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Erinnerungen von Fritz Treu

„Irgendwie habe ich immer Glück gehabt“

Neu erschienen in der Schriftenreihe der Gedenkstätte Ahlem: „Irgendwie habe ich immer Glück gehabt“, die Lebenserinnerungen von Fritz Treu. Der Hannoveraner jüdischer Herkunft überlebte den Holocaust und emigrierte später in die USA.

Ein Mann mit einem Buch in der Hand. © Bittner / Region Hannover

Frank Treu mit dem Buch der Lebenserinnerungen seines Vaters.

Die facettenreiche Lebensgeschichte von Fritz Treu ist eng verbunden mit der Stadt Hannover und der Gartenbauschule Ahlem. 1904 als Sohn jüdischer Eltern geboren, ließ sich Fritz Treu mit 13 Jahren taufen. Die Patenschaft übernahm Hannovers Stadtdirektor, Heinrich Tramm – eine von mehreren glücklichen Fügungen, die dazu führten, dass Treu die Judenverfolgung überleben konnte. 1939 trat er – noch freiwillig – die Stelle als Hausmeister in der Gartenbauschule an, ehe seine Tätigkeit in Ahlem in den 1940er Jahren zu einer von der Gestapo überwachten Zwangsarbeit wurde. Im Februar 1945 wurde er nach Theresienstadt deportiert, überlebte die Wirren des Kriegsendes im Ghetto mit viel Glück und kehrte nach Hannover zurück. 1951 wanderte Fritz Treu mit seiner Familie in die USA aus, wo er 1993 starb.

Dank seines Sohnes bleibt ein wichtiges Zeitzeugnis erhalten

Seinem Sohn Frank ist es zu verdanken, dass die Lebenserinnerungen von Fritz Treu der Nachwelt als wichtiges Zeitzeugnis erhalten geblieben sind. Im Jahr 1986 schenkte er seinem damals 82-jährigen Vater einen Kassettenrekorder, damit dieser seine Geschichten auf Band sprechen konnte. „Als Papa mir die Kassetten übergab, nahm ich sie mit auf die Fahrt von und zur Arbeit und hörte zu, lachte und schüttelte ungläubig den Kopf und weinte. Es gab so viele Informationen, von denen ich wusste, aber keine Hintergründe hatte, und so viel, was ich nicht wusste und nicht ahnte“, erinnert sich Frank Treu. Nach dem Tod seines Vaters brachte er die Erinnerungen zu Papier und verschickte 1998 eine englische Ausgabe als Privatdruck an Angehörige und Freunde.

Material wurde transkribiert und in Buchform gebracht

„Wir freuen uns sehr, dass wir die Geschichte von Fritz Treu jetzt, mehr als 20 Jahre später, in einer deutschen Ausgabe für die Öffentlichkeit nachlesbar machen können“, erklärt Marlis Buchholz von der Gedenkstätte Ahlem. Gemeinsam mit der Historikerin Renate Riebe hat sie die mehr als neun Stunden Material transkribiert und in Buchform gebracht. „Bei der Arbeit hat uns vor allem die Form der Erzählung beeindruckt: drastisch und direkt, aber trotz allem optimistisch, witzig und mit unverkennbar hannöverschem Zungenschlag“, berichtet Buchholz.
Bei der Buchpräsentation waren Frank Treu und seine Ehefrau ebenso wie drei Enkelkinder von Fritz Treu zugegen. Auch der Ich-Erzähler selbst kam zu Wort – in Form von Ausschnitten seiner auf Band gesprochenen Erinnerungen.

Das Buch ist im Wehrhahn Verlag unter der ISBN 978-3-86525-821-2 erschienen und kostet 20 Euro.

Audiodateien mit Ausschnitten aus neun Stunden Erzählungen

Ausschnitt 01

Ausschnitt 02

Ausschnitt 03

Ausschnitt 04

Ausschnitte 05 – Ahlem-01

Ausschnitte 05 – Ahlem-02

Ausschnitte 06 – Hachschara-01

Ausschnitte 06 – Hachschara-02

Ausschnitte 06 – Hachschara-03

Ausschnitte 07 – Sammelstelle-01

Ausschnitte 07 – Sammelstelle-02

Ausschnitte 07 – Sammelstelle-03

Ausschnitte 07 – Sammelstelle-04

Ausschnitt 08

Ausschnitt 09

Ausschnitte 10 – Zurück-01

Ausschnitte 10 – Zurück-02

Ausschnitte 10 – Zurück-03