Dornröschenbrücke

Bürger*innen-Umfrage: danke für die Beteiligung!

Banner warben für die Beteiligung.

Fast 1.900 Bürger*innen haben an der Umfrage teilgenommen. Hier ist eine Zusammenfassung der Ergebnisse.

Mit roten Bannern an der Brücke und Postkarten in den Haushalten der umliegenden Wohngebiete hatte die Landeshauptstadt Hannover zur Online-Beteiligung eingeladen. Einen Monat lang informierten sich Bürger*innen über die Pläne zum Neubau der Dornröschenbrücke, äußerten ihre Meinung und gaben Anregungen für eine attraktive Gestaltung des Aufenthalts auf der Brücke und im Umfeld.

Fast 1.900 Bürger*innen haben im Internet mitgemacht, 15 Fragebögen wurden in der gedruckten Version ausgefüllt. Die Verwaltung bedankt sich bei allen Teilnehmer*innen für ihr Feedback und ihre Ideen. Die Ergebnisse werden in die weitere Planung einfließen.

Ein kurzer Einblick vorweg

Gestaltung: Manche Teilnehmer*innen hätten gern die bisherige Bauweise beibehalten. Doch die geplante Vorzugsvariante findet überwiegend Zustimmung. Die Konstruktion als Bogenbrücke in drei Teilen macht die Überquerung – bis auf einen Monat – während der gesamten Bauzeit möglich. 

Nutzung: Die Dornröschenbrücke ist nicht nur eine wichtige Verbindung, sondern auch ein beliebter Treffpunkt, der unbedingt erhalten werden soll. Andererseits sind die Belange der Anwohner*innen zu beachten, die durch Lärm und Müll belastet werden.

In der folgenden Auswertung haben wir zusammengefasst, was die Teilnehmer*innen zum Entwurf und zur Umleitungsplanung sagen, wie sie die Brücke und das Umfeld nutzen möchten, welche Ausstattung sie sich wünschen und was ihnen sonst noch wichtig ist. 

1. Kriterien für den Ersatzneubau der Dornröschenbrücke

Die Lage bleibt

  • Die Brücke schließt auf der Nordstadt-Seite direkt an die Unterführung des Bremer Damms an. Eine Verschwenkung ist nicht sinnvoll.
  • Auf der anderen Seite ist die vorhandene Bebauung zu berücksichtigen.
  • Für eine mögliche Neugestaltung der Grünflächen auf der Seite Linden-Nord muss Platz freigehalten werden.

Kurze Sperrzeite

  • Die Sperrung für den öffentlichen Verkehr, der die Leine quert, soll möglichst kurz sein.
  • Die Behinderungen für den parallel der Leine laufenden Verkehr sollen möglichst gering gehalten werden. Für die Umfahrung der Baustellen an den beiden Uferseiten werden Umleitungen ausgewiesen.

Harmonische Gestaltung

  • Das Bauwerk soll sich gut in die Landschaft und in das städtische Umfeld einfügen.

Attraktive Aufenthaltsmöglichkeit

  • Die Nutzung als Treffpunkt soll ohne Konflikte mit dem Verkehr angenehm sein

Grafik zu gewünschten Kriterien.

Auch eine freie Texteingabe war möglich: circa elf Prozent der Teilnehmer*innen ist eine Trennung von Verkehr und Aufenthalt besonders wichtig, sieben Prozent wünschen sich eine Trennung von Fuß- und Radweg. Circa drei Prozent der Teilnehmer*innen möchten eine Priorisierung des Verkehrs statt einer Partymeile. Bemängelt werden Scherben, Müll und aggressives Verhalten. Anwohner*innen leiden sehr unter nächtlichem Lärm.

Weitere Angaben (Auswahl – jeweils unter 1 Prozent)

  • Ausreichende Breite
  • Sichere Anschlüsse zu den Fuß- und Radverbindungen
  • Ökologische, nachhaltige Bauweise, Natur im Umfeld erhalten
  • Attraktive städtebauliche Gestaltung, schöner neuer Ausflugspunkt
  • Dezente Gestaltung – wie bisher, harmonisch in der Landschaft
    freier Blick aufs Wasser
  • Keine Brückensperrung, Notdurchgang zun Naherholungsgebiet und Biergarten
  • Sport und Bewegung fördern
  • Lärmschutz zum Schnellweg
  • Fußbodenheizung
  • Dem Namen entsprechende Gestaltung

2. Die Vorzugsvariante für die neue Dornröschenbrücke

Die Landeshauptstadt Hannover hat fünf Varianten für den Neubau untersucht. Die Varianten 1 bis 3 orientieren sich stark an der Gestaltung und Konstruktion der bestehenden Brücke. Sie sind einteilige Bauwerke, die nur in einem Stück montiert werden können. Das macht einen vollständigen Abriss der alten Brücke vor Beginn des Neubaus erforderlich. Die Brücke müsste während der gesamten Bauzeit für den Rad- und Fußverkehr gesperrt werden (bis zu 14 Monate). Diese Varianten wurden bereits in den politischen Gremien und in der Öffentlichkeit diskutiert. Dabei zeichnete sich ab, dass eine monatelange Vollsperrung wenig Akzeptanz findet. 

Übergangslösungen wie eine Behelfsbrücke, eine Pontonbrücke, eine Fährverbindung oder gar eine Seilbahn wurden geprüft und aus Zeit- und Kostengründen verworfen. Auch eine Verbreiterung der Justus-Garten-Brücke ist zur Zeit nicht möglich. Die Verwaltung der Landeshauptstadt hat daher zwei neue Varianten entwickelt. 

Die erste Variante (4) wird dauerhaft westlich der bisherigen Brücke errichtet. So bliebe diese fast während der gesamten Bauzeit nutzbar. Der Rad- und Fußverkehr müsste nur einen Monat lang umgeleitet werden. Nachteil: Die Wegebeziehungen zur Unterführung Bremer Damm und zum Brakebuschgarten müssten dauerhaft verschwenkt werden.

Die zweite Variante (5) erfüllt alle Kriterien. Die Brücke besteht aus drei einzelnen Teilen (Feldern). Das mittlere Feld ist eine Bogenbrücke in Stahlbauweise mit abgehängter Fahrbahn. Dieser Teil wird neben der bestehenden Brücke gebaut und lagert auf provisorischen Tragwerken. Über diese Konstruktion fließt der Verkehr, während die alte Brücke abgerissen wird. Dann wird das mittlere Feld an die Stelle der alten Brücke geschoben. Die dafür erforderliche Sperrung der Baustelle dauert nur einen Monat.
Mehr zu den Varianten 1 bis 4 finden Sie hier

Die untersuchten Varianten.

Variante 5, Vorzugsvariante.

Grafik zur Vorzugsvariante.

Auch was nicht gefällt, wurde gefragt.

Begründungen (Auswahl): 

  • Der Bogen ist zu dominant, fügt sich nicht harmonisch in die Landschaft
  • Der offene Blick aufs Wasser und in den Himmel wird verhindert
  • Eine flache Optik wie bisher wäre schöner
  • Bogen als Sicherheitsrisiko: Alkoholisierte könnten darauf herumturnen
  • Vögel siedeln sich dort an (Vogelkot)

Circa vier Prozent der Teilnehmer*innen sehen noch Potenzial bei der Architektur (Auswahl):

  • Der Pfiff fehlt
  • Hannover braucht mehr interessante Sehenswürdigkeiten
  •  Warum nutzt man nicht die Möglichkeit, etwas neu und kreativ zu gestalten?

Was sich die Teilnehmenden der Bürger*innen-Beteiligung wünschen.

Stimmen dazu (Auswahl):

  • An sich ein wundervoller Ort um sich aufzuhalten – aber leider zur Partymeile mutiert
  • Besonders im Sommer Durchkommen kaum möglich
  • Im Umkreis von mehreren hundert Metern kann man sich die Nächte um die Ohren schlagen
  • Nächtliche Sperrzeiten für Partys auf der Brücke
  • Möglichkeiten zur Müllentsorgung
  • Diese neue Brücke ist Teil des Stadtbildes und bedeutet vielen Leuten sehr viel

Weitere Wünsche (Auswahl):

  • Dass die Brücke weiterhin allen Nutzergruppen zur Verfügung steht
  • Klare Trennung von Rad- und Fußweg
  • Eindeutige Radwegemarkierungen
  • Durch Bau zerstörte Natur wiederherstellen
  • Gesamtkonzept für die Anbindung an die Ufer-Radwege
  • Verweilflächen neben der Brücke statt auf der Brücke
  • Sicht auf den Fluss
  • Dass der Charme der Brücke als öffentlicher Platz, Treffpunkt und Aussichtsplattform beibehalten wird
  • Viele Sitzmöglichkeiten
  • Liveticker zum Baufortschritt
  • Mehr Detailinformationen zur Bauphase und zur späteren Nutzung

3. Umleitungen während der Bauzeit

Die Umsetzung der Vorzugsvariante dauert circa 18 Monate. Da an beiden Ufern Baustellen eingerichtet werden, sind die Verbindungen parallel zum Fluss nicht durchgehend nutzbar. Für Radfahrer*innen und Fußgänger*innen werden Umleitungen ausgewiesen. Die Überquerung der Leine ist während der gesamten Bauzeit möglich – bis auf einen Monat, wenn zum Schluss der mittlere Brückenteil an die endgültige Position geschoben wird. 

Die Umleitungsmöglichkeiten.

Meinungsbild zu den Umleitungen.

Wo sehen Sie Verbesserungsmöglichkeiten?
Vier Prozent der Befragten wünschen sich eine Notumleitung zum Naherholungsgebiet und zum Biergarten.

Weitere Wünsche (Auswahl):

  • Absteigepflicht auf der Justus-Garten-Brücke
  • Autoverkehr in den betreffenden Straßen beruhigen
  • Nutzung der Ufertrampelpfade ermöglichen
  • Enge Wege verbreitern, Radweg markieren
  • Umleitungen ausreichend und verständlich ausschildern
  • Wilhelm-Blum-Straße zur Fahrradstraße erklären
  • Verbreiterung der Justus-Garten-Brücke und Sanierung des Weges östlich der Brücke
  • Aufgänge zur Schwanenburgbrücke barrierefrei gestalten
  • Klare Trennung zwischen Fuß- und Radweg

4. Aufenthalt auf der Dornröschenbrücke

Seit Eröffnung der Brücke im Jahre 1959 wird diese nicht nur als Verkehrsweg, sondern immer mehr auch als Aufenthaltsort "über der Leine" genutzt.

Den Blick auf das Wasser, die Silhouette der Stadt und den Sonnenuntergang genießen viele hier gern von der Brücke aus.

Die Landeshauptstadt hat die Idee, auf beiden Seiten der Brückenfläche "Balkone" als Aufenthaltsflächen anzubringen (s. rote Pfeile).

Wie ist Ihre Meinung dazu? Welche Anregungen geben Sie uns mit?

 

Mögliche Aufenthaltsflächen.

Meinungen zur Aufenthaltsmöglichkeit auf der Brücke.

Begründungen – gut (Auswahl):

  • Aufenthalt auf der Brücke gehört zur kulturellen Identität des Stadtteils
  • Ein schöner Treffpunkt für junge Leute
  • Ganz wichtiger Bestandteil der Wohnqualität
  • Dient der Trennung der Funktionen

Begründungen – nicht gut (Auswahl):

  • Lärmbelästigung der Anwohner*innen
  • Damit wird noch mehr Feierei abends und nachts legitimiert
  • Aufenthaltsmöglichkeiten eher an den Ufern
  • Vor allem der Radverkehr wird durch Aufenthaltsflächen stark behindert

Auch die Meinung zu den Brückenseiten wurde abgefragt.

Wie stellen Sie sich den Aufenthaltsbereich vor?

Frage nach Ausstattungsmöglichkeiten für die Dornröschenbrücke.

Welche Ausstattung ist für die Dornröschenbrücke gewünscht?

Weitere Anmerkungen zur Brückenausstattung (Auswahl)

  • Nicht zu viel, der aktuelle Charme ohne weitere Ausstattung macht die Brücke so zwanglos nutzbar
  • Keine Balkone, sondern freier Blick auf beiden Seiten
  • Fahrradbügel vor der Brücke
  • Glascontainer
  • Klare Kennzeichnung des Radwegs
  • Genug Platz, um auf dem Boden zu sitzen
  • gut „rollender“ Belag
  • Kostenfreie Plakatflächen
  • Geländer sollte das Herabfallen von Müll verhindern
  • Angekettete Besen und Kehrbleche
  • Ringe für Pfandflaschen
  • Hinweisschilder zur Brückenordnung
  • Begrünung
  • Fußbodenheizung, zur Vermeidung von Glätte
  • Raum für Kunst und Plakate
  • Besondere Lichtgestaltung
  • Öffentliche Toilette
  • Nächtliche Überwachung
  • Solarenergie, Module spenden Schatten, WLAN, Elektroanschlüsse
  • Ideenwettbewerb für Künstler*innen
  • Geocache-Standort
  • Brunnen mit Trinkwasser
  • Regelmäßige Reinigung
  • Eine ewig lange Sitzbank

5. Weitere Aufenthaltsbereiche im Umfeld der Dornröschenbrücke

Nach Abschluss der Bauarbeiten werden die Uferbereiche an beiden Seiten der Brücke wiederhergestellt. Hier ergibt sich eine Chance für die Neusortierung der Wegebeziehungen und des umgebenden Landschaftsbilds. 

Hier haben Sie die Möglichkeit, Ihre Anregungen einzutragen. Klicken Sie dafür einfach auf die entsprechende Position in der Karte. Setzen Sie einen Punkt oder zeichnen Sie eine Linie und beschreiben Sie Ihre Anregung. Allgemeine Anregungen ohne Ortsbezug können Sie über den Button "Ideen ohne Verortung" eingeben.

 

844 Eintragungen wurden in der Karte verortet.

Linden-Nord (Beispiele):

  • Sitzgelegenheiten am Wasser/Steg
  • Sitzgelegenheiten auf der Steinmauer
  • Kanu-Einstieg
  • Schallschutz für Partys
  • Ufer zugänglicher
  • Uferweg mit Picknickbänken
  • Bessere, sichere Wege für Radfahrer*innen und Fußgänger*innen aus allen Richtungen
  • Breitere Radwege

Nordstadt (Beispiele):

  • Auslauffläche für Hunde erhalten
  • Bootsanleger, Badestelle
  • Sitzflächen für große Runden
  • Uferpromenade, Treppenkonstruktionen oder Stege, strandartige Sandaufschüttung
  • Fokus auf Jugendfläche: Basketball, Skaten, Tischtennis
  • Beleuchtung der Unterführung Bremer Damm

6. Das würden wir gern über Sie wissen

Daten über dieNutzung der Dornröschenbrücke.

Fazit. Und was geschieht jetzt mit den Ergebnissen?

"Die Dornröschenbrücke gehört zur kulturellen Identität der Stadtteile"
Die Mehrheit der Teilnehmer*innen wünscht sich, dass das so bleibt. Auch in Zukunft werden Menschen sich auf der Brücke aufhalten, kommunizieren und feiern. Genauso wichtig ist, dass der Fuß- und Radverkehr frei und sicher fließen kann.

Nutzungskonflikte auf der Brücke lassen sich durch gestalterische und bauliche Maßnahmen entschärfen. Wir werden prüfen, welche der vielen Vorschläge aus der Umfrage sich umsetzen lassen.

Nächste Phase: Entwurfsplanung
Die Entwurfsplanung ist die Grundlage für die politische Entscheidung. Jetzt geht es ins Detail. Die Gestaltung der Brückenform und der Aufenthalts- und Verkehrsflächen wird weiter ausgearbeitet. Die Landeshauptstadt lässt sich dabei von einem Planungsbüro unterstützen. Ihre Wünsche und Anregungen aus der Umfrage werden hier einfließen. Wir versuchen, einen Kompromiss zu finden, der die Nutzung der Brücke für alle Beteiligten so angenehm wie möglich macht.