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Dokumentation der Tagung

"Mädchenarbeit im Wandel"

Unter dem Titel "Mädchenarbeit im Wandel: Bleibt alles anders?" wurde am 11. April 2013 im Neuen Rathaus Hannover über aktuelle Themen und Herausforderungen in der Mädchenarbeit diskutiert.

Vier Frauen vor einer massiven Holztür © LHH

Referentinnen des Fachtages

Das städtische Referat für Frauen und Gleichstellung lud zusammen mit dem Fachbereich Jugend und Familie und in Kooperation mit der Stiftung Universität Hildesheim zu Austausch und Vernetzung ein. Nahezu 100 engagierte Fachkräfte aus Stadt und Region Hannover, sowie dem niedersächsischen Umland nutzen die Gelegenheit für regen fachlichen Austausch.

Hohe Aktualität

"Mädchenarbeit ist aktueller denn je!": So das Hauptergebnis der Tagung, auf der ausgewiesene Expertinnen mit ihrer jeweiligen Fachlichkeit die vielfältigen Facetten der Mädchenarbeit repräsentierten. In den von pädagogischen Fachkräften aus Hannover angebotenen Workshops zu unterschiedlichen Praxisfeldern gab es Gelegenheit zu themenspezifischen Austausch.
Wichtiger Impuls für die Tagung war die Diskussion über die Gründung eines neuen Mädchen-Jugendzentrums in Hannover. Die Idee ist eine Antwort auf umfangreiche Sozialraumanalysen, die aufzeigen, dass Mädchen in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit in Hannover deutlich unterrepräsentiert sind.

Breites Themenfeld

Prof. Meike Baader betonte in ihrem Grußwort die Wichtigkeit der Verteidigung des Themas Mädchenarbeit gerade in Zeiten neoliberalisierter Geschlechterpolitik. Dr. Claudia Wallner bestätigte diese Einschätzung und veranschaulichte sehr eindringlich, dass heute in der konsumorientierten Populärkultur zum Teil schon im Kleinkindalter Mädchen durch Kleidung und Haltung als 'Sexualobjekt' stilisiert werden. Mit einem kritischen Blick auf den Alpha-Mädchendiskurs machte sie die Notwendigkeit für Räume zur Vervielfältigung von Mädchenbildern und -kulturen deutlich. Daran anknüpfend betonte Linda Kagerbauer, dass Problemlagen häufig individualisiert werden und strukturelle Ursachen verdeckt bleiben. Gerade junge Fachkräfte benötigten daher Möglichkeitsräume zur Entwicklung eines politischprofessionellen Selbstverständnisses.

Anregende Impulse gab Güler Arapi mit rassismuskritischen Perspektiven in ihrem Vortrag "Mädchenarbeit in der Migrationsgesellschaft" und verdeutlichte die Notwendigkeit geschützter Räume für Mädchen mit Rassismuserfahrungen. Nachdem Ines Pohlkamp die Bedeutung queer-feministischer Perspektiven für die praktische Mädchenarbeit reflektierte, rückte Dr. Ulrike Graff im Abschlussvortrag das Thema Selbstbestimmung in den Fokus. Hinsichtlich dieses Zieles argumentierte sie engagiert und überzeugend, dass Angebote ausschließlich für Mädchen keineswegs Schnee von gestern sind.

Die hohe Resonanz und der rege kritische Austausch machte die Tagung zu einem vollen Erfolg.