Am 29. Juni 2026 fand die Fachtagung „Antimuslimischer Rassismus in Niedersachsen – Vorstellung der Fallzahlen“ von CLAIM in Kooperation mit Schwarze Schafe e.V. statt. Im Mittelpunkt standen die ersten Erkenntnisse der Meldestelle report! Niedersachsen für das Berichtsjahr 2025. Die vorgestellten Daten verdeutlichen, dass antimuslimischer Rassismus in vielen Lebensbereichen auftritt und zugleich von einer hohen Dunkelziffer auszugehen ist. Diskutiert wurden außerdem die Bedeutung unabhängiger Beratungs- und Meldestrukturen als notwendige Ergänzung zur Polizeistatistik sowie die Notwendigkeit, antimuslimischen Rassismus stärker sichtbar zu machen und Betroffene zu sensibilisieren und zur Meldung zu ermutigen.
Nach der Begrüßung durch Modou Diedhiou (Schwarze Schafe e. V.) und Güzin Ceyhan (CLAIM) stellte Sinem Eker, Projektleitung von report! Niedersachsen, die ersten landesweiten Fallzahlen vor. Ein anschließender Panel-Talk mit Vertreter*innen aus Zivilgesellschaft und kommunaler Praxis bot Raum für Austausch über aktuelle Herausforderungen und Handlungsbedarfe. Abgerundet wurde die Veranstaltung durch einen Comedy-Beitrag von Tahsin Mirza sowie die Möglichkeit zur Vernetzung der Teilnehmenden.
Die Broschüre zum Berichtsjahr 2025 mit ausführlichen Informationen zur Meldestelle report! Niedersachsen, den erhobenen Fallzahlen und der Datengrundlage wird in Kürze auf der Website von CLAIM veröffentlicht.
Mit report! Niedersachsen hat CLAIM nach Berlin die zweite Länderstelle eingerichtet. In Niedersachsen erfolgt der Aufbau in Kooperation mit Schwarze Schafe e.V. aus Hannover. Die Stelle verfolgt das Ziel, Fälle von antimuslimischem Rassismus (Diskriminierungen und Übergriffe) einheitlich und systematisch zu dokumentieren und sichtbar zu machen. Der Aufbau der Länderstelle wird gefördert vom Bundesministerium des Innern im Rahmen der Deutschen Islam Konferenz.
Wer einen Fall von antimuslimischem Rassismus erlebt oder beobachtet hat, kann dies über das bundesweite Meldeportal I Report online melden. Das geht auch anonym. Bei Bedarf kann darüber auch Kontakt zu einer Beratungsstelle aufgenommen werden.