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Fachbereich Soziales der Landeshauptstadt

Wohngeld für Seniorinnen und Senioren

Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Vermögens- und Einkommensanrechnung

Grundsicherung im Alter wurde wegen Vermögen abgelehnt, was tun?

Die Vermögensfreigrenzen der Grundsicherung sind im Vergleich zum Wohngeld niedrig. Wohngeld können Sie beziehen, wenn Ihr verwertbares Vermögen 60.000 Euro für die erste Person und 30.000 Euro für jede weitere Person nicht übersteigt.

Was zählt zum Vermögen?*

  • Bargeld, Sparguthaben, Aktien, Fondsanteile etc.,
  • Schmuck und Gemälde,
  • bebaute (nicht selbst bewohnte) und unbebaute Grundstücke,
  • sonstige Rechte wie etwa Wohnungseigentum, Nießbrauch, Altenteil, etc. (soweit dieser Wohnraum nicht selbst bewohnt wird).

Was zählt nicht zum Vermögen?*

  • ein selbst genutztes Eigenheim oder eine Eigentumswohnung,
  • staatlich geförderte Altersvorsorge, soweit keine vorzeitige Auszahlung erfolgt,
  • andere Ansprüche auf Altersvorsorge, deren vorzeitige Verwendung vertraglich ausgeschlossen wurde (z. B. Lebensversicherungen); hier gelten Freibeträge bis 90.000 Euro pro Person, abhängig vom Lebensalter,
  • Ansprüche aus einer Sterbegeldversicherung oder für Bestattungskosten zweckgebundene Mittel bis 3.579 Euro,
  • ein angemessenes Kraftfahrzeug,
  • Schmerzensgeld.

*Und einiges mehr. Wir beraten Sie im Einzelfall gern.

Wann ist Vermögen verwertbar?

Vermögen ist verwertbar, wenn es für den Lebensunterhalt verwendet bzw. sein Geldwert für den Lebensunterhalt, insbesondere durch Verkauf, durch Verbrauch, durch Übertragung, Beleihung, Vermietung oder Verpachtung nutzbar gemacht werden kann.

Grundsätzlich nicht verwertbar sind z. B. die angesparten Beiträge zur sogenannten Riester- oder Rürup-Rente, Anwartschaften auf betriebliche Altersvorsorge.

Nicht zum Vermögen, sondern zu den Einnahmen gehören z. B. Mieteinnahmen, Renten und Kapitalauszahlungen aus privater Altersvorsorge, Kapitalerträge, Zinsen und Dividenden.

Was ist, wenn meine Wohnung zu teuer oder zu groß ist?

Die Wohngeldstelle wird Sie nicht auffordern, Ihre Wohnung zu verlassen, wenn diese zu groß oder zu teuer ist. Im Wohngeld findet eine Förderung nur bis zu den gesetzlichen Grenzen statt. Der Teil der Miete, der diese Grenzen übersteigt, wird nicht berücksichtigt.

Miethöchstbeträge (ohne Heizkosten)
für eine Person 434 Euro
für zwei Personen 526 Euro

Ist Ihre Miete ohne Heizkosten höher, erhalten Sie dadurch kein höheres Wohngeld.

Verstirbt ein wohngeldberechtigtes Haushaltsmitglied, zählt für ein Jahr die bisherige Haushaltsgröße. Dies entfällt z. B. bei Umzug oder wenn wieder eine Person im Haushalt aufgenommen wird.

Beispiel:
Herr L. ist am 28.03. verstorben. Seine Frau lebt nun alleine in der Wohnung. Sie beantragt im Juli Wohngeld. → Vom 01.07. bis 31.03. des Folgejahres wird Wohngeld für einen Zwei-Personen-Haushalt berechnet; es gilt der Miethöchstbetrag für zwei Personen (526 Euro).

Altersrente Frau L. 400 Euro brutto
Witwenrente Frau L. 630 Euro brutto
Miete ohne Heizkosten 550 Euro
01.07. bis 31.03.:  526 Euro Miethöchstbetrag → 228 Euro Wohngeld
Ab 01.04. des Folgejahres: 434 Euro Miethöchstbetrag →   34 Euro Wohngeld

Zieht Frau L. bereits im Oktober in eine andere Wohnung, entfällt Wohngeld für die bisherige Wohnung. Die neue Wohnung wird dann als Ein-Personen-Haushalt berechnet.

Umzug, ab 01.10.:   434 Euro Miethöchstbetrag →   34 Euro Wohngeld

Wohngeld für Eigentumswohnraum (Eigenheim, Eigentumswohnung)

Wohngeld gibt es auch für selbstgenutzten Eigentumswohnraum (Lastenzuschuss). Der Berechnung werden bestimmte Aufwendungen für den Wohnraum zugrunde gelegt, das sind z. B. die Kapitalbelastung (Zinsen und Tilgung), Grundsteuer sowie eine Pauschale für Instandhaltungs- und Betriebskosten. Die oben genannten Miethöchstbeträge gelten hier auch.

Lastenzuschuss bei „abbezahltem“ Wohnraum

Beispiel: Herr und Frau M. sind Eigentümer einer 80 qm großen Eigentumswohnung und bewohnen diese selbst. Die Wohnung ist bereits abbezahlt (lastenfrei). Pro Quadratmeter wird eine Instandhaltungspauschale in Höhe von 36 Euro berücksichtigt (80 qm x 36 Euro = 2.880 Euro), es fallen Verwalterkosten in Höhe von 230 Euro und Grundsteuern von 190 Euro jährlich an. Zusammen ergibt dies eine Belastung in Höhe von 3.300 Euro jährlich = 275 Euro monatlich, die als Berechnungsgrundlage für das Wohngeld dient.

Folgende Einnahmen bleiben bei der Berechnung des Wohngeldanspruchs unberücksichtigt, z. B.

  • Pflegegeld, das für Sie oder ein Haushaltsmitglied gezahlt wird,
  • Zuwendungen, die Sie erhalten, um davon eine Pflegekraft zu bezahlen (bis zu 4.800 Euro im Jahr),
  • steuerfreie Aufwandsentschädigungen für ehrenamtliche Tätigkeiten (bis zu 2.400 Euro im Jahr),
  • steuerfreie Einnahmen aus einer Pflegerenten-Zusatzversicherung,
  • Blindengeld und Blindenhilfe,
  • Zuschüsse zum Krankenversicherungsbeitrag,
  • Darlehen.

Was wirkt sich positiv auf die Höhe des Wohngeldes aus?

Wohngeld wird aus den Bruttoeinnahmen berechnet.

Das Bruttoeinkommen verringert sich

  • um Werbungskosten
    • bei einem Nebenverdienst können Werbungskosten geltend gemacht werden,
    • bei Renten pauschal 102 Euro /Jahr
    • bei Kapitalerträgen pauschal 100 Euro /Jahr
  • um 10%, wenn Sie Steuern zahlen (z. B. Kapitalertragsteuer, Lohn- und Einkommensteuer),
  • um 10%, wenn Sie Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung entrichten (z. B. durch Abzug von der Rente, aber auch freiwillige oder private Versicherungen, die demselben Zweck dienen),
  • um 10%, wenn Sie Beiträge zur Rentenversicherung entrichten (das gilt nur, wenn Sie noch keine Altersrente beziehen),
  • um Zahlungen, die Sie an Kinder, Enkel oder Eltern außerhalb Ihres Haushalts leisten (hier wird nicht geprüft, ob Sie zur Zahlung verpflichtet sind),
  • um 1.500 Euro jährlich, wenn Sie schwerbehindert sind
    • bei häuslicher, teilstationärer oder Kurzzeitpflege:
      • Pflegegrad 2 bis 5 oder
      • Pflegegrad 1 und Grad der Behinderung mindestens 50%,
      • bei vollstationärer Pflege:
        • Grad der Behinderung 100 % oder
        • Pflegegrad 4 oder 5.

Wohngeld in Heimen – mein Partner lebt im Heim

Auch für Bewohner und Bewohnerinnen von Alten- und Pflegeheimen kann Wohngeld beantragt werden. Dafür gilt immer der Miethöchstbetrag.

Für Paare können dadurch sogar zwei Ansprüche auf Wohngeld bestehen: für den Heimbewohner/die Heimbewohnerin und für den oder die „zu Hause“ lebenden Partner/Partnerin.
Bitte lassen Sie sich von uns individuell beraten.

Nebenjob – was ist, wenn ich als Rentner nicht mehr arbeiten kann oder möchte?

Viele haben einen Nebenjob, weil die Rente nicht reicht. Die Höhe des Wohngeldes ist abhängig von den Einnahmen, z. B. aus Rente und Nebenverdienst. Wenn Sie vorhaben, weniger zu arbeiten oder den Nebenjob aufzugeben, beraten wir Sie gerne, wie hoch Ihr Wohngeldanspruch ohne den Nebenverdienst wäre.

Hilfe bei der Antragstellung

Wenn Sie Unterstützung bei der Beantragung von Wohngeld benötigen, älter als 60 Jahre und in der Mobilität eingeschränkt sind, können Ihnen die ehrenamtlichen Formularlotsen des Kommunalen Seniorenservice Hannover helfen.

Rundfunkgebühren und Hannover-Aktiv-Pass

Wer Wohngeld bezieht, erhält den Hannover-Aktiv-Pass.

Eine Befreiung von den Rundfunkgebühren ist in Härtefällen möglich und kann beim Bereich „Grundsicherung im Alter“ beantragt werden. Ein Härtefall liegt dann vor, wenn Sie mit Wohngeld nur wenig mehr Einkommen haben als mit Leistungen der Grundsicherung.

Schuldnerberatung

Im Falle einer Überschuldung erhalten Sie kostenlose Beratung bei der Schuldner- und Insolvenzberatung der Landeshauptstadt Hannover. Sie erreichen die Schuldner- und Insolvenzberatung telefonisch unter 168-43914 für eine Erstberatung und gegebenenfalls Terminvereinbarung.