereits bestehenden guten Angebote zu bewahren, zu stärken, weiter zu entwickeln und ebenso notwendiges Neues zu ermöglichen. Zwölf Leitlinien, die sich aus den Handlungsfeldern ergeben, beschreiben die Grundlagen künftiger kommunaler Kulturarbeit sowie deren Umsetzung.

Vier Handlungsfelder

Die vier Handlungsfelder "Ein starkes Fundament", "Für Kultur als Möglichkeitsraum", "Auf der Weltbühne Hannover" und "Im Mittelpunkt der Mensch" bilden das strategische Narrativ des rund 70 Seiten starken Dokuments.

"Ein starkes Fundament" bezieht sich unter anderem auf infrastrukturelle Verbesserungen, die Schaffung von geeigneten Rahmenbedingungen und die Weiterentwicklung von Förderstrukturen. Dieses Handlungsfeld ist mit 50 Maßnahmen das umfangreichste Handlungsfeld im Kulturentwicklungsplan und soll, wie der Titel bereits verrät, eine solide und zukunftsbewusste Basis für die anderen Handlungsfelder und die weitere Kulturentwicklung schaffen. Ziele dieses Handlungsfeldes sind neben der Weiterentwicklung der kommunalen und kommunal geförderten Kulturinstitutionen und der Weiterentwicklung der Förderstrukturen und Vergabeverfahren in der Kulturförderung, die Stärkung der Freien Kulturszene und die Förderung des Empowerments und des Zusammenwirkens der Kulturschaffenden. Maßnahmen zur Zusammenarbeit mit der Kultur- und Kreativwirtschaft und der lokalen Wirtschaft zur Unterstützung des digitalen Wandels und zur Entwicklung einer zeitgemäßen Kulturkommunikation vervollständigen den Maßnahmenplan dieses Handlungsfeldes.

"Für Kultur als Möglichkeitsraum" widmet sich unter anderem dem Bereich der kulturellen Stadtentwicklung und der verbesserten Handlungs- und Wirkungsfähigkeit von Kulturakteur*innen im Dialog mit der Verwaltung. Dies soll durch die Entwicklung von Freiräumen und die Etablierung einer „Ermöglichungskultur“ erreicht werden. Weitere Ziele in diesem Handlungsfeld sind unter anderem die Weiterentwicklung der Kultur im Stadtteil und die Bewahrung und Erneuerung der Kunst im öffentlichen Raum.

"Auf der Weltbühne Hannover" enthält Maßnahmen zur Internationalisierung der hannoverschen Kultur, sowohl in der Außenwahrnehmung und im kulturellen Angebot als auch in Bezug auf die Sichtbarmachung der bereits vorhandenen internationalen Kulturszene innerhalb der Stadt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf der Nutzung bereits bestehender internationaler Netzwerke sowie der Reflexion der internationalen Stadtgeschichte.

"Im Mittelpunkt der Mensch" beschreibt demokratie- und gesellschaftsfördernde Maßnahmen, die das Ziel haben, neue kulturelle Zugänge zu schaffen und Demokratie zu befördern. Durch Beteiligung sollen gezielt Barrieren abgebaut werden. Mit Programmen der kulturellen Bildung und mit historisch-politischen Bildungsangeboten sollen kulturelle Teilhabe und demokratisches Verständnis gefördert werden.

Acht Modellprojekte

Um die Zielsetzungen in den Handlungsfeldern anschaulich und greifbar zu machen, wurden zudem insgesamt acht Modellprojekte entwickelt, mit denen die Kulturentwicklungsstrategie zügig in die Umsetzung gebracht werden soll.

Diese umfassen

  • das Projekt der Digitalen Kulturstadt, mit dem Ziel einer gemeinsamen Gestaltung einer interaktiven, digitalen Plattform für das hannoversche Kulturleben,
  • die Transformation der Kulturverwaltung zur Schaffung von geeigneten strukturellen und organisatorischen Rahmenbedingungen für die Umsetzung des Kulturentwicklungsplans,
  • einen 10-Punkte-Plan UNESCO City of Music, der die Musikstadt Hannover vernetzt und sichtbarer macht, und als Beispiel für gute, kooperative Zusammenarbeit zwischen Stadt, Umlandkommunen und Regionsverwaltung sowie dem Land fungiert,
  • die Entwicklung zweier Kulturareale, zum einen im Bereich des Maschparks sowie im Dreieck zwischen Künstlerhaus, Staatsoper und Schauspiel unter Einbezug der dort ansässigen Einrichtungen,
  • den Neubau und die Neuausrichtung des Stadtteilzentrums Döhren zu einem Treffpunkt, Bildungs-, Kultur- und Begegnungsort im Stadtteil für alle Generationen,
  • ein Programm zur internationalen Positionierung, das mit gezielten Projekten zur internationalen Ausrichtung der Einrichtungen und Programme beitragen soll,
  • ein Programm zur transkulturellen Öffnung des hannoverschen Kulturbetriebs, das unter anderem Qualifizierungs- und Fördermaßnahmen enthält, um die transkulturelle Kompetenz, den internationalen Austausch und die Auseinandersetzung mit internationalen Themen zu unterstützen und zu guter Letzt
  • den Aufbau eines Netzwerks Kulturelle Bildung zur Systematisierung und Professionalisierung der Aktivitäten im Bereich der kulturellen Bildung.

Die Handlungsfelder sind thematische Richtungsangaben und Schwerpunktsetzungen innerhalb derer die jeweiligen Ziele durch die Umsetzung von Maßnahmen und Modellprojekten in Form einer rollenden Planung umgesetzt werden. Grundlage für die Umsetzung ist weiterhin ein partizipatives Vorgehen und die Einbindung der Kulturschaffenden. Ein dauerhaftes, verlässlich installiertes Berichtsverfahren und eine wissenschaftliche Evaluation sollen dabei helfen, die Umsetzung und Planungsschritte zu bewerten, zu konkretisieren und gegebenenfalls zu ergänzen.

Die Finanzierung

Zur Umsetzung von Maßnahmen und Projekten aus dem Kulturentwicklungsplan ist in den Jahren 2021 bis 2026 eine jährliche Steigerung des Kulturetats in Höhe von 1,5 Prozent vorgesehen.

Die Entstehung

In einem großangelegten Beteiligungsverfahren mit rund 500 Kulturakteur*innen wurde zwischen August 2018 und März 2020 der Kulturentwicklungsplan entwickelt. Der Prozess hat in einem kontinuierlichen Dialog zwischen der Kulturverwaltung, den Kulturinstitutionen, den Kulturschaffenden, den Gremien der Kulturhauptstadtbewerbung – Beirat, Kuratorium und im Besonderen der Kulturrat – und der Kulturpolitik stattgefunden. Begleitet wurde der Prozess durch externe Beratung von Pia Leydolt-Fuchs, CaP.CULT, und Dr. Patrick S. Föhl, Netzwerk Kulturberatung.

Zum Download

Den KEP zum Download gibt es hier: