Landeshauptstadt Hannover

Wohngeld bei Bezug von staatlichen Hilfen

Wer Transferleistungen wie das Bürgergeld vom Staat bezieht, hat unter Umständen keinen Anspruch auf Wohngeld. Hier sind weitere Informationen zu finden.

Transferleistungen sind staatliche, finanzielle Hilfen, welche (bedürftige) Menschen erhalten können, ohne dafür eine Gegenleistung erbringen zu müssen. Darunter fallen beispielsweise das Bürgergeld, Sozialgeld oder auch das Elterngeld. Werden dabei Unterhaltskosten übernommen, besteht kein Anspruch auf Wohngeld. Das gilt insbesondere dann, wenn eine Transferleistung in Form von:

  • Bürgergeld nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB II)
  • Hilfe zum Lebensunterhalt oder Grundsicherung im Alter sowie bei Erwerbsminderung nach dem zwölften Buch Sozialgesetzbuch (SGB XII)
  • Hilfen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG)

bezogen wird und dabei bereits Kosten der Unterkunft gezahlt werden. Ausgeschlossen für den Bezug von Wohngeld sind auch Haushaltsmitglieder einer Person, die bei der Berechnung des Bedarfs für Bürgergeld, Hilfen nach SGBXII oder nach AsylbLG bereits berücksichtigt wurden. Dies gilt beispielsweise für Ehepartner und Kinder der leistungsberechtigten Personen, deren Lebenspartnern oder Personen, die mit der leistungsberechtigten Person in einer so genannten "Bedarfsgemeinschaft" leben.

Hinweise

  • Bitte beachten Sie, dass die obige Aufzählung nicht abschließend ist und nur beispielhaft die drei häufigsten Ausschlussgründe aufführt. Weitere Auskünfte erteilen gern die Mitarbeitenden der Wohngeldstelle der Landeshauptstadt Hannover. Außerdem gehen alle konkreten gesetzlichen Regelungen aus § 7 Wohngeldgesetz (WoGG) hervor
  • Ausgeschlossen vom Wohngeld werden bereits Personen, sobald der Antrag auf eine der oben genannten Leistungen gestellt wurde. Wird dem Antrag nicht entsprochen, kann bis zum Ablauf auf des auf die Ablehnung folgenden Monats rückwirkend Wohngeld beantragt werden. Denken Sie daher bitte im Falle einer Antragsstellung daran, die Wohlgeldstelle darüber in Kenntnis zu setzen

In welchen Fällen können Transferleistungsbeziehende dennoch Wohngeld erhalten?

Dies ist unter anderem dann möglich, wenn:

  • die Transferleistung komplett für einen oder mehrere Monat(e) durch den Sozialleistungsträger zurückgefordert wird
  • bei der Berechnung der Transferleistung keine Kosten der Unterkunft berücksichtigt werden
  • die Transferleistung ausschließlich als Darlehnen gewährt wird
  • durch den Bezug von Wohngeld die Hilfebedürftigkeit im Sinne des SGB II, SGB XII oder des AsylbLG vermieden oder beseitigt wird
  • der Antrag auf eine Transferleistung von der antragsstellenden Person zurückgezogen wird oder vom Leistungsträger abgelehnt wird
  • bestehende Leistungen aufgrund fehlender Mitwirkung vollständig entzogen oder versagt werden
  • wegen Ortsabwesenheit vorübergehend kein Anspruch auf Leistungen nach SGB II besteht
  • eine Transferleistung durch einen anderen Träger sozialer Leistungen vollständig erstatt wird
  • eine Transferleistung durch einen Unterhaltspflichtigen vollständig an den Träger der Sozialleistung erstattet wird oder
  • eine wiederholte Antragsstellung im Sinne des § 28 SBG X vorliegt

Hinweis: Wohngeld ist eine vorrangige Leistung im Sinne des SBG II und XII sowie des AsylbLG, wenn der bestehende Bedarf einer Person mit Wohngeld (und gegebensfalls Kinderzuschlag) von der Familienkasse vollständig gedeckt werden kann. Ergibt die Berechnung ein geringeres Wohngeld als die Leistung des SGB II, SGB XII oder AsylbLG, kann es dennoch bezogen werden, sofern die Differenz 20 Prozent des vorhandenen Bedarfs nicht überschreitet. In diesem Fall muss dann schriftlich auf den Bezug der anderen Transferleistung verzichtet werden.