Das offizielle Portal der Region und der Landeshauptstadt Hannover

Kultur im Schloss 2. Halbjahr 2017

Kultur im Schloss 1. Halbjahr 2018

Zuletzt aktualisiert:

Richtlinie zur Projektförderung

1. Zuwendungszweck und Rechtsgrundlage

1.1 Die Region Hannover fördert die Vielfalt der kulturellen Angebote in ihrem Gebiet und hat sich zum Ziel gesetzt, diese in angemessener Qualität zu erhalten, weiterzuentwickeln und allen Menschen zugänglich zu machen. Die Region Hannover gewährt Zuwendungen im Rahmen der dafür zur Verfügung stehenden Landesmittel und eigener Haushaltsmittel für Kulturschaffende in ihrem Zuständigkeitsgebiet.

1.2 Die Region Hannover gewährt die Zuwendungen nach Maßgabe dieser Richtlinie und der allgemeinen haushaltsrechtlichen Bestimmungen, insbesondere den §§ 23, 44, 105 LHO. Die Zuwendungen erfolgen beihilfefrei im Sinne des EU-Beihilferechts.

1.3 Ein Rechtsanspruch auf eine Förderung besteht nicht. Die Region Hannover entscheidet nach pflichtgemäßem Ermessen über die eingereichten Anträge im Rahmen der verfügbaren Landes- und regionseigenen Mittel.

2. Gegenstand und Ziele der Förderung

2.1 Gefördert werden kulturelle Projekte aus folgenden Bereichen:

  • Professionelles Freies Theater
  • Theater- und Tanzpädagogik
  • Amateurtheater: Weiterbildungs- und Selbstprofessionalisierungs-Vorhaben
  • Museumsarbeit nichtstaatlicher Museen
  • Musik
  • Literatur
  • Niederdeutsche Sprache: Weiterbildungs- und Selbstprofessionalisierungs-Vorhaben
  • Innovative Heimatpflege: Weiterbildungs- und Selbstprofessionalisierungs-Vorhaben
  • Soziokultur
  • Bildende Kunst: ohne individuelle Künstlerförderung
  • Neue Medien: ohne Filmförderung
  • Kunstschulen
  • Außerschulische, nicht den Regelunterricht betreffende kulturelle Jugendbildung
  • Interdisziplinäre und generationsübergreifende Projekte
  • Hybride Projekte
  • Kulturelle Projekte in Förderschulen

2.2 Ebenfalls förderfähig sind Maßnahmen, die Vereinen und Kultureinrichtungen dazu dienen, die eigene Organisationsstruktur zu verbessern, um ein profiliertes Kulturangebot, besonders im ländlichen Raum, aufrecht erhalten zu können.

2.3 Bei der Entscheidung über die Projektförderung finden folgende Kriterien Berücksichtigung:

  • Innovationsgrad des inhaltlichen Konzepts
  • Künstlerische Qualität
  • Organisationsgrad und Professionalität in der Projektausführung
  • Zielgruppenspezifische Ausrichtung des Projekts
  • Integrations- oder inklusionsfördernder Ansatz
  • Nachhaltige Förderung des künstlerischen Nachwuchses
  • Berücksichtigung des demografischen Faktors und des zukünftigen Publikums
  • Spartenübergreifende Kooperationen und Vernetzung mit anderen Kulturträgern
  • Überregionale Ausstrahlung des Projekts
  • Eröffnung von kultureller Teilhabe und Zugang zu Kultur

2.4 Ein besonderer Förderschwerpunkt gilt Projekten und Strukturmaßnahmen, die der kulturellen Partizipation, der kulturellen Integration oder der kulturellen Inklusion dienen.

2.5 Zuwendungen können auch für Projekte gewährt werden, die teilweise außerhalb der Region Hannover stattfinden. Der Kosten- und Finanzierungsplan kann für das Gesamtprojekt erstellt und eingereicht werden. In der Projektbeschreibung soll dargelegt werden, welche Bestandteile des Projektes innerhalb und außerhalb des Regionsgebietes stattfinden. Bei der Entscheidung über die Zuwendungsgewährung wird u. a. berücksichtigt, wie die unterschiedlichen Projektorte gewichtet sind.

2.6 Von der Förderung ausgeschlossen sind:

  • Brauchtumsfeste
  • Druckkostenzuschüsse für Heimatchroniken
  • Kommerzielle Druckerzeugnisse und CDs
  • Investive Maßnahmen und Maßnahmen der Denkmalpflege
  • Maßnahmen der Erwachsenenbildung
  • Kulturelle Vorhaben, die bereits vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur oder im Rahmen der Strukturförderung der Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur in Niedersachsen gefördert werden
  • Kulturelle Vorhaben, die bereits Zuwendungen aus anderen Förderetats der Region Hannover bekommen

2.7. Eine institutionelle Förderung ist ausgeschlossen.

3. Antragsberechtigte

3.1 Antragsberechtigt sind gemeinnützige Vereine und natürliche Personen. Die Antragstellenden müssen zum Zeitpunkt der Zuwendungs-Auszahlung in der Region Hannover leben oder eine Niederlassung in der Region Hannover haben.

3.2 Kommunen, Kirchen und Religionsgemeinschaften sind nicht antragsberechtigt.

4. Förderperiode

4.1 Zuwendungen für Projekte werden im Förderzeitraum 2018 bis 2020 gewährt.

4.2 Das Projekt ist bis zum 31.12. eines Förderjahres durchzuführen. In begründeten Einzelfällen können Ausnahmen auf schriftlichen Antrag erteilt werden.

5. Art der Finanzierung, Höhe der Zuwendung, Förderentscheidung

5.1 Die Förderung wird im Rahmen einer Fehlbedarfsfinanzierung gewährt, d. h. zur Schließung einer Finanzierungslücke, die nach Abzug aller eigenen und fremden Projektmittel von den Gesamtprojektkosten verbleibt. Im Einzelfall kann eine Festbetragsfinanzierung gewährt werden, wenn die bewilligte Förderung nicht höher
als 2.000 € ist.

5.2 Die Zuwendung wird in einer Höhe von bis zu 50 % der Gesamtkosten des Projektes und bis zu einer Förderhöchstsumme von 10.000 € gewährt, wobei der Fehlbetrag nicht mehr als 50 % der Gesamtkosten betragen darf. In begründeten Ausnahmefällen kann der Fehlbetrag unter Berücksichtigung der Förderhöchstsumme
von 10.000 € bis zu 70 % der Gesamtkosten des Projektes betragen, sofern nachweislich keine oder nur geringfügige Drittmittel akquiriert werden können, oder die aktuelle wirtschaftliche Situation des Antragstellenden dies erfordert.

5.3 Werden Eigenmittel als Einnahmen angegeben, sind diese auch in der Endabrechnung in voller Höhe einzubringen. Dieses gilt auch, wenn sich die Gesamtkosten reduzieren oder sich die Projekteinnahmen erhöhen.

5.4 Die Förderung bereits bei Antragstellung begonnener Projekte ist nicht möglich. Rechtliche Verpflichtungen für das Projekt (Auftragsvergabe, Vertragsabschlüsse etc.) dürfen erst nach Antragseingang bei der Region Hannover eingegangen werden.

5.5 Es wird ein Zuwendungsbescheid auf der Grundlage des vorgelegten Kosten- und Finanzierungsplans ausgestellt.

6. Antragsverfahren

6.1 Die Antragstellung erfolgt bis zum 31. Oktober des Vorjahres auf dem im Internet unter www.kulturfoerderungregion-hannover.de bereitgestellten Vordruck. Es gilt das Datum des Poststempels der Region Hannover.

6.2 Es können zusätzlich auch bei anderen Institutionen Fördermittel beantragt werden.

6.3 Die eingegangenen Anträge werden durch das Team Kultur der Region bewertet. Die abschließende Entscheidung über die Festlegung der Fördersummen erfolgt durch die Region Hannover.

7. Verwendungsnachweis

7.1 Bis zum 31.03. eines Jahres ist ein Verwendungsnachweis für das vorangegangene Jahr vorzulegen. Bei mehrjährigen Projekten ist jeweils zum Ende eines Jahres eine Zwischenabrechnung vorzulegen.

8. Hinweis auf Förderung

8.1 Die Bereitstellung geeigneten Projekt-Bildmaterials, einschließlich der Freigabe der Nutzungsrechte für die Region Hannover, wird vorausgesetzt.

8.2 Auf die Förderung durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (Landesmittel) oder durch die Region Hannover (regionseigene Mittel) ist mit dem Logo des Ministeriums oder dem Logo der Region Hannover (Wort-Bild-Marke) im Internet und in Print-Veröffentlichungen hinzuweisen.

9. Auszahlung

9.1 Die Zuwendung wird in zwei Teilbeträgen ausgezahlt. Die Auszahlung des ersten Teilbetrages in Höhe von 70 % des Zuwendungshöchstbetrages erfolgt durch den gesonderten Mittelabruf, der ab der Bestandskraft des Zuwendungsbescheides möglich ist. Die Auszahlung des Restbetrages erfolgt nach Vorlage und Prüfung des Verwendungsnachweises.

9.2 Die Region Hannover behält sich im Zuwendungsbescheid die Möglichkeit vor, Belege und sonstige Unterlagen im Rahmen von Stichproben zu prüfen.

10. Widerruf, Erstattungsanspruch

10.1 Der Widerruf und der Erstattungsanspruch richten sich nach § 49 f. Verwaltungsverfahrensgesetz (VwVfG).

10.2 Die Region Hannover behält sich den Widerruf gemäß § 49 Abs. 2 VwVfG vor für den Fall der Beantragung oder Eröffnung eines Insolvenzverfahrens oder der Ablehnung der Eröffnung mangels Masse.

10.3 Der Bescheid kann gemäß § 49 Abs. 3 VwVfG ganz oder teilweise auch mit Wirkung für die Vergangenheit widerrufen werden, wenn die Leistung nicht, nicht alsbald nach der Erbringung oder nicht mehr für den bestimmten Zweck verwendet wird, oder eine Auflage nicht oder nicht innerhalb einer gesetzten Frist erfüllt wird.

11. Inkrafttreten

Diese Richtlinie tritt am 01.12.2017 in Kraft. Sie gilt bei Abweichungen von der Richtlinie der Region Hannover für die Gewährung von Zuwendungen an Dritte vorrangig.

Richtlinie herunterladen