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Hörlandkarte

Auszug einer Karte mit 17 Kennzeichnungen von Orten und ein Vorschaubild mit Informationen, was sich hinter der Markierung verbirgt. © Region Hannover

Hörlandkarte

Orte des Hörens und außerschulische Lernorte in der Hörregion Hannover

Klingende Laternen

Projektleitung

Mitwirken und mitgestalten

Eine Frau flüstert einem jungen Mann mit Locken und Bart etwas ins Ohr. © anetlanda / fotolia.com

Ein Netz fürs Hören

Sie wollen mit an Bord kommen und das Hören fördern?

Barrierefrei hören

Überdimensional großes Modell eines Ohrs (Innenleben). © MHH (Quelle)

  

Wo gibt es öffentliche Hilfen für hörgeschädigte Menschen?

Junge Hörregion

Ein Junge hat in der linken Hand einen kräftigen, kurzen, krummen Stock und führt ihn über ein Brückengeländer aus Holz. Die Sonne tauscht die Szene in warmes Licht. © Andy Dean / fotolia.com

 

Hör-Aktionen, Projekte und Veranstaltungen, die ganz besonders Kinder & Jugendliche aufhören lassen.

Eine Bühne für das Ohr

Publikum in einem großen Veranstaltungssaal mit mehreren Reihen und Rängen. Die Gäste schauen in Richtung Bühne, auf der über eine Leinwand ein Film abgespielt wird. © Ulrich Pucknat

 

So hörens-, sehens- und erlebenswert war der Auftakt: Filme zum (nochmal) Hören und Staunen.

Wie wir gut hören

Taube Menschen können wieder hören

Thomas Topp von Cochlear Deutschland erzählt vom neuen Glück dank Implantaten.

Ein Mann hält das Modell einer Schnecke in seiner linken Hand, im Hintergrund sind Gebäude und Bäume, der Betrachter erlebt den Hintergrund aus der Vogelperspektive. © Christian Behrens

Thomas Topp

"Mein Lieblingsklang…
... ist das Geräusch, das man hört, wenn man durch frisch gefallenen Schnee läuft. Ich jogge oft abends. Und wenn dann gerade Schnee gefallen ist, ist es wunderbar still. Und dann kommt dieses leise Knirschen. Dazu die Bewegung des Körpers – das ist herrlich!" Thomas Topp

Im Flur stand gerade noch ein junger Mann, der Maschinenbau studiert und in seiner Freizeit Leistungssport betreibt. Was er alles so nicht tun könnte, wenn er nicht als Kind dieses kleine Gerät eingesetzt bekommen hätte. Er ist eigentlich taub. "Und ich werde nie den Patienten vergessen, der dachte, die meisten Vögel seien ausgestorben, weil er keine mehr hörte", sagt Thomas Topp. "Dann bekam er sein Implantat und er hörte sie alle wieder." Thomas Topp lächelt. Er legt die Hände übereinander. "Wir verändern oft das ganze Leben eines Patienten. Denken Sie an den Großvater, der zum ersten Mal sein Enkelkind lachen hören kann. Ein Cochlea-Implantat ist die einzige Therapie, die ein Sinnesorgan ersetzt."

Ein Hörimplantat liegt auf weißem Untergrund. © Christian Behrens

Hinaus aus der Stille: Dank der Hör-Implantate können einst taube oder schwerhörige Menschen ein völlig neues Leben führen.

Topp ist Chef von Cochlear Deutschland, der Firma, die Implantate für die Hörschnecke (Cochlea) entwickelt und vertreibt. In Deutschland lief die gesamte Pionierarbeit für Europa in enger Verzahnung mit der HNO-Klinik der Medizinischen Hochschule, und noch heute kooperieren beide intensiv miteinander. Deswegen sitzt Cochlear Deutschland nicht weit weg an der hannoverschen Karl-Wiechert-Allee.

Cochlea-Implantate helfen dann, wenn das Ohr keinen Schall in Signale für das Gehirn umwandeln kann. Ein kleiner Soundprozessor, meist hinter dem Ohr getragen, übermittelt Impulse an das Implantat unter der Haut hinter dem Ohr. Das produziert Signale, die über feine Elektroden in die Hörschnecke geschickt werden. Das Implantat ersetzt also die Funktion der Haarzellen, die diese Aufgabe sonst übernehmen. Thomas Topp erzählt von dem Zugewinn an Lebensqualität, den es bedeutet, wenn jemand, dessen Gehör zunehmend nachgelassen hat, wieder hören kann. "Denn oft führt der Hörverlust ja auch zu einer Art Scham. Und man zieht sich zurück, wenn man in einer Gruppe von Menschen wegen der Nebengeräusche nichts mehr versteht. Schwerhörige leben leider häufiger wie unter einer Glasglocke, gehen kaum noch aus dem Haus. Aber das muss nicht so bleiben."

Illustration im Comicstil: Ein Mann liegt mit geschlossenen Augen in einer Hängematte. Die Hängematte sieht aus wie ein Notenblatt mit Musiknoten. © Thies Schwarz

  

Cochlea-Implantate fangen da an, wo Hörgeräte aufhören. Und sie helfen in (fast) jedem Alter. Inzwischen kann man schon kleinen Kindern solche Implantate einsetzen und ihnen damit ein Leben in der Welt des Hörens ermöglichen.

Thomas Topp erzählt von einer Mitarbeiterin im Unternehmen, einer jungen Frau, die vor 15 Jahren ihr Implantat bekommen hat. Sie hat ihr Abitur damit gemacht und studiert, sie spricht mehrere Sprachen und nimmt Musikunterricht und arbeitet als klinisch-technische Spezialistin für Cochlear Deutschland. Weltweit tragen heute geschätzt rund 750 000 Menschen Hör-Implantate, etwa 450 000 davon stammen von Cochlear Limited, dem Marktführer, dessen deutsche Vertretung Thomas Topp leitet. Jedes Jahr werden in Deutschland etwa 5000 Patienten neu mit Geräten versorgt. Die Zahl, die insgesamt von den Implantaten profitieren könnte, liegt noch um einiges höher, nämlich bei etwa einer Million.
"Eigentlich geht es nicht bloß um Medizintechnik", sagt er. "Sondern um Inklusion. Teilnahme am Leben. Emotionen. Um Glück."

Cochlear Deutschland GmbH & Co. KG
Karl-Wiechert-Allee 76 A
30625 Hannover
Mitarbeiterzahl: 140
www.cochlear.com/de

HÖRTIPP:

Benötige ich ein Hör-Implantat?

Illustration im Comicstil: Eine Frau schaut nachdenklich. © Thies Schwarz

  

Wer eine mittel- bis hochgradige Hörschädigung hat, wird in der Regel mit einem Hörgerät versorgt. Aber der Hörverlust kann sich auch durch verschiedene Faktoren noch verstärken. Wenn man trotz Hörgerät nicht mehr telefonieren kann, könnte ein Implantat eine geeignete Lösung sein. Alter ist kein Hinderungsgrund: Auch über 80-Jährige haben schon Implantate bekommen und hören wieder mehr vom Leben.