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Ausgezeichnet

Prämien für engagierte Energiesparschulen

Noch vor den Sommerferien haben 26 Schulen Grund zum Feiern: Mit einer Leistungsprämie in Höhe von 750 bis 3.000 Euro belohnt der Fachbereich Gebäudemanagement der Landeshauptstadt das energie- und klimabewusste Engagement dieser Bildungseinrichtungen im Jahr 2018. Gleichzeitig erleben sie auch ein Jubiläum, denn das Projekt "Gruppe schulinternes Energiemanagement" (GSE) besteht seit 25 Jahren und ist damit bundesweit Vorreiter.

Kinder mit Urkunden und Erwachsene auf einer Treppe in einer Halle. © LHH

Die ausgezeichneten Schüler*innen in der Rathaushalle. 

Ein Vierteljahrhundert Energie sparen bedeutet, dass mittlerweile die sechste Schüler*innengeneration das Einmaleins des Energiesparens im Alltag gelernt hat. Das ist ein riesiger Erfolg, der sich sehen lassen kann: Durch umweltbewusstes Verhalten wie richtiges Lüften, Heizen sowie Ausschalten nicht benötigter Geräte ist es den Schulen gelungen, insgesamt 12,5 Millionen Euro Energiekosten zu sparen und den unnötigen Ausstoß von 53.000 Tonnen Kohlendioxid zu vermeiden.

Rzyski: "Jeder kann durch sein Alltagshandeln zum Klimaschutz beitragen"

"Ich bin begeistert, wie intensiv und mit welchem Elan Kinder und Jugendliche immer wieder neu an das Thema Energiesparen herangehen", sagte Personal-, Bildungs-, Jugend- und Familiendezernentin Rita Maria Rzyski bei der Preisverleihung. "Mit der Vielfalt ihrer Projekte und Aktionen zeigen sie, dass jeder durch sein Alltagshandeln zum Klimaschutz beitragen kann. Und das besonders Schöne daran ist, dass ihr Vorbild Schule macht und in die Elternhäuser und die Stadtgesellschaft hineinwirkt. Deshalb freue ich mich besonders, dass ich heute 26 Schulen mit einem Leistungspreis auszeichnen darf. Gleichzeitig kann ich gut verstehen, dass Schüler*innen mit dieser Vorleistung angesichts des sich abzeichnenden Klimawandels über die Initiative 'Fridays for Future' von uns allen mehr Anstrengung beim Klimaschutz fordern."

Erster Platz: Leonore-Goldschmidt-Schule

Den ersten, mit 3.000 Euro dotierten Preis erhält die IGS Leonore-Goldschmidt-Schule. Ausschlaggebend war für die Jury die riesige Einsparung von Strom in Höhe von 13 Prozent (25.000 Euro) und sogar 18 Prozent Wärme (13.000 Euro) gegenüber dem Vorjahr. Hinzu kommt eine überwältigende Vielfalt an durchgeführten nachhaltigen Schulprojekten. Von Projekten zum Ressourcen- und Klimaschutz bis zu Fairtrade-Projekten führt die Schule zu allen 17 Nachhaltigkeitszielen der UNESCO Projekte durch. So untersuchten Energiemanager*innen die Schule auf Energielecks und verbreiteten Tipps in der gesamten Schule. Vor die größte Herausforderung stellte sie dabei die sommerliche Hitze im Passivhaus. Die Überhitzung der Schule lässt sich ohne energiefressende Kühlung nur durch intensive Lüftung nachts und morgens, sowie konsequente Jalousiennutzung während des Schulbetriebs verhindern. In weiteren Projekten nahmen sie unter anderem die nachhaltige Infrastruktur (Nutzung von Fahrädern, Fahrradwerkstatt) unter die Lupe, gingen auch praktisch der Frage nach, wie man in der Großstadt umweltfreundlich leben (Müllvermeidung, Mehrweggeschirr im Bistro, Upcycling-Projekte, Bau und Vertrieb von Insektenhotels) und wie man dem Klimawandel entgegenwirken kann (Untersuchung des ökologischen Fußabdrucks, Baumpflanzaktionen "Plant for the Planet"). Biologische Vielfalt, gesunde Ernährung und "Fairer Handel" in Kooperation mit anderen Schulen und Einrichtungen standen ebenfalls auf dem Schulprogramm.

Zweiter Platz: Grundschule Beuthener Straße

Der zweite Preis (2.500 Euro) geht an die Grundschule (GS) Beuthener Straße, die damit im sechsten Jahr in Folge einen Hauptpreis gewinnt. Mit dem tollen Mix aus konsequentem energiesparendem Verhalten und immer wieder neuen Projektideen begeistert die Schule nicht nur die eigenen Schüler*innen, sondern liefert viele Anregungen für andere GSE-Schulen. In 2018 haben Schüler*innen unter anderem Einkaufstaschen aus Resten selbst genäht und erfolgreich in einem Supermarkt verkauft, Comics zum Klimawandel gezeichnet, einen Workshop "Clever Kochen" für das Klima durchgeführt sowie Windräder und Solarboote aus Abfallprodukten gebaut.

Dritter Platz: IGS Stöcken

Den dritten Preis (2.000 Euro) sicherte sich die IGS Stöcken. Auch hier werden handlungsorientierte Klimaschutzprojekte großgeschrieben. So haben Schüler*innen neben dem Energiesparen den Schulgarten um Hochbeete erweitert und erste Ernten eingefahren. Die zunehmende Vermüllung unseres Planeten hat die Schüler*innen sehr beschäftigt. Am Strand von Helgoland und hier an der Leine haben sie die Folgen von Mikro- und Makroplastik untersucht. Mit einem Videoclip über Basstölpel und Gedichten zur Erdölverschmutzung machen sie auf die Bedrohung der Seevögel aufmerksam.

Vierter Platz: Leibnizschule / IGS Bothfeld 

Der vierte Platz (je 1.500 Euro) wird gleich zweimal an seit langem erfolgreiche Energiesparschulen vergeben. Die Leibnizschule punktete mit Projekten zu nachwachsenden Rohstoffen/Abfall und Recycling. Sie hat unter anderem ein Theaterstück "Träshman" aufgeführt, das die Vermüllung eines Stadtteils und mögliche Gegenmaßnahmen auf unterhaltsame Weise thematisiert. Auch in der IGS Bothfeld wird das Energiesparprojekt intensiv weiterverfolgt. Federführend ist hier die GSE-Gruppe aus den siebten Klassen, die die Energiespartipps laufend aktualisiert und damit das Projekt für Mitschüler*innen lebendig hält. Weitere Projektschwerpunkte waren "Umweltbewusstes Einkaufen" und auch hier wieder "Mülltrennung". 

Fünfter Platz: Gymnasium Limmer

Mit dem fünften Platz (1.000 Euro) wird ein Newcomer ausgezeichnet. Obwohl die Schule erst im Aufbau ist, gehört Nachhaltigkeit bereits zum festen Programm des Gymnasiums Limmer: Unter anderem ist die Schule als Fairtrade-Schule ausgezeichnet, in der KLUG-AG (Klimaschutz und Upcycling-Gemeinschaft) werden neue Produkte aus ausrangierten Materialien hergestellt und die Schülervertretung kümmert sich um die Beschaffung von Schulmaterialien mit dem "Blauen Engel".  Die engagierte Teilnahme am Energiesparprojekt vervollständigt jetzt das Curriculum.

Das GSE-Energiesparprojekt

Die Leistungsprämie wird seit 2014 jedes Jahr als zusätzlicher Ansporn im Rahmen des GSE-Projekts vergeben, mit dem die Stadt seit 1994 das Thema Energiesparen an Hannovers Schulen fördert. Das Prinzip: Gemeinsam achten Schüler*innen, Lehrkräfte und Schulhausmeister*innen, unterstützt von Energiefachleuten, auf einen effizienten Umgang mit Energie im Schulalltag. Dafür erhalten sie einen "Basis-Bonus" von zwei Euro pro Schüler*in und Jahr. 90 Prozent der Schulen machen regelmäßig mit und vermeiden so pro Jahr rund 650.000 Euro Energiekosten und 2.300 Tonnen Kohlendioxidausstoß.  

Leistungsprämie

Die Teilnahme am GSE-Projekt ist Voraussetzung, um sich für eine Leistungsprämie zu bewerben. 32 Schulen hatten diesmal einen Beitrag eingereicht. Angesichts der unterschiedlichen Schulformen und der vielen guten Beispiele setzt die Stadtverwaltung auf eine breite Streuung der Leistungsprämien. So sind neben den üblicherweise fünf Hauptpreisen in Höhe von 3.000 bis 1.000 Euro weitere 20 Preise über je 750 Euro vorgesehen. Dieses Jahr fiel die Entscheidung allerdings besonders schwer: Angesichts absolut gleichwertiger Bewerbungen vergab die Jury daher den vierten Platz zweimal.

Jury-Mitglieder

  • Anne Huse, proKlima enercity-Fonds;
  • Arno Mühlenhaupt, langjähriger Leiter des Schul-LAB der IGS Mühlenberg (seit 2015 im Ruhestand);
  • Christiane Dietrich, Klimaschutzagentur Region Hannover;
  • Dr. Regine Leo, Landeshauptstadt Hannover, Leiterin des Schulbiologiezentrums Hannover;
  • Regine Bethke-Wittke, Landeshauptstadt Hannover, Fachbereich Gebäudemanagement;
  • Udo Büsing, Landeshauptstadt Hannover, Fachbereich Umwelt und Stadtgrün.

Hauptpreisträger-Schulen 1 bis 5

  • 1. Platz: Leonore-Goldschmidt-Schule IGS Hannover-Mühlenberg, 3.000 Euro
  • 2. Patz: Grundschule Beuthener Straße, 2.500 Euro
  • 3. Platz: IGS Stöcken, 2.000 Euro
  • 4. Plätze: IGS Bothfeld und Gymnasium Leibnizschule, je 1.500 Euro
  • 5. Platz: Gymnasium Limmer, 1.000 Euro

Preisträger-Schulen 6 bis 25 (gleichrangige Leistungsprämie in Höhe von 750 Euro)

  • GS Albert-Schweitzer-Schule
  • GS Alemannstraße
  • GS An der Feldbuschwende
  • GS Comeniusschule
  • GS Gartenheimstraße
  • GS Glücksburger Weg
  • GS In der Steinbreite
  • GS Kardinal-Bertram-Schule
  • GS Otfried-Preußler-Schule
  • GS Tegelweg
  • GS Vinnhorst
  • GS Wasserkampstraße
  • Dietrich-Bonhoeffer-Realschule
  • Oberschule Peter-Ustinov-Schule
  • Gymnasium Goetheschule
  • Kurt-Schwitters-Gymnasium
  • Gymnasium Wilhelm-Raabe-Schule
  • SbpP Glocksee-Schule (Schule mit besonderem pädagogischem Profil)
  • IGS Linden
  • IGS List